CMB Emblem
Ukrainische Gerstenpreise geben leicht nach, da die Nachfrage nach Futtergetreide nachlässt

Ukrainische Gerstenpreise geben leicht nach, da die Nachfrage nach Futtergetreide nachlässt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Kompaktes Update zu ukrainischen Gerstenpreisen, EU-Exporttrends, Nachfrage im Schwarzmeerraum und kurzfristigem Ausblick für die Märkte Odesa und Kiew im Juni 2026.

Die ukrainischen Gerstenpreise in EUR bleiben weitgehend stabil, jedoch mit einer leichten Abwärtstendenz, da die Exportnachfrage nach Futtergetreide nachlässt und Käufer auf den jüngsten Hochs zunehmend Widerstand zeigen. Die Margen stehen durch günstigere konkurrierende Futtergetreide unter Druck, während logistische und geopolitische Risiken im Schwarzen Meer einen Boden unter die FOB-Werte legen. Gerstenangebote aus den wichtigsten ukrainischen Umschlagplätzen rund um Odesa und Kiew zeigen nur geringe Veränderungen gegenüber der Vorwoche, dennoch hat sich die Tonlage von fest zu leicht defensiv gewandelt. Schwächeres Exportinteresse an Futtergetreide, insbesondere aus der Türkei, sowie die Erwartung einer soliden europäischen Gerstenernte begrenzen das Aufwärtspotenzial für ukrainische Futtergerste. Gleichzeitig bestätigen EU-Exportdaten starke Gerstenverschiffungen und deuten damit auf anhaltenden Wettbewerb auf wichtigen Importmärkten hin. Das Wetter im Süden der Ukraine ist derzeit neutral bis leicht unterstützend für das Ertragspotenzial, sodass sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf die Aussichten der neuen Ernte richtet und darauf, ob China und Käufer aus der MENA-Region im weiteren Verlauf der Saison wieder aggressiver auftreten werden.

Preise & Spreads

Alle Preise umgerechnet mit 1 USD = 0,92 EUR (ca.).

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

Aktuelle unabhängige Indikationen für ukrainische Gerste auf dem Weltmarkt liegen gebündelt im hohen 100er-Bereich EUR/t (äquivalent), im Großen und Ganzen im Einklang mit diesen Notierungen und nur leicht über den indikativen durchschnittlichen Gerstenpreisen für die Ukraine von rund 0,13–0,15 EUR/kg, die für Juni gemeldet wurden.

Angebot, Nachfrage & Handelsströme

Die EU-Gerstenexporte 2025/26 waren stark; aktuelle europäische Daten zeigen Gerstenverschiffungen deutlich über dem Vorjahresniveau. Das verknappt zwar das Exportangebot innerhalb der Union, unterstreicht aber zugleich den intensiven Wettbewerb auf wichtigen Zielmärkten in Nordafrika und im Nahen Osten. Gleichzeitig hat ein führendes Analysehaus seine Produktionsprognose für EU-Gerste 2026/27 aufgrund schwächerer Aussichten in Spanien nach unten korrigiert und signalisiert damit eine etwas knappere europäische Bilanz zu einem späteren Zeitpunkt.

Im Schwarzen Meer ist die Nachfrage nach ukrainischem Futtergetreide Anfang Juni abgeflaut, da die Türkei mit der Ernte ihrer eigenen Weizen- und Gerstenbestände beginnt, wodurch der Importbedarf sinkt und der Exportpreisdruck auf Futtergetreide wie Mais zunimmt. Diese nachlassende Kaufbereitschaft eines der wichtigsten regionalen Abnehmer der Ukraine belastet die Stimmung bei Gerste indirekt, da Käufer versuchen, Gebote im gesamten Futtersegment zu senken. Mittelfristig deuten Analysen darauf hin, dass die Gerstenfläche der Ukraine 2026/27 leicht zurückgehen wird, die Exporte jedoch Unterstützung finden könnten, falls China und einige MENA-Käufer ab Juli wieder aktiver auftreten.

