CMB Emblem
Ukrainische Gerste gibt unter Erntedruck und Schwarzmeer-Risiken nach

Ukrainische Gerste gibt unter Erntedruck und Schwarzmeer-Risiken nach

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Kompaktes Update zu ukrainischen und deutschen Gerstenpreisen, Erntefortschritt, Wetter, Schwarzmeer-Exportrisiken und 3-Tage-Preisausblick, alles in EUR.

Die Preise für ukrainische Gerste tendieren aufgrund des frischen Erntedrucks leicht nach unten, während sich die FOB-Notierungen in Odessa angesichts erneuter Sicherheitsrisiken für Schwarzmeer-Exporte weitgehend behaupten. Deutsche Futtergerste hat marginal nachgegeben und behält damit einen engen, aber stabilen Aufschlag gegenüber ukrainischer Ware. Die Gerstenernte läuft in der gesamten Ukraine auf Hochtouren, wobei die Region Odessa bereits einen erheblichen Anteil der frühen Getreide eingebracht hat. Das reichliche Angebot der neuen Ernte und gute Ertragsmeldungen belasten die inländischen FCA- und CPT-Gebote, auch wenn Exporteure versuchen, die FOB-Niveaus in einem Umfeld erhöhter geopolitischer Risiken und Unterbrechungen der Handelsschifffahrt in die wichtigsten Schwarzmeerhäfen zu verteidigen.

Preise

Jüngste Geschäftsabschlüsse, in EUR umgerechnet, deuten auf folgende Niveaus hin:

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

Externe Indikationen aus Exportpreiserhebungen bestätigen, dass ukrainische Gerste FOB im Schwarzmeerraum wettbewerbsfähig bleibt, mit stabilen USD/mt-Notierungen in den letzten zwei Tagen, trotz der Volatilität der globalen Getreidepreise. 

Angebot & Nachfrage

Die ukrainische Kampagne für Frühgetreide schreitet zügig voran. Mit Stand 21. Juli 2026 hatte die Ukraine rund 5,9 Mio. Tonnen früher Kulturen geerntet, wobei die Region Odessa allein fast 858.000 Tonnen Gerste gedroschen hat, was auf eine starke regionale Verfügbarkeit hinweist.  Die Gerstenerträge in wichtigen südlichen Oblasten werden als nahe am oder leicht über dem jüngsten Durchschnitt gemeldet und entsprechen damit früheren Erntebeobachtungen, die trotz reduzierter Aussaatfläche von einer annähernd normalen Gerstenproduktion ausgingen. 

Die Exportnachfrage wird weiterhin von traditionellen Futterkäufern im Nahen Osten und in Nordafrika gestützt, während mittelfristige Prognosen für 2025/26 und 2026/27 auf eine moderate Ausweitung der ukrainischen Gerstenexporte hindeuten, unterstützt durch wettbewerbsfähige Preise und potenziell zusätzliche Nachfrage aus China.  Die jüngste Verschärfung der russischen Angriffe auf Hafen- und Logistikinfrastruktur im Raum Odessa, einschließlich einer vorübergehenden Aussetzung von Anläufen von Handelsschiffen, sorgt jedoch für erhebliche Unsicherheit in den kurzfristigen Verschiffungsprogrammen. 

Wetter & Erntebedingungen (UA)

Das Wetter in weiten Teilen der Ukraine war im Juli für Winter- und Sommergerste überwiegend günstig, mit ausreichender Wärme und meist rechtzeitigen Niederschlägen. Während einige westliche Regionen zuvor unter Feuchtigkeitsdefiziten sowie lokalen Hitze- und Starkregenereignissen litten, beschreiben Erntebeobachtungen die Ertragsaussichten für Gerste weiterhin als nahe am Fünfjahresdurchschnitt.  Feldnahe Berichte von Landwirten heben ebenfalls eine bisher gute Erntekampagne hervor und deuten derzeit nicht auf weit verbreitete witterungsbedingte Qualitätsprobleme hin. 

Für die nächsten drei Tage in den Kernanbaugebieten für Gerste, wie der Region Odessa und dem zentralen Teil der Ukraine, werden saisonal warme Temperaturen, vereinzelte Schauer und keine größeren Stürme prognostiziert, was das weitere Dreschen und Trocknen des Getreides unterstützen dürfte. Diese günstige Kurzfristprognose spricht für einen raschen Erntefortschritt und verstärkt damit den kurzfristigen Angebotdruck auf die Inlandspreise.

