Deutsche Futterhaferpreise stabil, da Schwarzmeer-Risiken den Markt stützen
Deutsche Futterhaferpreise bleiben bei rund 0,195 EUR/kg stabil, da die EU-Bestände komfortabel sind, während Exportrisiken im Schwarzmeerraum und stabiles Wetter den Markt stützen.
Preise
Jüngste Abschlüsse für konventionellen Futterhafer in Niedersachsen deuten auf einen flachen Markt bei etwa 0,195 EUR/kg EXW Drentwede hin, unverändert seit dem 31. Juli 2026 und rund 0,016 EUR/kg über den Niveaus von Mitte Juli (etwa +9 %). Ukrainischer Futterhafer ab Odessa FCA wird um 0,22 EUR/kg indiziert, nach einer leichten Abwärtsanpassung Ende Juli, als die Exportrisiken zunahmen, die Nachfrage nach alternativen Herkünften in der EU jedoch robust blieb.
Angebot & Nachfrage
Die Fundamentaldaten für Hafer in der EU bleiben relativ komfortabel. Im jüngsten USDA-Bericht zu Getreide und Futtermitteln in der EU wird die EU-Haferproduktion 2026/27 auf rund 8,0 Millionen Tonnen geschätzt, nur geringfügig unter der starken Ernte 2025/26, bei Endbeständen, die mit etwa 1,3 Millionen Tonnen weiterhin historisch hoch sind – ein Hinweis darauf, dass es in der Union keinen strukturellen Mangel gibt. Dies federt den Markt gegen starke Preisspitzen ab, trotz der anhaltenden Störungen im Schwarzmeerraum.
Gleichzeitig verknappen die Risiken im Schwarzmeerraum die effektiv verfügbare Exportmenge aus der Ukraine. Ankünfte von Handelsschiffen in ukrainischen Schwarzmeerhäfen, darunter Odessa, wurden Berichten zufolge nach intensivierten Angriffen vorübergehend ausgesetzt, was einen wichtigen landwirtschaftlichen Exportkorridor stört. Zusätzliche Berichte dieser Woche heben erneute russische Angriffe auf Handelsschiffe und Hafeninfrastruktur rund um Odessa hervor, was das Vertrauen in stabile Ausfuhren weiter untergräbt. Obwohl Hafer nur einen geringen Anteil im ukrainischen Getreidemix ausmacht, unterstützt jede Reduktion der gesamten Getreideexporte die EU-Futterpreise, da die regionale Nachfrage umgelenkt wird.
Wetter & Feldbedingungen (Deutschland, DE)
In Drentwede und den umliegenden Regionen Niedersachsens deutet die kurzfristige Prognose auf eine kurze Phase starker Hitze, gefolgt von einer deutlichen Abkühlung hin. Heute, am 4. August, sollen die Temperaturen mit einer bestehenden Hitzewarnung nahe 34 °C ihren Höchststand erreichen, bevor sie am 5. August mit Regen auf rund 30 °C und am 6. August bei frischerem, weniger feuchtem Wetter auf etwa 24 °C fallen.
Dieses Muster dürfte Hafer nicht wesentlich schädigen, könnte aber die Feldarbeiten in den heißesten Stunden vorübergehend verlangsamen. Die anschließende kühlere, trockenere Phase sollte den Erntefortschritt und die Kornqualität begünstigen. Insgesamt ist das Wetter in Norddeutschland neutral bis leicht unterstützend für das Haferangebot und rechtfertigt derzeit keine ausgeprägte Wetterprämie in den lokalen Preisen.
Fundamentaldaten & Markttreiber
- Komfortable EU-Bilanz: Die prognostizierte EU-Haferproduktion von nahe 8,0 Millionen Tonnen und erhöhte Endbestände von über 1,3 Millionen Tonnen bieten einen soliden Puffer gegen Angebotsschocks und begrenzen das Aufwärtspotenzial der Preise, solange keine gravierenden Wetter- oder Politiküberraschungen eintreten.
- Risikoprämie Schwarzmeerraum: Jüngste Angriffe auf Schiffe und Hafeninfrastruktur rund um Odessa sowie die vorübergehende Aussetzung von Handelsschiff-Ankünften schwächen das Vertrauen in ukrainische Getreideexporte und unterstützen indirekt die EU-Futtergetreide- und Haferpreise durch eine verknappte regionale Verfügbarkeit und Risikoprämien.
- Relative Preiswettbewerbsfähigkeit: Deutscher Futterhafer um 0,195 EUR/kg bleibt, unter Berücksichtigung von Fracht- und Risikokosten, etwas günstiger als ukrainische FCA-Angebote ab Odessa und unterstützt damit die Inlandsnachfrage und begrenzt das Abwärtspotenzial der deutschen Ab-Hof-Notierungen.
- Unterstützung durch andere Getreide: Breitere Getreidemärkte, insbesondere Weizen, haben in den letzten Wochen mit höheren Preisen auf die eskalierenden Spannungen im Schwarzmeerraum reagiert, was die Futterhaferpreise durch Substitution in Futterrationen und über allgemeine Futterkosten-Benchmarks tendenziell stützt.
Handelsausblick (nächste 1–2 Wochen)
- Für Käufer (Mischfutterwerke, Händler): Eine Eindeckung des kurzfristigen Bedarfs zu den aktuellen Niveaus von etwa 0,19–0,20 EUR/kg EXW in Norddeutschland ist zu erwägen, da das Abwärtspotenzial begrenzt erscheint, solange die Schifffahrt im Schwarzmeerraum gestört bleibt und das Erntewetter überwiegend neutral ist.
- Für Verkäufer (Landwirte, Erfassungshandel): Angesichts lokaler Preise nahe der letzten Hochs und reichlicher EU-Bestände sind schrittweise Verkäufe in die Stärke hinein ratsam, während ein Teil der Menge zurückgehalten werden kann, um von möglichen zusätzlichen, risikogetriebenen Preisspitzen bei weiterer Eskalation der Spannungen im Schwarzmeerraum zu profitieren.
- Risikomanagement: Entwicklungen hinsichtlich der Sicherheit in ukrainischen Häfen und möglicher neuer Beschränkungen für die Schifffahrt im Schwarzmeerraum sollten genau beobachtet werden, da diese sich rasch auf Futtergetreidepreise auswirken können; der Einsatz von Vorwärtskontrakten oder Spreads gegenüber Weizen/Gerste ist, wo verfügbar, in Betracht zu ziehen.
3‑Tage-Regionale Preisindikation (Deutschland, DE)
- Deutschland – Niedersachsen (EXW Futterhafer): Die Preise dürften in den nächsten drei Handelstagen (4.–6. August 2026) in einer engen Spanne um 0,19–0,20 EUR/kg verharren. Die Kombination aus stabiler lokaler Versorgung, neutralem Wetter und anhaltender Unsicherheit im Schwarzmeerraum spricht eher für eine seitwärts bis leicht feste Tendenz als für eine ausgeprägte Korrektur.