Fundamentaldaten & Wetter

Der EU-Getreideverband Coceral hat die gesamte Getreideproduktion in EU+UK für 2026 auf 295,5 Mio. t nach unten revidiert und damit unter das Vorjahresniveau gesetzt, wobei Gerste zu den Kulturen gehört, für die ein leicht rückläufiger Ausstoß erwartet wird. Dies begrenzt mittelfristig das Abwärtsrisiko für ukrainische Gerste, da Importeure bei engeren EU-Exportsalden verstärkt auf Ursprünge aus dem Schwarzen Meer zurückgreifen könnten.

Für die wichtigsten ukrainischen Gerstenanbaugebiete rund um Odesa und die zentralen Regionen nahe Kiew deuten Kurzfristprognosen auf für die Jahreszeit typische frühsommerliche Wärme mit vereinzelten Schauern hin – weder klar bullisch noch klar bärisch für die Ertragsperspektiven in diesem Stadium. (Quelle: regionale Wettervorhersagen für die südliche und zentrale Ukraine, veröffentlicht in den letzten 2–3 Tagen.) Das bedeutet, dass der Markt vorerst stärker von Nachfrage- und Logistikfaktoren als von unmittelbaren Wetterrisiken getrieben wird.

Wichtige Markttreiber im Blick

  • Futtergetreidenachfrage in der Türkei und MENA: Früh einsetzende lokale Ernten in der Türkei dämpfen bereits die Importnachfrage nach Mais und voraussichtlich auch nach Gerste; eine weitere Abschwächung der Nachfrage könnte zusätzlichen Druck auf ukrainische Futtergerste ausüben.
  • Exporttempo der EU und Ernteaussichten: Starke aktuelle EU-Gerstenexporte und leicht reduzierte EU-Produktion 2026/27 stützen die Preise etwas, halten jedoch den Wettbewerb in kurzfristigen Ausschreibungen hoch.
  • Logistik und Sicherheit im Schwarzen Meer: Anhaltende Sicherheitsvorfälle in der weiteren Schwarzmeerregion sorgen für eine Risikoprämie auf FOB-Odesa-Werte und begrenzen damit den Spielraum für deutliche Preisrückgänge, selbst bei nachlassender Nachfrage.

Handelsausblick (nächste 1–2 Wochen)

  • Für ukrainische Landwirte: Erwägen Sie, einen Teil der Altbestände an Futtergerste bei kurzfristigen Preisspitzen zu verkaufen, da die aktuell in EUR notierten Preise historisch attraktiv bleiben im Vergleich zu schwächeren Weizen- und Maisbenchmarks in der Ukraine.
  • Für Exporteure: Halten Sie wettbewerbsfähige FOB-Odesa-Angebote im Bereich der hohen 100er EUR/t aufrecht, rechnen Sie jedoch mit härteren Verhandlungen seitens mediterraner Käufer; Basisanpassungen können nötig werden, falls Frachtraten oder Risikoprämien steigen.
  • Für Importeure (MENA/Asien): Beobachten Sie EU-Ernterevisionen und das ukrainische Exporttempo; eine Kombination aus festen EU-Exporten und etwaigen Wetterrücken in Europa könnte die Verfügbarkeit von Gerste einengen und für eine frühzeitige Vordeckung vor dem Spätsommer sprechen.

Preisrichtung 3 Tage (UA, wichtige Hubs)

  • Odesa FOB Futtergerste: Leicht weicher bis seitwärts in EUR, da Käufer angesichts schwächerer regionaler Futtergetreidenachfrage niedrigere Gebote testen.
  • Odesa FCA Futtergerste: Leichte Abwärtstendenz; lokale Käufer dürften kleine Abschläge anstreben, doch attraktive Exportalternativen sollten scharfe Korrekturen verhindern.
  • Kiew FCA Futtergerste: Stabil bis geringfügig schwächer, folgt Odesa, wird aber durch inländische Futternachfrage und Transportdifferenzen abgefedert.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
PREMIUM
KI-Agent
Was treibt aktuell die Chilli-Prämie?
Knappe Guntur-Bestände, feste EU-Exportnachfrage und geringere Andhra-Anlieferungen — volle Analyse in deinem Dashboard.
Frag die CMB-KI zu Preisen, Marktreibern und Handelsströmen — trainiert auf den Daten unserer Redaktion.
KI-Agent öffnen →