Fundamentaldaten & externe Treiber

  • Erntedruck: Der rasche Fortschritt bei der Frühgetreideernte und die hohen Gerstenmengen aus der Region Odessa erhöhen die Bestände auf den Betrieben und in den Binnenlagern und verschaffen Käufern Spielraum, FCA- und CPT-Preise nach unten zu drücken. 
  • Logistikrisiko Schwarzmeer: Intensivierte russische Raketen- und Drohnenangriffe auf die Hafeninfrastruktur von Odessa haben die Lagerkapazitäten verringert und dazu geführt, dass einige Reeder Anläufe ausgesetzt haben, sodass bestimmte Handelsschiffanläufe vorübergehend gestoppt wurden und die Exportströme gefährdet sind. 
  • Wettbewerbspositionierung: Trotz der Schwäche der Inlandspreise bleibt ukrainische Gerste FOB im Vergleich zu alternativen Schwarzmeer- und EU-Herkünften attraktiv, zumal russische Landwirte in ihrem eigenen Getreidegürtel mit Treibstoffknappheit und verzögerten Ernten zu kämpfen haben. 
  • EU-Verbindung: Die Preise für deutsche Futtergerste in Norddeutschland haben sich von den Hochs Anfang Juli etwas zurückgezogen, bleiben in EUR gerechnet aber fest. Dies spiegelt ein relativ knappes Gleichgewicht in Teilen des EU-Nutztiersektors wider und erhält einen spürbaren Aufschlag gegenüber ukrainischer Futtergerste. 

Handlungs- und Marktausblick

  • Erzeuger (Ukraine): Erwägen Sie schrittweises Hedging oder Vorverkäufe auf dem aktuellen FOB-Niveau in Odessa, sofern die Logistik gesichert ist, vermeiden Sie jedoch übermäßige Vorwärtsverpflichtungen angesichts der fragilen Sicherheitslage. Im Binnenmarkt ist mit weiterer Schwäche bei FCA/CPT zu rechnen, wenn die Erntespitze erreicht wird.
  • Exporteure: Halten Sie Risikoprämien in den Schwarzmeer-Basisangeboten aufrecht, um potenzielle Verschiffungsverzögerungen sowie höhere Fracht- und Versicherungskosten abzudecken. Kurzfristig sollten flexible Ladefenster und alternative Routenoptionen, wo möglich, priorisiert werden.
  • Importeure / Futterkäufer: Das aktuelle Nachgeben der ukrainischen Inlandspreise und die relativ stabilen FOB-Angebote eröffnen die Chance, die Versorgung für den Nah- und Frühherbsttermin abzusichern, insbesondere im Vergleich zu höherpreisiger EU-Ware. Berücksichtigen Sie jedoch erhöhte logistische Risiken und höhere Force-Majeure-Gefahren in den Vertragsgestaltungen.

3-Tage-Preisrichtung (EUR)

  • Ukraine – Odessa FOB Futtergerste: Seitwärts bis leicht weicher in EUR, da Exporteure austesten, wie viel des Preisrückgangs im Binnenmarkt sie als Marge behalten können, statt ihn weiterzugeben.
  • Ukraine – Inland FCA (Kiew, Odessa): Leichte Abwärtstendenz (Erntedruck, ausreichendes Wetter und gute Erträge); Käufer dürften bei sich verengenden Lagerkapazitäten ein paar EUR/t niedriger bieten.
  • Deutschland – EXW Drentwede Futtergerste: Weitgehend stabil mit leicht abwärtsgerichtetem Ton, im Einklang mit dem regionalen Getreidekomplex und saisonalem Erntedruck, jedoch abgefedert durch eine stabile Nachfrage der Mischfutterindustrie.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
PREMIUM
KI-Agent
Was treibt aktuell die Chilli-Prämie?
Knappe Guntur-Bestände, feste EU-Exportnachfrage und geringere Andhra-Anlieferungen — volle Analyse in deinem Dashboard.
Frag die CMB-KI zu Preisen, Marktreibern und Handelsströmen — trainiert auf den Daten unserer Redaktion.
KI-Agent öffnen →