CMB Emblem
Ukrainische Erbsenpreise in Odesa stabil bei fester Versorgung und schwachem Export

Ukrainische Erbsenpreise in Odesa stabil bei fester Versorgung und schwachem Export

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Die ukrainischen Erbsenpreise in Odesa bleiben stabil, da das Angebot reichlich ist und die Exporte nachlassen. Aktuelle EUR-Preise, Spreads zu UK FOB, Markttreiber und 3-Tages-Ausblick im Überblick.

Die ukrainischen Erbsenpreise in Odesa bleiben in dieser Woche unverändert; grüne und gelbe Erbsen tendieren seitwärts und werden mit deutlichen Abschlägen gegenüber britischen FOB-Notierungen gehandelt. Eine stabile inländische Versorgung, vorsichtige Exportnachfrage und unveränderte Logistikbedingungen halten den Markt kurzfristig weitgehend seitwärts. Die ukrainischen Erbsenpreise stehen weiterhin unter Druck durch komfortable Vorräte auf den Betrieben, steigende Frühjahrsanpflanzungen von Erbsen und nur schrittweise Verbesserungen der Exportströme über Odesa. Aktuelle Exportdaten zeigen im Mai einen Rückgang der gesamten Agrarexporte um fast 9 % gegenüber dem Vormonat und bestätigen damit Nachfragegegenwind trotz gut funktionierender See- und Landkorridore für den Export. Gleichzeitig ist der Fortschritt bei der Aussaat weit fortgeschritten und umfasst eine Ausweitung der Erbsenflächen innerhalb der Gruppe der Sommergetreide, was die Erwartungen an eine starke Verfügbarkeit 2026/27 stützt. Das Wetter in der näheren Zukunft ist in der Zentral- und Ostukraine saisonal warm mit vereinzelten Schauern und weitgehend nicht bedrohlich für die Entwicklung der Erbsen, sodass die Preisrisiken in den nächsten Tagen eher nachfrage- und logistikgetrieben als wetterbedingt erscheinen.

Preise & Spreads

Die aktuellen FCA-Odesa-Preise für ukrainische Trockenerbsen liegen ungefähr bei:

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

Im Vergleich zu den in den letzten Wochen gemeldeten indikativen Odesa-FCA-Notierungen von etwa 0,35 EUR/kg für grüne und 0,27 EUR/kg für gelbe Erbsen sind die Kassaniveaus weitgehend im Einklang damit. Dies unterstreicht einen flachen lokalen Trend und einen anhaltenden Abschlag gegenüber westeuropäischen FOB-Preisen.

Angebot, Nachfrage & Handelsströme

Die ukrainische Frühjahrsaussaat 2026 ist nahezu abgeschlossen; die Behörden melden, dass bereits 97 % der geplanten Getreideflächen bestellt sind. Innerhalb dessen hat die Sommergetreidefläche im Vergleich zum Vorjahr zugenommen, unter anderem dank höherer Erbsenanbauflächen, was auf ein solides Rohwarenangebot für die Saison 2026/27 hindeutet. Breitere Prognosen des Ukrainischen Getreideverbands erwarten zudem eine höhere Gesamtproduktion von Getreide und Ölsaaten im Jahr 2026, was das Aufwärtspotenzial der Preise für kleinere Kulturen wie Erbsen tendenziell begrenzt.

Auf der Nachfrageseite gingen die gesamten ukrainischen Agrarexporte im Mai gegenüber April um fast 9 % zurück, was schwächere Auslandsnachfrage und einige logistische Störungen widerspiegelt. Dennoch schlugen die Häfen in der Region Odesa im 1. Quartal 2026 rund 21,1 Mio. Tonnen Fracht um, nahezu im Plan, was unterstreicht, dass der ukrainische Seekorridor aus dem Großraum Odesa weiterhin funktionsfähig und für den Export von Körnerleguminosen von entscheidender Bedeutung ist. Der kürzlich eröffnete chinesische Markt für ukrainische Erbsen bietet einen mittel- bis langfristigen Absatzkanal, doch die Ausfuhrmengen bleiben kurzfristig noch verhalten, was die lokalen Preise weich hält.

Wetter & Risiko-Umfeld (Fokus Ukraine)

Das Wetter in der Zentral- und Südukraine ist Anfang Juni saisonal warm mit zeitweiligen Schauern und insgesamt förderlich für das vegetative Wachstum und die Blüte der Erbsen. In den nächsten Tagen sind weder verbreitete Frostereignisse noch extreme Hitze zu erwarten, was das unmittelbare Ertragsrisiko begrenzt. Kurzfristige agrarmeteorologische Berichte für die Region deuten auf normale bis leicht überdurchschnittliche Temperaturen und ausreichende Bodenfeuchte hin.

