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Deutsche Futterhaferpreise geben von jüngsten Höchstständen nach, da neues Ernteangebot zunimmt

Deutsche Futterhaferpreise geben von jüngsten Höchstständen nach, da neues Ernteangebot zunimmt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Die Preise für Futterhafer im Raum Drentwede fallen von den Höchstständen Ende Juli, da der Erntedruck zunimmt, während Risiken am Schwarzen Meer ukrainische Haferexporte eher bremsen als antreiben.

Die Preise für Futterhafer in Drentwede haben sich leicht vom lokalen Höchststand der Vorwoche gelöst. Dies spiegelt das Eintreffen von Ware aus der neuen Ernte sowie eine vorsichtige Nachfrage der Futtermittelkäufer wider. Ukrainische Exporthafer notieren nominell höher, doch die zunehmenden Sicherheitsrisiken rund um Odessa begrenzen die tatsächlichen Exportströme eher, als dass sie die Preise deutlich nach oben treiben. Nach mehreren Handelssitzungen mit Seitwärtsbewegung um 0,195 EUR/kg ab Hof (EXW) Ende Juli sind die Preise für Futterhafer in Norddeutschland bis zum 3. August auf etwa 0,188 EUR/kg EXW gefallen – eine Korrektur von rund 3–4 % gegenüber dem lokalen Hoch. Der Rückgang erfolgt, da der gute Erntefortschritt in Norddeutschland mit einem insgesamt stabilen Angebot an EU-Futtergetreide zusammenfällt. Gleichzeitig begrenzen erneute Störungen der Hafenlogistik in der ukrainischen Region Odessa zwar auf dem Papier den Wettbewerb aus dem Schwarzen Meer, doch die logistische Unsicherheit und Risikoprämien dämpfen die Handelsströme stärker, als dass sie sichtbare Preisspitzen im nahen physischen Hafermarkt auslösen.

Preise

Deutscher konventioneller Futterhafer (max. 14 % Feuchte, EXW Drentwede) wird um 0,188 EUR/kg indiziert, nach 0,195 EUR/kg Ende Juli, liegt damit aber weiterhin über den Niveaus von Mitte Juli um 0,179 EUR/kg. Der Markt bewegt sich damit in einer leicht weicheren, aber im Vergleich zu Monatsbeginn erhöhten Spanne.

Ukrainischer Futterhafer (FCA Odessa) wird nominal um 0,22 EUR/kgreddit.com)

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

Deutschland und die EU insgesamt starten mit einer vergleichsweise komfortablen Haferversorgung in den August, gestützt durch den Produktionsanstieg bei EU-Hafer im Jahr 2024 sowie eine stabile bis leicht nachlassende Futternachfrage. Eurostat-Daten zeigen eine deutlichere Erholung der Haferernte in der EU 2024, wobei Deutschland zu den wichtigsten Treibern des Flächen- und Produktionsanstiegs zählt und die lokalen Märkte damit vor starken Preissprüngen schützt.  

In der Ukraine unterstreichen offizielle Statistiken die anhaltende Rolle des Landes als bedeutender Getreideexporteur, wobei die Landwirtschaft 2024 rund 59 % der Exporterlöse ausmacht. Allerdings haben jüngste intensivierte russische Drohnen- und Raketenangriffe auf Häfen im Großraum Odessa die Lagerkapazitäten reduziert und dazu geführt, dass einige Logistik- und Agrarindustrieunternehmen in der Region ihre Aktivitäten vorübergehend eingestellt haben. Dies verengt das tatsächlich verfügbare Exportangebot, obwohl das Getreideangebot im Binnenland ausreichend ist.  

Wetter & Erntebedingungen (Deutschland, Region DE)

Das Wetter in Norddeutschland, einschließlich Niedersachsen (Raum Drentwede), hat sich nach der starken Winterepisode im Zusammenhang mit dem Sturm Goretti zu Jahresbeginn zuletzt wieder saisonaler stabilisiert. Die aktuellen Bedingungen Anfang August sind im Allgemeinen günstig für die Getreideernte: nur vereinzelte Schauer und moderate Temperaturen unterstützen einen stetigen Haferdrusch und begrenzen Ernteverzögerungen.  

