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Ukrainische Erbsenernte startet in Odessa, während sich Preise von Hochs lösen

Ukrainische Erbsenernte startet in Odessa, während sich Preise von Hochs lösen

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Gelbe Erbsenernte in der Ukraine 2026 bei ~590.000 t erwartet. Auswinterung begrenzt das Angebot, doch frühe Ernte in Odessa und weichere Preise prägen einen vorsichtigen, leicht bärischen Ausblick.

Der ukrainische Erbsenmarkt geht mit einer moderat wachsenden Anbaufläche, aber begrenzter Wintererbsenproduktion in die Ernte 2026, was das Gesamtangebot ausgeglichen statt belastend hält. Lokale FCA-Preise in Odessa haben sich im Vergleich zu Anfang Juni leicht abgeschwächt und deuten auf eine leicht bärische kurzfristige Tendenz hin, da die ersten Neuernten auf den Markt kommen. Da die Ernte traditionell in der südlichen Region Odessa beginnt, kommen die ersten gelben Erbsen der Ernte 2026 nun auf den Markt. Die ukrainische Ernte an gelben Erbsen wird auf etwa 590.000 Tonnen geschätzt, wobei die gesamte Erbsenfläche (einschließlich Sommerformen) langsam zunimmt. Allerdings sind Wintererbsen nach dem Verlust einiger Flächen durch Winterfröste zu einem Problem geworden, was das Potenzial für einen großen Überschuss begrenzt. Vor diesem Hintergrund testen Käufer niedrigere Gebote, während Landwirte den Verkaufsdruck zur Erntezeit gegen die Erwartungen an eine spätere Nachfrage und Exportchancen abwägen.

Preise & Marktstimmung

In Odessa (FCA, konventionell, 98 % Reinheit) liegen die aktuellen Richtpreise zum 19. Juni 2026 bei etwa 0,23 EUR/kg für gelbe Erbsen und 0,30 EUR/kg für grüne Erbsen, gegenüber rund 0,26 EUR/kg bzw. 0,33 EUR/kg eine Woche zuvor. Dies bestätigt eine moderate Ernte-Druckkorrektur von zuvor stabilen Niveaus.

Im Gegensatz dazu bleiben die britischen FOB-Notierungen für grüne Erbsen und Marrowfat-Erbsen deutlich höher, bei etwa 1,00 EUR/kg bzw. 1,30 EUR/kg, womit eine breite Arbitrage zugunsten ukrainischer Ware für Exportkäufer bestehen bleibt. Der jüngste Rückgang sowohl der ukrainischen als auch der britischen Preise deutet auf einen leicht weicheren europäischen Erbsenkomplex hin, obwohl der absolute Abschlag ukrainischer Erbsen die Exportnachfrage stützen könnte, sobald Logistik und Qualität bestätigt sind.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

Die erwartete ukrainische Ernte von 590.000 Tonnen gelber Erbsen, kombiniert mit der ausgedehnten Gesamtanbaufläche, deutet auf eine solide Angebotsbasis für 2026/27 hin. Allerdings begrenzt Auswinterung in Teilen der Wintererbsenflächen den Spielraum nach oben deutlich gegenüber dem, was allein die Fläche vermuten ließe, und verhindert damit ein stark bärisches Überangebotszenario.

Auf der Nachfrageseite bleibt die Ukraine gut positioniert als kostengünstiger Ursprung für Futter- und Lebensmittelverwendungen von Erbsen in der EU, MENA und Asien. Da die britischen und westeuropäischen Preise in Euro pro Kilogramm weiterhin ein Mehrfaches höher liegen, haben ukrainische Erbsen Spielraum, wettbewerbsfähig zu bleiben, selbst wenn sich die lokalen Preise nach Abklingen des ersten Erntedrucks etwas erholen.

Fundamentaldaten & Wetter

Strukturell spiegelt die allmähliche Ausweitung der Erbsenfläche die Diversifizierung der Fruchtfolgen und das Interesse an stickstoffbindenden Leguminosen in ukrainischen Rotationen wider. Das wichtigste fundamentale Risiko für 2026 liegt in weiteren Qualitäts- oder Ertragsverlusten in Regionen, in denen Wintererbsen bereits von Frost getroffen wurden, was bestimmte Segmente (z. B. höherproteinhaltige oder lebensmitteltaugliche Partien) verknappen könnte.

Kurzfristig ist das Wetter in Odessa unterstützend für einen fortgesetzten Erntefortschritt: Für die nächsten drei Tage werden überwiegend sonnige Bedingungen mit Tageshöchstwerten um 26–28 °C und milden Nächten erwartet. Solche Bedingungen begünstigen die Befahrbarkeit der Felder und die Trocknung, was bei verstärkten Verkäufen ab Hof den Druck auf die Spotpreise verstärken könnte, gleichzeitig aber auch das Risiko von Qualitätsabstufungen zur Erntezeit reduziert.

Ausblick & Handelsideen

  • Kurzfristiger Bias: Leicht bärisch bis neutral, da frühe Erntemengen aus Odessa auf niedrigere Gebote der Käufer treffen und Auswinterung das Angebotswachstum nur teilweise kompensiert.
  • Produzenten: Erwägen Sie, Verkäufe bei Preisaufschwüngen gestaffelt zu tätigen, statt alles zu den aktuellen Erntetiefs zu verkaufen, insbesondere für qualitativ gute Partien, die später in der Saison einen Aufschlag erzielen könnten.
  • Exporteure: Nutzen Sie den großen Abschlag gegenüber britischen/westeuropäischen Erbsen, um Vorwärtsverkäufe zu fixieren, sichern Sie jedoch Logistik- und Währungsrisiken sorgfältig ab.
  • Käufer (Futter & Food): Kurzfristige Rückgänge bieten die Möglichkeit, die Deckung für Q3–Q4 2026 auszuweiten, insbesondere bei gelben Erbsen, bei denen das ukrainische Angebot trotz Winterverlusten reichlich ist.

3‑Tage-Regionale Preisindikation (EUR, Tendenz)

  • Odesa, Ukraine (FCA, gelbe Erbsen 98 %): Rund 0,23 EUR/kg, mit leichtem Abwärtsrisiko, falls sich das Erntetempo beschleunigt.
  • Odesa, Ukraine (FCA, grüne Erbsen 98 %): Rund 0,30 EUR/kg, dürfte seitwärts bis leicht schwächer tendieren bei steigender Verfügbarkeit.
  • London, UK (FOB, grüne & Marrowfat-Erbsen): Rund 1,00–1,30 EUR/kg, voraussichtlich weitgehend stabil mit leichtem Abwärtsbias im Einklang mit den breiteren Pulsenmärkten.
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