Die sicherheitsbezogenen Risiken im weiteren Schwarzmeerraum bleiben erhöht, mit jüngsten ukrainischen Drohnenangriffen auf russische Fracht- und Ölinfrastruktur sowie Berichten über Unterbrechungen bei der Getreideabfertigung in besetzten Häfen wie Sewastopol. Auch wenn diese Vorfälle die von der Ukraine kontrollierten Terminals in Odesa nicht direkt betreffen, tragen sie zu einem fragilen regionalen Logistikumfeld bei und könnten bei Eskalation rasch in höhere Fracht- und Versicherungskosten münden.

Markttreiber & Fundamentaldaten

  • Stetige Verkäufe ab Hof: Landwirte verkaufen weiterhin kontinuierlich Erbsen aus Vorräten ab Hof, da Lager- und Finanzierungskapazitäten begrenzt sind. Jüngste Berichte beschreiben die ukrainischen Erbsenpreise als unter Druck stehend vor dem Hintergrund einer schleppenden Exportnachfrage.
  • Ausweitung der Erbsenfläche: Offizielle und brancheninterne Daten bestätigen, dass die Aussaat von Sommergetreide, einschließlich Erbsen, im Vergleich zum Vorjahr zugenommen hat. Dies stützt die Erwartung eines reichlichen Angebots 2026/27 und dämpft die Preiserwartungen.
  • Robuste Logistik bei schwachen Exporten: Trotz eines funktionierenden Seekorridors über den Großraum Odesa und hoher Frachtumschläge zeigt der jüngste Rückgang der Agrarexporte im Mai um 9 %, dass derzeit vor allem die Nachfrage und nicht die Infrastruktur der begrenzende Faktor ist.
  • Konkurrenz durch EU-Körnerleguminosen: Ruhige, aber stabile Erbsenpreise in benachbarten EU-Märkten, mit nur geringen wöchentlichen Schwankungen der Ankaufspreise für Körnerleguminosen, begrenzen Arbitragemöglichkeiten und halten ukrainische Angebote zwar wettbewerbsfähig, aber nicht stark nachgefragt.

Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen

In den kommenden drei Handelstagen dürfte sich der Erbsenmarkt in Odesa weitgehend seitwärts entwickeln, mit einer leichten Abwärtstendenz, falls sich die Exportanfragen nicht verbessern. Das Wetter ist derzeit kein unmittelbar bullischer Faktor, und die Ausweitung der Aussaatflächen lastet auf der Forwardkurve. Logistikrisiken im weiteren Schwarzmeerraum bleiben ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor, haben sich bisher jedoch noch nicht in konkreten Beschränkungen in Odesa niedergeschlagen.

  • Für Verkäufer (Landwirte/Schüttgutlager in UA): Es kann sinnvoll sein, schrittweise kleinere Volumina alterntiger Erbsen zu den aktuellen FCA-Odesa-Niveaus zu vermarkten, insbesondere gelbe Erbsen, um Bestands- und Liquiditätsrisiken zu reduzieren, während gleichzeitig eine gewisse Option auf einen späteren, logistikgetriebenen Preissprung erhalten bleibt.
  • Für Exporteure/Händler: Die aktuellen Abschläge gegenüber den Erbsenmärkten im Vereinigten Königreich und in der EU bieten Raum für Margen. Die Sicherung von Angebot über kurzfristige Kaufverträge und flexible Frachtoptionen kann attraktiv sein, sofern sich die Versicherungskonditionen im Schwarzmeerraum im Rahmen halten.
  • Für Käufer (Futter-/Lebensmittelindustrie in der EU): Ukrainische Erbsen bleiben preislich wettbewerbsfähig. Eine kurzfristige Eindeckung des Nahbedarfs auf FCA-/FOB-Basis Odesa kann gegen potenzielle Fracht- oder Sicherheitsrisiken absichern, während eine Überverpflichtung vermieden wird, bis klarere Signale zur Erntequalität 2026 vorliegen.

3-tägige Richtungsindikation für Preise (EUR, Fokus Ukraine)

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

Sofern es nicht zu einem plötzlichen Umschwung in der Exportnachfrage oder zu einem neuen Logistikschock im Schwarzmeerraum kommt, dürften die Preisbewegungen für ukrainische Erbsen in der sehr kurzen Frist begrenzt bleiben, mit engen Intraday-Spannen und einer Liquidität, die sich um die aktuellen Quotierungen konzentriert.

BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
PREMIUM
KI-Agent
Was treibt aktuell die Chilli-Prämie?
Knappe Guntur-Bestände, feste EU-Exportnachfrage und geringere Andhra-Anlieferungen — volle Analyse in deinem Dashboard.
Frag die CMB-KI zu Preisen, Marktreibern und Handelsströmen — trainiert auf den Daten unserer Redaktion.
KI-Agent öffnen →