Da in den kommenden Tagen weder eine ausgeprägte Hitzewelle noch anhaltende Niederschläge erwartet werden, dürfte der Erntedruck kurzfristig anhalten. Dies begünstigt betriebliche Verkäufe auf heutigem Preisniveau, zumal Landwirte Lagerkapazitäten für spätere Kulturen freimachen und nach einem witterungsbedingt herausfordernden Winter in Teilen Norddeutschlands Liquidität sichern wollen.

Fundamentaldaten & externe Einflussfaktoren

  • EU-Haferbilanz: Die Erholung der Haferproduktion in der EU im Jahr 2024, insbesondere in Deutschland, hat die regionale Versorgungslage verbessert und den Spielraum für steigende Inlandspreise trotz der breiteren Volatilität bei anderen Getreidearten begrenzt.  
  • Risikoprämie Schwarzes Meer: Russische Angriffe und Sicherheitsvorfälle rund um Odessa haben zeitweise den seeseitigen Getreideverkehr eingeschränkt und Hafenlager beschädigt, was die Versicherungskosten und operativen Risiken für ukrainische Exporte erhöht. Dadurch nimmt der unmittelbare Wettbewerb in Richtung EU ab, bislang äußert sich dies bei Nischenkulturen wie Hafer jedoch eher in Volumenstörungen als in nachhaltigen Preissprüngen.  
  • Konkurrenzgetreide & makroökonomischer Hintergrund: Berichte über sehr niedrige Getreidepreise und finanziellen Druck unter russischen Landwirten, kombiniert mit Ausfuhrzöllen, verdeutlichen ein breiteres Überangebot in Teilen der Region. Dies begrenzt globale Getreiderallys und dämpft indirekt das Aufwärtspotenzial bei EU-Futterhafer, trotz lokaler Logistikengpässe.  

Handelsausblick & 3-Tages-Sicht

  • Für deutsche Käufer: Den aktuellen Rückgang in Richtung 0,188 EUR/kg EXW als Gelegenheit nutzen, die Deckung für den kurzfristigen Futterbedarf moderat zu verlängern. Eine Überdeckung in das vierte Quartal hinein sollte vermieden werden, da die komfortable EU-Haferversorgung und die weiterhin fragile Nachfrage im kurzen Fristfenster nur begrenztes Aufwärtsrisiko erwarten lassen.
  • Für deutsche Verkäufer: Angesichts des Erntedrucks und stabilen Wetters ist mit anhaltendem Widerstand der Käufer oberhalb von 0,19 EUR/kg EXW zu rechnen. Staffelverkäufe bei Erholungen zurück in Richtung der Höchststände der Vorwoche sind in Erwägung zu ziehen, insbesondere wenn lokale Lagerhäuser und Mischfutterwerke von einer guten Deckung bei anderen Futtergetreiden berichten.
  • Für Importeure mit Blick auf die Ukraine: Ukrainische Haferangebote über Odessa sind mit Vorsicht zu betrachten: Preisindikation um 0,22 EUR/kg FCA kompensiert die erhöhten Logistik- und Sicherheitsrisiken möglicherweise nicht vollständig. Alternative EU-Herkünfte bleiben für nahe Lieferfenster strategisch die sicherere Option.  

3-Tages-Richtungstendenz (Region DE):

  • Deutschland (Drentwede, EXW): Leicht weicher bis seitwärts. Erntedruck und stabiles Wetter sprechen für eine enge Spanne um 0,185–0,19 EUR/kg, mit begrenztem Spielraum für eine unmittelbare Erholung.
  • Ukraine (Odessa, FCA): Nominal stabil um 0,22 EUR/kg, jedoch mit zunehmendem Risiko von Durchführungsproblemen und möglichen weiteren Versandstopps, falls sich die Sicherheitslage verschlechtert.
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Live-Chart
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