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Britische Erbsenpreise geben nach, während ukrainische Ware unter Druck bleibt

Britische Erbsenpreise geben nach, während ukrainische Ware unter Druck bleibt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Britische Erbsenpreise geben leicht nach, während rabattierte ukrainische Erbsen seitwärts tendieren. Analyse von Preisen, Angebot, Wetter und kurzfristigem Handelsausblick.

Die britischen Erbsenpreise tendieren leicht nach unten, während ukrainische Offerten unverändert und stark rabattiert bleiben. Damit weitet sich der Abstand zwischen inländischer und Schwarzmeer-Herkunft aus, ohne dass dies bislang zu deutlich zusätzlicher Exportnachfrage geführt hätte. Nach mehreren Wochen der Stabilität sind die FOB-Preise für grüne und Markerbsen (marrowfat) in London um ein paar Euro gefallen. Dies spiegelt komfortable Altbestände und eine begrenzte Nachfrage im kurzfristigen Termin wider. Im Gegensatz dazu behaupten sich ukrainische Erbsen in Odessa auf deutlich rabattiertem Niveau vor dem Hintergrund reichlicher Verfügbarkeit von Leguminosen und Getreide, obwohl die gesamten ukrainischen Getreide- und Leguminosenexporte rund 5 Mio. t unter dem Vorjahresstand liegen. Warmes, schaueranfälliges Frühsommerwetter Anfang Juni in wichtigen britischen Ackerbauregionen wirkt insgesamt unterstützend für die Erbsenbestände, sorgt für entspannte Versorgungsperspektiven und bremst kurzfristig mögliche Aufwärtssignale.

Preise & Spreads

Die Preise für getrocknete Erbsen im britischen London (FOB) sind in der vergangenen Woche etwas zurückgekommen, wobei sowohl grüne Erbsen als auch Markerbsen gegenüber Anfang Juni rund 2–3 % verloren haben. In Euro gerechnet liegen grüne Erbsen derzeit bei etwa 1,16 EUR/kg und Markerbsen bei rund 1,51 EUR/kg, ausgehend von einem GBP/EUR-Kurs nahe 1,16. Diese Abschwächung steht im Einklang mit einem breiteren Rückgang der britischen Großhandelspreise für Erbsen seit Ende April, als Catering-Erbsen mit rund 8,87 GBP/kg eher am unteren Ende der Spanne der vergangenen zwölf Monate gemeldet wurden.

Die Preisindikation für ukrainische Erbsen im Raum Odessa zeigt sich im Wochenvergleich weitgehend unverändert. Jüngste Marktdaten aus der Schwarzmeerregion weisen Erbsen in Odessa bei rund 185 USD/t aus, was etwa 0,17–0,18 EUR/kg entspricht und damit die britischen FOB-Werte selbst nach Berücksichtigung der Fracht deutlich unterbietet. Dieser anhaltende Abschlag spiegelt weiterhin ein Überangebot aus der ukrainischen Erbsenernte 2025/26 und eingeschränkte Exportkanäle wider, nicht aber neue, klar bullische oder bärische Impulse der vergangenen Tage.

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot, Nachfrage & Handelsströme

Das breitere Exporttempo der Ukraine bei Getreide und Leguminosen unterstreicht die reichliche Verfügbarkeit in der Region. Zum 12. Juni 2026 erreichten die kombinierten Exporte von Getreide und Leguminosen aus der Ukraine in der Saison 2025/26 rund 34,9 Mio. t, nach 39,6 Mio. t im Vorjahr. Trotz des Rückgangs im Jahresvergleich bleiben die Ausfuhren über Schwarzmeerhäfen und EU-Korridore umfangreich, sodass Erbsen mit anderen Kulturen um logistische Kapazitäten und Exportmargen konkurrieren müssen.

Früher in der Saison 2025/26 verzeichnete die Ukraine eine Rekordproduktion an Erbsen bei gleichzeitig schwacher Exportnachfrage, was die CPT-Preise in Odessa gedrückt hat. Diese strukturellen Gegenwinde haben sich in den vergangenen Tagen nicht grundlegend verändert, und jüngste ukrainische Logistikberichte betonen weiterhin die starke Abhängigkeit von Seerouten über den Großraum Odessa – auch wenn gelegentliche Sicherheitsvorfälle in Hafennähe für einen moderaten Risikoaufschlag bei Frachten und Versicherungen sorgen. Für britische Käufer bedeutet dies ein stetiges Angebot rabattierter Schwarzmeer-Erbsen, allerdings mit gewissem Versandrisiko und Unsicherheit bei den Lieferzeiten.

Auf der Nachfrageseite ist der Erbsenverbrauch im britischen Außer-Haus-Markt und im Einzelhandel saisontypisch robust, aber nicht außergewöhnlich. Großhandelspreise für frische und tiefgekühlte Erbsen im Catering-Segment tendierten bis Ende April nach unten, was darauf hindeutet, dass Käufer preissensibel sind und dort, wo es die Spezifikationen erlauben, eher günstigere Herkünfte beimischen. In qualitätssensiblen Kanälen (z. B. hochwertige Markerbsen für Snacks) bleibt die Bindung an britische Ware jedoch enger, sodass der direkte Ersatz durch ukrainische Massenerbsen begrenzt ist.

