Weizenpreise in DE und UA behauptet, während Angebote aus dem Schwarzen Meer nachlassen
Kompaktes Update zum Weizenmarkt: aktuelle Preise in DE und UA, FOB-Bewegungen am Schwarzen Meer, Angebots- und Nachfragetreiber, Wetterüberblick und 3-Tage-Handelsausblick.
Preise
Deutscher Futterweizen EXW in Norddeutschland wird Mitte September weitgehend stabil bis leicht schwächer eingeschätzt. Dies spiegelt einen moderaten Rückgang gegenüber den jüngsten Spitzen wider, während feste Euronext-(MATIF-)Futures für Mahlweizen und eine stabile Nachfrage der Mischfutterindustrie weiterhin stützen. Die nationalen Indikationen für Futterweizen im September werden mit etwa EUR 200–205/t angegeben und liegen damit auf dem aktuellen Kassamarktniveau.
Vor diesem Hintergrund liegt unsere jüngste Notierung für Futterweizen EXW Drentwede (DE) bei EUR 0.243/kg, entsprechend EUR 243/t, gegenüber EUR 0.24/kg am Vortag. Dies bestätigt, dass die Spotwerte in Norddeutschland weiterhin am oberen Ende der nationalen Spanne liegen.
In der Ukraine zeigen unsere Export-Benchmarks für das Schwarze Meer ab Odesa von Woche zu Woche eine klare Abschwächung: Weizen mit 12.5 % Protein FOB Odesa fiel von EUR 0.144/kg auf EUR 0.138/kg, Weizen mit 10.5 % Protein FOB Odesa von EUR 0.147/kg auf EUR 0.136/kg und Weizen mit 11.0 % Protein FOB Odesa von EUR 0.135/kg auf EUR 0.126/kg. Gleichzeitig blieben die FCA-Kyiv/Odesa- und CPT-Odesa-Preise für Mahl- und Futterweizen weitgehend unverändert bis leicht schwächer. Dies deutet darauf hin, dass der größte Teil des Drucks an der Exportschnittstelle und nicht auf landwirtschaftlicher Ebene absorbiert wird.
| Ursprung | Qualität / Protein | Lieferbedingung | Letzter Preis (EUR/kg) | Trend gegenüber der vorherigen Notierung |
|---|---|---|---|---|
| DE Drentwede | Futterweizen, max. 14 % Feuchtigkeit | EXW | 0.243 | ▲ von 0.24 |
| UA Odesa | Weizen mit 12.5 % Protein | FOB | 0.138 | ▼ von 0.144 |
| UA Odesa | Weizen mit 10.5 % Protein | FOB | 0.136 | ▼ von 0.147 |
| UA Odesa | Weizen mit 11.0 % Protein | FOB | 0.126 | ▼ von 0.135 |
| UA Kyiv | Weizen mit 11.5 % Protein | FCA | 0.16 | = |
| UA Odesa | Weizen mit 11.5 % Protein | FCA | 0.17 | = |
| UA Odesa | Weizen, Qualitätsstufe 2 | CPT | 0.161 | ▼ von 0.163 |
| UA Odesa | Weizen, Qualitätsstufe 3 | CPT | 0.157 | ▲ von 0.155 |
| UA Odesa | Futterweizen | CPT | 0.144 | ▼ von 0.146 |
Angebot & Nachfrage
Die Fundamentaldaten für Weizen in Deutschland bleiben nach einer insgesamt durchschnittlichen Ernte 2026 komfortabel; in den vergangenen Tagen wurden keine größeren Ertragsschocks gemeldet. Regionale Marktberichte aus Westdeutschland weisen auf eine verhaltene Nachfrage der lokalen Mühlen nach Mahlweizen hin, da die Versorgung gut ist. Die Nachfrage nach Futtergetreide hatte aufgrund schwacher Maisaussichten zuletzt angezogen, normalisiert sich nun jedoch wieder.
In der EU wird erwartet, dass der Weizenverbrauch im Futtersektor 2026/27 aufgrund der reichlichen Verfügbarkeit und der im Vergleich zu alternativen Getreidearten relativ wettbewerbsfähigen Preise hoch bleibt. Dies bildet eine solide Nachfragebasis für Futterweizen in Deutschland, auch wenn die Käufer bei den derzeit erhöhten Preisen wenig Dringlichkeit zeigen, ihre Abdeckung auszuweiten.
In der Ukraine konzentriert sich das Exportprogramm weiterhin auf den Seekorridor im Schwarzen Meer sowie auf alternative Donau- und Landrouten. Die jüngsten Logistik- und Volumendaten sind zwar älter, verdeutlichen jedoch die strukturelle Verlagerung hin zu diversifizierten Exportkanälen ab Odesa und anderen Tiefwasserhäfen. Dies hat den Wettbewerb in den Zielmärkten verschärft und zur derzeit schwachen Tendenz bei den Weizenangeboten aus dem Schwarzen Meer beigetragen.
