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Ukrainische Gersten-Ernte drückt auf Preise in Häfen von Odessa

Ukrainische Gersten-Ernte drückt auf Preise in Häfen von Odessa

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Gerstenpreise in den Häfen des Großraums Odessa stehen unter Druck durch die Ernte 2026; CPT-Gebote spiegeln das Vorjahr wider und inländische FCA-Notierungen in EUR bleiben weitgehend stabil.

Die Gerstenpreise in den Häfen des Großraums Odessa stehen mit dem Näherrücken der Ernte 2026 erneut unter saisonalem Druck. CPT-Gebote geben nach, liegen aber weiterhin dicht an den Niveaus von Anfang Juni des Vorjahres. Stabile in EUR notierte Inlandsangebote deuten eher auf einen weichen, geordneten Markt als auf einen abrupten Ausverkauf hin. Seit Beginn dieser Woche zeigt sich der Gerstenmarkt im Großraum Odessa schwächer, vor allem aufgrund der Erwartung höherer Verfügbarkeiten der neuen Ernte, größerer Überhangbestände und eines insgesamt bärischen Tons bei verwandten Futtergetreiden. Per 3. Juni liegen die Gebote für Futtergerste an den Häfen im Raum Odessa bei etwa 200–210 USD/t CPT, nahezu identisch mit der Spanne von 195–205 USD/t im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dies deutet darauf hin, dass der Markt ein vertrautes saisonales Muster wiederholt, statt in ein neues Preisregime einzutreten. Inländische FCA-Notierungen in der Ukraine bleiben in EUR betrachtet weitgehend stabil und unterstreichen, dass es sich bei der aktuellen Bewegung eher um eine erntebedingte Neubewertung als um einen fundamentalen Schock handelt.

Preise & Spreads

Die Gebote an den Häfen des Großraums Odessa für Gerste der Ernte 2026 haben sich seit Wochenbeginn abgeschwächt, wobei Futtergerste nun bei 200–210 USD/t CPT Hafen (≈ 184–193 EUR/t bei 1,09 USD/EUR) gehandelt wird. Im Vorjahr lagen die Preise zu diesem Zeitpunkt mit 195–205 USD/t CPT (≈ 179–188 EUR/t) sehr ähnlich, was darauf hindeutet, dass die aktuellen Werte historisch typisch für Anfang Juni sind.

Inlandsangebote in der Ukraine, aktualisiert am 4. Juni, zeigen Futtergerste FCA Odessa bei rund 230 EUR/t und FCA Kiew bei etwa 220 EUR/t, während FOB Odessa Rinderfuttergerste bei rund 190 EUR/t liegt. Diese EUR-Preise sind seit Ende Mai weitgehend unverändert geblieben; es gab lediglich eine leichte Abwärtsanpassung in der zweiten Maihälfte, was eher zu saisonalem Ernteeinfluss als zu abruptem Marktdruck passt.

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebots- & Nachfragetreiber

Der Hauptdruck auf die Hafenpreise ist saisonal bedingt: Käufer rechnen mit einem Anstieg des Angebots aus der neuen Ernte, höheren Überhangbeständen und einem weicheren Ton bei konkurrierenden Futtergetreiden, insbesondere bei Weizen und Mais. Dies fördert eine abwartende Haltung vieler Käufer und begrenzt aggressive Gebote in den Häfen von Odessa.

Gleichzeitig deutet die Tatsache, dass die aktuellen CPT-Niveaus nahezu dem Spektrum von Anfang Juni des Vorjahres entsprechen, darauf hin, dass der Markt noch kein akutes Über- oder Unterangebot signalisiert. Vielmehr richtet sich Gerste an den breiteren Benchmarks für Futtergetreide aus, und stärkere Bewegungen werden voraussichtlich von bestätigten Erntemengen und den Exportlogistiken über die Schwarzmeerkanäle abhängen.

Fundamentaldaten & Wetter

Fundamental spiegeln die sinkenden Gebotsniveaus an den Häfen den Übergang in Richtung Ernte 2026 wider, wobei Händler reichliche Lagerbestände auf den Betrieben sowie den Zufluss der neuen Ernte einpreisen. Bislang gibt es keine starken Preissignale für ein strukturelles Angebotsdefizit; stattdessen verhält sich der Markt wie in einem normalen Erntezyklus mit moderater Abwärtsbewegung bei den Kassapreisen.

Das Wetter im Süden der Ukraine (Regionen Odessa und Mykolajiw) wird in den nächsten drei Tagen überwiegend sonnig bis teils bewölkt erwartet, mit Tageshöchstwerten um 20–24 °C nahe Odessa und bis zu 24–29 °C nahe Mykolajiw – insgesamt günstige Bedingungen für die Pflanzenentwicklung und Feldarbeiten. Ohne Hitzestress oder anhaltende Trockenheit stützt ein solches Wetter die Erwartung eines ausreichenden Gerstenangebots und festigt die derzeit leicht bärische Markttendenz.

Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen

  • Erzeuger: Angesichts nachgebender Hafen-Gebote und tendenziell zunehmenden Drucks im weiteren Ernteverlauf sollten Teilmengen der erwarteten Produktion über Vorwärtsverkäufe zu aktuellen CPT- oder FCA-Niveaus abgesichert werden, während ein Restvolumen für mögliche Basisverbesserungen nach der Ernte zurückgehalten wird.
  • Inländische Käufer (Futterverbraucher): Die Kombination aus stabilen FCA-Preisen und schwächeren Hafen-Geboten spricht für vorsichtige, gestaffelte Zukäufe auf dem Weg nach unten. Kurzfristiger Bedarf sollte abgesichert werden, bei gleichzeitiger Flexibilität, von weiteren erntebedingten Preisnachlässen zu profitieren.
  • Exporteure/Händler: Die Spreads zwischen CPT Hafen und FOB-Werten sollten genau beobachtet werden; falls sich die FOB-Nachfrage verbessert, während die Inlandspreise stabil bleiben, können sich Margenchancen durch Originierung im Hinterland und Verkäufe ab Hafen (ex-port) ergeben.

In den nächsten drei Tagen dürften die Gerstenpreise im Großraum Odessa – sofern es nicht zu plötzlichen Veränderungen bei regionalen Futtergetreide-Benchmarks oder in der Logistik kommt – an den Häfen weiter leicht unter Abwärtsdruck stehen, während FCA-Notierungen in Odessa und Kiew in EUR weitgehend stabil bleiben sollten.

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