Cashewkerne bleiben stabil, während Vietnam Angebot ausweitet und EU‑Nachfrage vorsichtig bleibt
Kompaktes Cashew‑Marktupdate: Vietnam mit starkem Angebot, Indien leicht weicher, niederländische Preise stabil. Seitwärtsbewegung der Preise in den nächsten 3 Tagen für IN, VN, NL erwartet.
Preise
Indikative Preise für Cashewkerne, zur Vergleichbarkeit in EUR umgerechnet bei ~0,92 EUR/USD:
Die Preise in Vietnam für Bruchware (WS, LWP, SP) ziehen im Wochenvergleich ebenfalls leicht an, während gleichwertige indische Grade geringfügig weicher sind, was die komfortablere Inlandsverfügbarkeit widerspiegelt. Die niederländischen Großhandelspreise liegen deutlich unter den asiatischen FOB‑Notierungen, da sie früher gebuchte, preisgünstigere Ankünfte sowie eine Margenstruktur enthalten, die auf EU‑Einzelhandelsverträge ausgerichtet ist.
Angebot & Nachfrage
Vietnam bleibt der wichtigste globale Lieferant von Kernen, mit Rohcashew‑Importen (RCN) von über 3 Mrd. US‑Dollar bis Mitte Juli 2026 und Volumina von rund 1,8 Mio. Tonnen, etwa 4 % höher im Jahresvergleich. Dies unterstreicht, dass Verarbeiter weiterhin aggressiv Rohware sichern, trotz eines moderaten Rückgangs der Kernelexportmengen und leicht festerer Kernel‑Exportwerte.
Aktuelle Branchenkommentare von Ende August deuten auf eine vorsichtige Kaufstimmung hin: Die Nachfrage aus EU und USA hat sich nach der Sommerpause noch nicht vollständig erholt, was die Transaktionsvolumina bei W240 und W320 relativ niedrig hält und einige Verkäufer dazu zwingt, kleine Abschläge zu akzeptieren, um Ware zu bewegen. Große Grade wie W180 und W210 sind angesichts knapperer Verfügbarkeit weiterhin besser unterstützt, während die Nachfrage nach WS und LP gedämpft bleibt.
In Indien zeigten die Inlandspreise für Cashews Ende August nur moderate Bewegungen, da späte Monsun‑Ankünfte, Lagerbestände und Feiertagsnachfrage sich weitgehend ausglichen, mit durchschnittlichen Mandi‑Notierungen im mittleren bis hohen Zehntausender‑INR‑Bereich pro Quintal. Exporteure sehen sich weiterhin starker Konkurrenz aus Vietnam in Premiummärkten gegenüber, insbesondere in der EU, wo der vietnamesische Marktanteil – vor allem in Deutschland – dank stabiler Versorgung und EVFTA‑bezogener Zollvorteile zunimmt.
In Europa fungieren die Niederlande hauptsächlich als Gateway und Umlade‑Drehscheibe. Die gemeldeten Cashew‑Verbraucherpreise im Land im August 2026, im Durchschnitt bei rund 7,5 EUR/kg, deuten auf eine komfortable Versorgung in der nachgelagerten Kette hin und begrenzen den Spielraum für deutliche kurzfristige Aufwärtspotenziale bei Kernelimportpreisen, sofern sich die Ursprungsangebote nicht deutlich verteuern.
Fundamentaldaten & Wetter
Die Fundamentaldaten für Rohware sind gemischt. Das Angebot an RCN aus Westafrika hat sich saisonal verknappt, doch Vietnams kumulierte Importe aus Kambodscha und Afrika bleiben historisch hoch, sodass Kernelwerke in Hanoi und anderen Zentren nahezu mit voller Kapazität arbeiten können. Dies begrenzt das unmittelbare Aufwärtspotenzial für Kernelpreise, selbst wenn einige Käufer den Markt mit niedrigeren Geboten testen.
Das Wetter in den nächsten drei Tagen ist weitgehend nicht störend für kurzfristige Cashew‑Ströme. In Neu‑Delhi bleibt es überwiegend bewölkt mit vereinzelten Schauern und Höchsttemperaturen um 32 °C; dies ist typisches Monsunwetter und betrifft eher die lokale Logistik als die Plantagen, die überwiegend im Westen und Süden Indiens liegen. Rund um Hanoi werden heiße, dunstige Bedingungen mit Höchstwerten um 36–38 °C und nur vereinzelten Schauern erwartet; dies kann spätblühende Bäume geringfügig stressen, dürfte die aktuellen exportierbaren Kernelbestände aber kaum beeinflussen. In Dordrecht und dem weiteren niederländischen Hafen‑Korridor wird mildes, schaueranfälliges und windiges Wetter erwartet, ohne wesentliche Auswirkungen auf Lagerhaltung oder Containerabfertigung.
3‑Tage‑Preisprognose & Handelsideen
Kurzfristige Preisrichtung (nächste 3 Tage)
- Vietnam (Hanoi, FOB): WW320 und WW240 dürften in EUR‑Werten in einer engen Spanne von ±1 % bleiben, da Verarbeiter weiteren Abschlägen widerstehen, während die globale Nachfrage noch dünn ist. Bruchgrade könnten leicht festere Gebote von preisbewussten Käufern sehen.
- Indien (Neu‑Delhi, FOB/FCA): Leichter Abwärtsbias von bis zu 1 % in EUR, da exportorientierte Packer ihre Angebote trimmen, um gegenüber Vietnam wettbewerbsfähig zu bleiben, während die inländische Feiertagsnachfrage stärkere Kürzungen verhindert.
- Niederlande (Dordrecht, FCA): Stabile bis leicht weichere Großhandelspreise (Spanne <1 %), da Importeure Sommerbestände räumen; Spotkäufer können weiterhin attraktive Angebote für WW320 und LWP finden.
Handelsausblick
- Röster und Snackhersteller in der EU: Erwägen Sie, den Bedarf für Q4 gestaffelt zu den aktuellen niederländischen FCA‑Niveaus zu decken, insbesondere für WW320 und FS, da die Ursprungspreise in Vietnam erste Anzeichen einer Festigung zeigen, während die Rohwarenkosten erhöht bleiben.
- Käufer in Indien: Für Exportprogramme bietet es sich an, einen Teil des Bedarfs an hochwertigen Graden über vietnamesische Lieferanten abzusichern, wo die Parität in EUR/kg nahe beieinanderliegt, und die Inlandsversorgung für flexible oder weniger spezifizierte Kontrakte zu nutzen.
- Ursprungsverkäufer (VN & IN): Halten Sie Preisdiziplin bei Premium‑Ganzgraden, bleiben Sie jedoch bei Bruchware flexibel, um den Cashflow in einem weiterhin vorsichtigen Nachfragemarkt zu unterstützen.
An den Märkten in IN, VN und NL wird in den nächsten drei Tagen mit Seitwärtsbewegungen in engen Spannen gerechnet, wobei lokale Abschläge vor allem bei kleineren und gebrochenen Graden auftreten dürften und weniger bei den richtungsgebenden Ganzkernel‑Benchmarks.