Cashew-Markt festigt sich, da indische Nachfrage und Kosten steigen
Der Cashew-Markt zieht an, da sich die Nachfrage in Indien erholt und die Preise für afrikanische Rohcashewnüsse steigen, was in der Festivalsaison festere Kernelpreise stützt.
Preise
Die Kernelpreise in Indien sind in den vergangenen Wochen bereits um etwa 0,21–0,26 US-Dollar pro kg gestiegen, und Marktteilnehmer rechnen mit einem weiteren Anstieg von rund 0,26–0,31 US-Dollar pro kg, sofern sich die Nachfrage weiter belebt. Dies spiegelt sowohl Kostendruck durch teurere RCN als auch eine deutliche Verbesserung bei der Export- und Inlandsnachfrage wider.
Preisdaten für Ende Juli bestätigen einen festeren Trend. Unter der Annahme von 1 EUR = 1,09 USD entspricht ein indisches W320-Angebot FOB Neu-Delhi um 7,10 US-Dollar/kg etwa 6,51 EUR/kg, während W450 bei 6,40 US-Dollar/kg rund 5,87 EUR/kg liegt. Hochwertige Bio-W320-Partien nahe 8,75 US-Dollar/kg entsprechen rund 8,03 EUR/kg.
Angebot & Nachfrage
Die indische Cashew-Verarbeitungsindustrie ist strukturell importabhängig: Die inländische RCN-Produktion deckt nur etwa 8–10 % des Kernelbedarfs, sodass die Verarbeiter stark auf Lieferungen aus Côte d’Ivoire, Burkina Faso und Tansania angewiesen sind. In den vergangenen 20–25 Tagen sind die afrikanischen RCN-Preise um ungefähr 150–200 US-Dollar pro Tonne gestiegen, was die Inputkosten erhöht und die Margen unter Druck setzt.
Im ersten Halbjahr 2026 waren die indischen Kernel-Exporte gedämpft, obwohl die Einfuhren an Rohnüssen zunahmen. Dieses Missverhältnis zwang viele Verarbeiter, ihre Durchsätze zu reduzieren, und erhöhte den finanziellen Druck. Angebliche nicht autorisierte Importe von verarbeiteten Kernen belasteten zusätzlich die Inlandspreise, bevor eine strengere Regulierung diese Ströme besser unter Kontrolle brachte.
Seit Juli hat sich das Nachfrageszenario deutlich verändert. Käufer in den Golfmärkten sind dank verbesserter Handelsrouten und Logistik stark zurückgekehrt. Anfragen aus Japan und anderen Destinationen nehmen zu, während der indische Festtagskonsum anzieht. Da Mandeln, Pistazien und andere Nüsse weiterhin deutlich teurer sind, behalten Cashews einen relativen Preisvorteil im Warenkorb der Verbraucher und unterstützen eine Substitution zugunsten von Cashews.
Fundamentaldaten & Margen
Der rasche Anstieg der afrikanischen RCN-Preise wurde bislang noch nicht vollständig in die Kernel-Notierungen weitergegeben, was darauf hindeutet, dass die Verarbeitungsmargen angespannt bleiben. Zu Beginn des Jahres verhinderte eine schwache Exportnachfrage, dass sich die Kernelpreise im Einklang mit den Rohstoffkosten anpassten. Die aktuelle Nachfrageerholung ermöglicht es den Verarbeitern nun, höhere Kernelpreise durchzusetzen, um die Profitabilität wiederherzustellen.
Die Verarbeitungskalkulationen sind daher ein zentraler Treiber für die kommenden Wochen. Bleiben die RCN-Preise auf erhöhtem Niveau oder steigen weiter, während die Frachtkosten fest bleiben, werden indische Verarbeiter voraussichtlich entschlossener auf Kernelpreiserhöhungen drängen. Jede Verzögerung bei der Akzeptanz entlang der Wertschöpfungskette könnte die Margen erneut einengen und eine weitere Runde von Produktionskürzungen auslösen, was das Angebot an Kernen später in der Saison verknappen würde.
Kurzfristiger Ausblick
Angesichts höherer Rohstoffkosten, einer sich erholenden Exportnachfrage und einer anziehenden inländischen Festtagsnachfrage sind die kurzfristigen Risiken für Cashew-Preise überwiegend nach oben gerichtet. Marktteilnehmer rechnen bereits mit einem weiteren Anstieg der Kernelpreise von rund 0,26–0,31 US-Dollar pro kg, was bei aktuellen Wechselkursen etwa 0,24–0,28 EUR/kg entspricht.
Neue und verbesserte Exportrouten in die Golfregion und nach Ostasien dürften helfen, die Versandströme aus Indien aufrechtzuerhalten, während eine strengere Kontrolle nicht autorisierter Kernelimporte das Vertrauen im Binnenmarkt stützt. Die wichtigsten Unsicherheiten betreffen die Nachhaltigkeit der Nachfrage in preissensiblen Märkten und mögliche weitere Volatilität bei afrikanischen RCN-Angeboten. Insgesamt sehen sich Käufer mit einem sich festigenden Markt konfrontiert, in dem das Abwärtspotenzial begrenzt ist, während sich die Kosten- und Nachfragerisiken eher in Richtung weiterer Festigung neigen.
Handelsausblick
- Käufer (Röster, Abpacker): Erwägen Sie, jetzt einen größeren Anteil des Bedarfs für Q4 2026 zu decken, insbesondere bei den Qualitäten W320 und W240, bevor sich die höheren RCN-Kosten vollständig in den Preisen niederschlagen.
- Importeure & Distributoren: Priorisieren Sie die Sicherung von indischen und vietnamesischen Kernelmengen mit flexiblen Verschiffungsplänen, da erneute Produktionskürzungen in Indien das Angebot später in der Saison verknappen könnten.
- Verarbeiter: Nutzen Sie die aktuelle Nachfrage, um höhere Verkaufspreise für Kerne zu fixieren, mit dem Ziel, Margen wieder aufzubauen und sich gegen weitere RCN-Preiserhöhungen aus afrikanischen Ursprüngen abzusichern.
3-Tage-Preisindikation (Richtung)
- Indien (Neu-Delhi, FOB/FCA): W320- und W450-Kerne dürften in den nächsten drei Tagen in EUR leicht fester gehandelt werden, gestützt durch feste Gebote von Export- und Inlandskäufern.
- Vietnam (Hanoi, FOB): Die Preise dürften fest bis leicht höher bleiben und dabei den Kosten für importierte afrikanische RCN sowie der Marktfestigkeit in Indien folgen.
- EU (Niederlande, FCA): Kernelpreise werden als stabil bis leicht fester eingeschätzt, da Importeure ihre Angebote an die höheren Ersatzbeschaffungskosten aus den Ursprüngen anpassen.