Wetter & Ernteausblick (Fokus Großbritannien)

Aktuelle britische Agronomieberichte für Anfang Juni sprechen von überwiegend günstigen Bedingungen für Sommerkulturen: Wärmephasen, gefolgt von Schauern, unterstützen Etablierung und vegetatives Wachstum vor allem in den nördlichen und östlichen Regionen. Für Erbsen – die in großen Teilen des Vereinigten Königreichs typischerweise ab Anfang Juni in die Blüte kommen – ist eine solche Kombination aus Wärme und Feuchtigkeit grundsätzlich positiv, auch wenn anhaltend feuchtes Wetter die Kosten des Krankheitsmanagements erhöhen könnte.

Lokale Beobachtungen aus britischen Garten- und Kleingarten-Communities Anfang bis Mitte Juni berichten von kräftigem Erbsenwachstum und ersten Ernten unter wechselhaften, aber meist milden Bedingungen. Kurzfristige Prognosen für die nächsten Tage sehen weiterhin moderate Temperaturen mit vereinzelten Schauern in den wichtigsten Ackerbaugebieten vor. Dies sollte Stress für blühende Erbsen vermeiden und stützt die Erwartung mindestens einer durchschnittlichen britischen Erbsenernte 2026. Dieses komfortable Versorgungsbild für die Zukunft stellt eine wichtige Obergrenze für etwaige kurzfristige Preisrallyes dar.

Fundamentaldaten & Markttreiber

  • Reichliches Schwarzmeer-Angebot: Hohe Verfügbarkeit ukrainischer Leguminosen und Getreide sowie aktive Exportströme über das Schwarze Meer sorgen für ein großes Angebot wettbewerbsfähig bepreister Erbsen und begrenzen damit das Aufwärtspotenzial der britischen Importparität.
  • Britische Bestandsbedingungen: Saisonal warmes, schaueranfälliges Wetter stützt gute Ertragserwartungen bei Druscherbsen, hält die Versorgungsaussichten komfortabel und dämpft die Nachfrage nach kurzfristigen Abschlüssen.
  • Nachfragetendenz: Großhandelspreise im Außer-Haus-Markt sind von den Winterhochs zurückgekommen, was auf vorsichtige Einkaufspolitik und eine gewisse Widerstandskraft gegenüber höheren Preisen hinweist, insbesondere bei Standard-Grünerbsen.
  • Logistik & Risiko: Auch wenn die ukrainischen Exporte über Odessa seit 2024 stark aufgeholt haben, sorgen jüngste Sicherheitsvorfälle in den Schifffahrtsrouten des Schwarzen Meeres für einen moderaten, aber anhaltenden Risikoaufschlag, der die Ströme zeitweise stören kann, ohne die globale Versorgung spürbar zu verknappen.

Handelsausblick (nächste 1–2 Wochen)

  • Britische Käufer (Futter- & Lebensmittelhersteller): Die aktuelle weiche Tendenz und das freundliche britische Wetter sprechen für einen abwartenden, staffelweisen Einkauf. Es bietet sich an, zunächst nur den unmittelbaren Bedarf zu decken und etwaige wetter- oder logistikgetriebene Rallyes zu nutzen, um die Deckung – insbesondere für höher spezifizierte britische Ware – zu verlängern.
  • Importeure / Händler: Die weite Preisspanne zwischen britischer und ukrainischer Herkunft begünstigt weiterhin opportunistische Käufe aus dem Schwarzmeerraum, doch rechtfertigen Logistik- und politische Risiken in der Schwarzmeerregion eine vorsichtige Versandplanung und eine Diversifizierung der Herkünfte.
  • Britische Erzeuger: Angesichts nachgebender Altbestandswerte und solider neuer Ernteaussichten erscheint es verfrüht, zusätzliche Vorverkäufe abzusichern. Die Witterung im Juli–August sollte genau beobachtet werden; eine ausgeprägte Trockenphase oder Störungen im Schiffsverkehr könnten ein günstigeres Preisfenster eröffnen.

3‑Tage-Regionale Preisindikation (Richtung)

  • UK (London FOB grüne Erbsen): Tendenz in den nächsten drei Tagen leicht weicher bis seitwärts, bei guten lokalen Ernteaussichten und begrenzter Spotnachfrage.
  • UK (London FOB Markerbsen): Voraussichtlich seitwärts bis leicht schwächer, da die Snack- und Premium-Nachfrage stabil, aber nicht dynamisch ist.
  • Ukraine (Odessa FCA/Hafen-Erbsen): Im sehr kurzen Zeitraum voraussichtlich unverändert, gestützt durch großes Angebot und eine stabile, aber unspektakuläre Exportnachfrage.
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