Türkische getrocknete Feigen bleiben stabil, während Hitzewelle in die Erntepause vor dem Start übergeht
Die Preise für türkische getrocknete Feigen in EUR bleiben weitgehend stabil, da sich Alt‑Ernte‑Bestände verknappen, aber eine starke Ernte 2026 und heißes, trockenes Wetter den Markt im Gleichgewicht halten.
Preise
FOB‑Angebote ab Malatya für konventionelle türkische getrocknete Feigen sind gegenüber Mitte Juli für naturbelassene Qualitäten unverändert und für Lerida‑Typen leicht gemischt. Naturfeigen Nr. 1–3 werden um 9,6–9,2 EUR/kg indiziert, während mittlere Naturqualitäten (Nr. 4–6) bei etwa 8,8–7,8 EUR/kg liegen, was eine stabile Kurve zwischen den Größen zeigt. Lerida‑Qualitäten reichen grob von rund 9,0 EUR/kg für Nr. 1 bis etwa 6,4 EUR/kg für Nr. 7, mit nur marginalen Veränderungen im Wochenvergleich, was eher kleinere Umschichtungen zwischen den Graden als einen klaren Trend widerspiegelt.
Bioformate ab İzmir, wie Protoben‑ und Mini‑Feigen, liegen preislich im mittleren Zehner‑EUR/kg‑Bereich FOB und bleiben mit einem deutlichen Aufschlag gegenüber konventioneller Ware, waren jedoch in den vergangenen Wochen ebenfalls weitgehend unverändert. Trotz starker Trockenfruchtexporte (752 Mio. USD im 1. Halbjahr 2026, wobei getrocknete Feigen eine tragende Säule darstellen) jagen die Käufer die Volumina auf dem aktuellen Niveau nicht, was die Preisstruktur weitgehend unverändert hält.
Angebot & Nachfrage
Die Türkei bleibt die dominierende Herkunft im globalen Marktgleichgewicht für getrocknete Feigen, mit einer geschätzten Produktion von rund 70.000 Tonnen in 2025/26 und einem Gesamtangebot von etwa 75.000 Tonnen, was bei einer Nachfrage im Rahmen der Vorjahre komfortable Endbestände ermöglicht. Exportstatistiken deuten auf robuste Gesamtströme bei Trockenfrüchten hin, und Branchenvertreter erwarten, dass der Sektor in diesem Jahr über Rosinen, Feigen und Aprikosen hinweg Exporte von rund 2 Mrd. USD erreicht, was den Status der Türkei als zentraler Lieferant für Europa und den Nahen Osten bestätigt.
Jüngste Branchenkommentare stellen fest, dass exportfähige Bestände an getrockneten Feigen der Alt‑Ernte weitgehend aufgebraucht sind und Exporteure hauptsächlich an Restverträgen und Spotpartien arbeiten. Diese Knappheit bei den verbleibenden exportierbaren Mengen erklärt, warum die Preise trotz verhaltener kurzfristiger Nachfrage nicht nachgeben. Gleichzeitig wissen Käufer aber auch, dass eine größere neue Ernte bevorsteht, was derzeit aggressive Aufwärtsbewegungen begrenzt.
Wetter & Erntebedingungen (TR)
Das aktuelle Wetter in den wichtigsten Feigenregionen ist heiß und überwiegend trocken, was in dieser Phase der Fruchtentwicklung und Vortrocknung vor der Ernte insgesamt vorteilhaft ist. In Malatya werden die Tageshöchstwerte vom 22.–24. Juli bei rund 36°C mit klarem Himmel erwartet, während İzmir noch heißer ist und nahe 39°C gipfelt, bevor es sich zum Wochenende hin leicht abkühlt. Solche Bedingungen fördern die Zuckeranreicherung und reduzieren den Krankheitsdruck, sofern eine übermäßige Hitzebelastung vermieden wird.
Die nationale Klimabeobachtung bestätigt, dass der Juni 2026 zu den wärmeren Juni‑Monaten der letzten Jahrzehnte gehörte, mit Temperaturen in weiten Teilen der Ägäisregion über den langjährigen Mittelwerten. In Kombination mit früheren Berichten über gute Blüte und Bestäubung stützt dieses Umfeld die Erwartung einer starken türkischen Feigenernte 2026 und erklärt die derzeitige abwartende Haltung im Markt. In den letzten Tagen wurden keine größeren witterungsbedingten Schäden gemeldet.
Markttreiber
- Knappheit der Alt‑Ernte vs. Optimismus für die neue Ernte: Exportfähige Feigen der Alt‑Ernte sind rar, doch die Erwartung einer großen Ernte 2026 nimmt den Käufern den Druck, die Preise kurzfristig aggressiv nach oben zu treiben.
- Solides Exportumfeld: Trockenfruchtexporte von über 750 Mio. USD im 1. Halbjahr 2026 signalisieren eine gesunde zugrunde liegende Nachfrage, wobei getrocknete Feigen im Wert innerhalb des türkischen Trockenfruchtportfolios nur von Rosinen übertroffen werden.
- Makro‑ und FX‑Kontext: Der türkische Exportmarkt‑Klimaindex für das Verarbeitende Gewerbe liegt weiterhin leicht über der 50‑Schwelle und signalisiert damit leicht expansives, wenn auch kein boomendes, externes Nachfrageumfeld.
- Wetterrisiko weiterhin gering: Die heiße und trockene Prognose der nächsten drei Tage bringt kaum unmittelbare Risiken; das entscheidende Zeitfenster liegt bei möglichen untypischen Niederschlägen oder Feuchtigkeitsspitzen näher am Haupterntezeitpunkt.
Handelsausblick (nächste 1–2 Wochen)
- Für Importeure: Bei stabilen FOB‑Preisen in Malatya und knappen exportfähigen Restbeständen der Alt‑Ernte erscheint es sinnvoll, nur den kurzfristigen bis früh‑Q4‑Bedarf abzudecken. Größere Positionen können in der Regel auf klarere Signale zur neuen Ernte warten, sofern keine strengen Qualitätsspezifikationen für Bio oder bestimmte Grade bestehen.
- Für Exporteure in TR: Halten Sie die aktuellen Angebotspreise für konventionelle Qualitäten; die Kombination aus begrenzten Alt‑Ernte‑Beständen und positivem Exportumfeld spricht gegen Preisnachlässe. Selektive Aufschläge für hochwertige Großkaliber und Bioqualitäten sind zu erwägen.
- Für industrielle Verarbeiter: Die flache Forwardkurve bietet die Möglichkeit, einen Teil des Bedarfs 2026/27 zu fixieren, insbesondere bei höherwertigen Bioformaten mit geringerer Liquidität und potenziell größerem Engpassrisiko zu einem späteren Zeitpunkt.
3‑Tages‑Preisrichtung (EUR, FOB)
- Malatya, TR – konventionelle getrocknete Feigen: Seitwärts bis leicht fester; wetterseitig unterstützt, aber ohne klaren Auslöser für einen Ausbruch.
- İzmir, TR – Biofeigen und Spezialitäten: Stabil mit leicht aufwärtsgerichteter Tendenz bei begrenzter Spotverfügbarkeit.
- Madrid, ES – spanische getrocknete Feigen (Benchmark vs. TR): Stabil; türkische Angebote bleiben wettbewerbsfähig und begrenzen kurzfristig eigenständiges Aufwärtspotenzial für spanische Ware.