Zum Hauptinhalt springen
CMB Emblem
CBOT-Hafer gibt wegen Anschlussverkäufen nach, während EU-Kassapreise stabil bleiben

CBOT-Hafer gibt wegen Anschlussverkäufen nach, während EU-Kassapreise stabil bleiben

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

CBOT-Hafer gibt mit schwächeren Getreiden nach, während EU-Futterhafer fest bleibt. Analyse zu Preisen, Angebot-Nachfrage, Schwarzes-Meer-Risiko und Kurzfristausblick Ende Juli 2026.

Die Haferpreise an der CBOT tendieren Ende Juli etwas schwächer, belastet von schwächerem Mais und Sojabohnen, während die Kassapreise für Futterhafer in Europa insgesamt stabil bis fester bleiben, gestützt durch zurückhaltende Bauernverkäufe und komfortable lokale Futtergetreidebestände. Der Hafermarkt handelt derzeit im Schatten der größeren Getreidearten. International konzentrieren sich Risikoaufschläge rund um das Schwarze Meer eher auf Weizenströme als auf kleinere Getreide, und Importeure greifen auf gute heimische Ernten zurück, was die Spot‑Nachfrage begrenzt. An der CBOT sind die Haferkurse bei dünnem Umsatz etwas gefallen und folgen damit Mais und Sojabohnen nach unten, während physische Futterhaferpreise in Nordwesteuropa Robustheit zeigen, da lokale Mühlen ihren Bedarf in der Nähe decken und Landwirte auf dem aktuellen, niedrigeren Niveau Verkaufszurückhaltung zeigen. Das Wetter in den wichtigsten Haferursprungsländern ist uneinheitlich, aber bislang nicht bedrohlich genug, um die reichlichen Altbestände und die insgesamt komfortable Getreidebilanz der EU zu überlagern.

Preise

CBOT-Hafer tendiert leicht schwächer. Der September-2026-Kontrakt wurde zuletzt bei rund 311 US‑Cent/bu gehandelt, etwa 0,5 % unter dem Vortag, bei sehr geringem Umsatz und engen Geld-Brief-Spannen. Der Dezember-2026-Kontrakt notiert am Tag leicht fester bei etwa 328 US‑Cent/bu, während die weiter laufenden 2027–28‑Termine über die Kurve hinweg unter moderatem Druck stehen.

Am europäischen Kassamarkt haben sich deutsche Futterhaferpreise (EXW Drentwede, Futterqualität) insgesamt seitwärts bis leicht fester entwickelt. Aktuelle Indikationen liegen bei rund 0,195 EUR/kg, was etwa 195 EUR/t entspricht, gegenüber rund 179 EUR/t Anfang Juli. Ukrainischer Futterhafer (FCA Odessa) hat sich zuletzt von etwa 0,25 EUR/kg auf rund 0,22 EUR/kg abgeschwächt; dies spiegelt sowohl regionale Logistikrisiken als auch Konkurrenzdruck durch reichlich verfügbare regionale Futtergetreide wider.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

Angebot & Nachfrage

Die globalen Getreidemärkte sind weiterhin gut versorgt, und Hafer bildet hier keine Ausnahme. Importeure in wichtigen Regionen stützen sich derzeit auf ihre eigenen üppigen Ernten bei den Hauptgetreiden, was den Druck mindert, Hafer auf dem Weltmarkt zu beschaffen. Beim Weizen steht die Störung der Tiefsee‑Exporte aus der Ukraine einem weitgehend ungehinderten Exportfluss aus Russland gegenüber, doch dieser Risikoaufschlag hat sich bislang nicht in einer strukturellen Nachfrage nach Hafer niedergeschlagen.

Innerhalb der EU bleibt Hafer zwar ein vergleichsweise kleines Getreide, profitiert aber von einer insgesamt komfortablen Getreidebilanz. Aktuelle EU-Kurzfristausblicke deuten für 2025/26 auf eine steigende Haferproduktion und höhere Endbestände hin, getrieben von einer größeren Anbaufläche und soliden Erträgen. Gleichzeitig wächst der Futterhafereinsatz in der EU stetig parallel zu einem größeren Nutztierbestand, sodass die Nachfrage nach Futterhafer robust bleibt, obwohl das gesamte Getreideangebot reichlich ist.

In Nordamerika prognostizieren offizielle Ausblicke für 2026/27 einen moderaten Rückgang der US-Haferproduktion im Vergleich zu den Vorjahren, doch bleibt die Ernte im Verhältnis zur Inlandsnachfrage ausreichend. Kanada hat die Haferanbaufläche für 2026 um rund 15 % reduziert, was die Exportverfügbarkeit später in der Saison einengen könnte, falls die Erträge enttäuschen; aktuelle Prognosen deuten jedoch weiterhin auf ausreichende Vorräte hin.