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Wetterüberblick: DE & UA
In Norddeutschland (Region Niedersachsen) deutet die aktuelle 7‑Tage-Prognose auf relativ milde Bedingungen Ende September hin, mit moderaten Temperaturen, begrenzten Niederschlägen und keiner akuten Wetterbelastung für die stehenden Bestände oder die Herbstarbeiten. Dies unterstützt den zügigen Fortschritt bei der Aussaat von Winterweizen und macht die kurzfristige Preisentwicklung stärker von Marktfaktoren als von Wetterrisiken abhängig.
Für die Südukraine und die Region Odesa zeigen die kurzfristigen Prognosen saisonal warmes, überwiegend trockenes Wetter mit lediglich vereinzelten Schauern. Diese Bedingungen sind grundsätzlich günstig für den Abschluss der Feldarbeiten und die Weizenaussaat und stellen keine unmittelbare Gefahr für die geerntete Ernte 2026 dar. Da keine Wetterprämie in Sicht ist, dürften die Exportwerte ab Odesa weiterhin vor allem von Frachtkosten, der Wahrnehmung von Korridorrisiken und dem Wettbewerb anderer Ursprünge aus dem Schwarzen Meer bestimmt werden.
Externe Einflussfaktoren
An den internationalen Börsen gaben die CBOT-Weizenfutures am 18. September leicht nach. Dies spiegelte das Fehlen neuer bullischer Impulse und den anhaltenden Wettbewerb durch Lieferungen aus dem Schwarzen Meer wider. Euronext-(MATIF-)Mahlweizen konnte sich nach früheren Korrekturen jedoch moderat befestigen und trug dazu bei, die Erzeugerpreise in der EU zu stabilisieren, obwohl die physischen Handelsströme dünn bleiben.
Deutsche Beratungsstellen melden für September indikative Futterweizenpreise in einer höheren Spanne als zu Jahresbeginn. Dies bestätigt die starke Erholung der Erzeugerpreise seit dem Sommer trotz der jüngsten kleineren Rückschläge. Gleichzeitig verzeichnen wettbewerbsfähige Angebote für Futterweizen rund um das Schwarze Meer (z. B. Constanța, Rumänien) ebenfalls leichte Rückgänge. Dies signalisiert eine breitere Abschwächung der regionalen Export-Benchmarks, die auf die ukrainischen FOB-Preise zurückwirkt.
Handelsausblick (nächste 3–5 Tage)
- Deutschland (DE): Bei einem EXW-Preis für Futterweizen in Drentwede von EUR 0.243/kg und weitgehend eingedeckten Käufern ist die kurzfristige Tendenz seitwärts bis leicht schwächer. Verkäufer sollten bei weiteren Anstiegen der Pariser Futures schrittweise Verkäufe in Betracht ziehen, während Käufer geduldig bleiben und kleinere Rückgänge anvisieren können.
- Ukraine (UA): Die Weizenwerte FOB Odesa haben von Woche zu Woche deutlich nachgegeben. Exporteure sollten Volumen sichern, sobald die Logistik gewährleistet ist, da das Abwärtspotenzial von hier aus ohne eine neue Welle aggressiver Angebote begrenzter erscheint. Importeure könnten das aktuelle Niveau nutzen, um ihre kurzfristige Abdeckung auszuweiten.
- Spread DE vs. UA: Die wachsende Preislücke zwischen teurerem deutschem Futterweizen und günstigeren ukrainischen Exportangeboten stützt die anhaltende Nachfrage nach Ware aus dem Schwarzen Meer in defizitären EU-Regionen. Dies könnte Aufwärtsbewegungen in Deutschland begrenzen, unterstreicht jedoch zugleich eine wettbewerbsfähige Untergrenze für ukrainische Landwirte.
Regionale Preisindikation für 3 Tage
- Deutschland – Futterweizen EXW Drentwede: Voraussichtlich Handel in einer engen Spanne um EUR 0.243/kg, mit leichtem Abwärtsbias, falls der Druck aus dem Schwarzen Meer anhält und die Pariser Futures nachgeben.
- Ukraine – Mahl- und Futterweizen FCA/CPT Odesa: Nach dem jüngsten Rückgang der FOB-Werte dürften sich die Inlandspreise weitgehend seitwärts bewegen. Weitere Schwächen sollten moderat ausfallen, solange die Exportkanäle normal funktionieren.
- Ukraine – Weizen FOB Odesa: Die kurzfristige Tendenz bleibt schwach, stabilisiert sich jedoch. Die Preise dürften nahe den aktuellen Niveaus verharren, mit begrenztem zusätzlichem Abwärtspotenzial, sofern keine neuen negativen Nachrichten zu Frachtkosten oder Exportwettbewerb auftreten.