Fundamentaldaten & externe Treiber

Haferfutures reagieren derzeit stärker auf externe Signale als auf ihre eigenen Fundamentaldaten. Die Schwäche bei CBOT-Mais und Sojabohnen hat auf Weizen belastend gewirkt und sich auf Hafer übertragen, während höhere Rohölpreise den Getreidemärkten nur begrenzt Unterstützung bieten. Die spekulative Aktivität konzentriert sich weiterhin auf größere Kontrakte wie Euronext-Mahlweizen, bei dem Finanzinvestoren ihre Netto-Long-Positionen zuletzt deutlich erhöht haben, während die Liquidität im Hafer dünn ist und die richtungsweisenden Flüsse relativ gering sind.

Gleichzeitig wird die internationale Getreidenachfrage als verhalten beschrieben. Importeure haben keine Eile, zusätzliche Mengen zu buchen, da sie sich auf gute heimische Ernten und frühere Käufe stützen können. Für Hafer bedeutet dies eine begrenzte zusätzliche Nachfrage von Futtermittelherstellern und Lebensmittelverarbeitern auf der Exportseite. Am EU-Physischen Markt decken Futtermühlen überwiegend nur den kurzfristigen Bedarf, während die Verkaufsbereitschaft der Landwirte auf dem aktuellen Preisniveau sinkt, was die lokalen Kassapreise trotz der weichen Tendenz auf der Terminseite stützt.

Wetterausblick

Die Witterungsbedingungen in den wichtigsten Haferanbaugebieten sind durchmischt, aber derzeit nicht kritisch. In den kanadischen Prärien ist der späte Juli von gegensätzlichen Mustern geprägt: heiße, trockene Phasen in Teilen des südlichen Alberta und Saskatchewan, während zentrale Regionen mit unbeständigen, stürmischen Bedingungen konfrontiert sind. Diese Kombination kann zu lokal variablen Erträgen führen, deutet bislang jedoch nicht auf einen flächendeckenden Produktionseinbruch hin.

Saisonale Ausblicke für Kanada und Nordeuropa signalisieren überdurchschnittliche Temperaturen bei regional unterschiedlich ausfallenden Niederschlägen für den Rest des Sommers. Dies spricht für die Notwendigkeit, mögliche Feuchtedefizite zu beobachten, stützt aber vorerst die Erwartung mindestens durchschnittlicher Hafterträge. Mit dem Erntefortschritt in Europa verlagern sich die Wetterrisiken schrittweise von der Ertragsbildung hin zur Qualität (Hektolitergewicht, Feuchtigkeit), was den Anteil der für die Schälmüllerei gegenüber dem Futterbereich geeigneten Haferpartien beeinflussen könnte.

Handelsausblick (nächste 2–4 Wochen)

  • Futures: Da CBOT-Hafer weiterhin Mais und Sojabohnen folgt und die fundamentale Nachfrage verhalten bleibt, erscheint für nahe Termine eine seitwärts bis leicht abwärts gerichtete Handelsspanne wahrscheinlich, sofern sich die Risiken im Schwarzen Meer nicht deutlich verschärfen oder sich das Wetter in Kanada/Europa nicht deutlich eintrübt.
  • EU-Kassa-Hafer: Die Preise für deutschen und breiter gefasst EU-Futterhafer dürften durch zurückhaltende Bauernverkäufe und stabile Futternachfrage gestützt bleiben. Das Aufwärtspotenzial scheint durch reichlich verfügbare alternative Futtergetreide begrenzt, während die Unterseite nahe den aktuellen Niveaus um 190–200 EUR/t gut abgesichert ist.
  • Einkaufsstrategie: Mischfutterhersteller können erwägen, die Deckung für Q4 2026 und Anfang 2027 bei Rücksetzern schrittweise auszubauen, insbesondere wenn CBOT- und Schwarzes‑Meer‑bezogene Risikoaufschläge die Preise vorübergehend nach unten drücken.
  • Verkaufsstrategie: Erzeuger mit guten Ernteaussichten könnten einen Teil der Produktion 2026/27 bei kursstärkeren Phasen im Zuge allgemeiner Getreidevolatilität absichern, dabei jedoch Flexibilität für witterungsbedingte Qualitäts‑ oder Ertragsrisiken bewahren.

3‑Tage-Richtungsausblick (EUR)

  • CBOT‑gebundene Werte (synthetische EUR): Leichte Abwärtstendenz im Gleichlauf mit den breiteren Getreidemärkten; inner­tägliche Volatilität ist wahrscheinlich, aber es wird in den nächsten drei Sitzungen kein starker Trendimpuls erwartet.
  • Deutscher Futterhafer EXW: Stabil bis leicht fester um 195 EUR/t, da Mühlen den Spotbedarf aufrechterhalten und die Hofverkäufe begrenzt bleiben.
  • Ukrainischer Futterhafer FCA Odessa: Leicht schwächer bis seitwärts um 220 EUR/t vor dem Hintergrund regionaler Logistikunsicherheit und Konkurrenz durch andere Futtergetreide aus dem Schwarzen Meer.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
PREMIUM
KI-Agent
Was treibt aktuell die Chilli-Prämie?
Knappe Guntur-Bestände, feste EU-Exportnachfrage und geringere Andhra-Anlieferungen — volle Analyse in deinem Dashboard.
Frag die CMB-KI zu Preisen, Marktreibern und Handelsströmen — trainiert auf den Daten unserer Redaktion.
KI-Agent öffnen →