Deutsche Roggenpreise bleiben stabil, da trockenes Juliwetter Abwärtsrisiken begrenzt
Die Preise für Futterroggen in Deutschland bleiben Anfang Juli mit rund 179 EUR/t fest, da trockenes Wetter die Ertragsperspektiven begrenzt und das Abwärtspotenzial trotz neuer Erntezugänge eindämmt.
Prices
Spot-Futterroggen ab Hof (EXW) Norddeutschland wird mit rund 179 EUR/t indiziert, unverändert gegenüber den letzten Handelstagen und im Einklang mit einem weitgehend ausgeglichenen Nahfragemarkt. Regionale Berichte aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein zeigen Futterroggen im mittleren bis hohen Bereich der 170 EUR/t-Spanne, mit nur marginalen Veränderungen im Wochenvergleich.
EU-Referenzdaten für Futterroggen in Hamburg zeigen Ende Juni Notierungen um 177 EUR/t und bestätigen damit die stabile Tendenz zum Monatswechsel. Ukrainischer Roggen FOB Schwarzmeer bleibt gegenüber deutscher Herkunft im Abschlag, aber Frachtkosten, Risikoprämien und Qualitätsdifferenzen verringern die effektive Spanne für Ankünfte im deutschen Binnenmarkt.
*Umrechnung in EUR/t; effektive Kosten nach Deutschland sind nach Fracht und Risikoprämien höher.
Supply & Demand
Für 2025/26 wird ein moderat höheres Roggenangebot in Deutschland im Jahresvergleich erwartet. Offizielle und marktseitige Prognosen deuten auf leichte Produktionszuwächse in Deutschland und Frankreich hin, den führenden Roggenproduzenten der EU. Roggen bleibt jedoch eine vergleichsweise kleine Kultur innerhalb des Getreidekomplexes, sodass bereits moderate witterungsbedingte Ertragseinbußen die regionale Versorgungslage deutlich verknappen können.
EU-Exportstatistiken weisen Deutschland als bedeutenden Roggenexporteur innerhalb der Union aus, mit Ausfuhren von rund 69.000 t im letzten vollständigen Vermarktungsjahr, ergänzt durch Mengen aus Polen und den baltischen Staaten. Dieser Exportkanal bildet eine Preisuntergrenze, wenn die inländische Futtergetreidenachfrage nachlässt. Derzeit scheinen Mischfutterhersteller gut gedeckt zu sein; eine spürbare Umstufung von Weizen oder Gerste in die Futterverwendung könnte Roggen später in der Saison jedoch teilweise verdrängen.
Weather & Crop Conditions
Aktuelle Berichte heben eine zunehmende Trockenheit in Teilen Deutschlands Anfang Juli hervor, wobei insbesondere östliche und einige südliche Regionen bereits unter deutlichem Feuchtestress stehen. Während nördliche Bundesländer wie Niedersachsen mit einer besseren Bodenfeuchte in die Saison gestartet sind, verlief der Juli bislang trockener als üblich, und die Prognosen sehen in den kommenden Tagen eher vereinzelte, lokal kräftige Schauer als flächendeckende Landregen.
Regionale Bauernverbände und Medien in Niedersachsen sprechen von Erwartungen an eine im Großen und Ganzen durchschnittliche Getreideernte, betonen jedoch, dass die endgültigen Erträge von Regen in den kommenden Tagen und Wochen abhängen werden. Beim Roggen, der häufig auf leichteren, sandigeren Böden steht, könnte anhaltende Trockenheit bis Mitte Juli das Korngewicht und das Hektolitergewicht schmälern, den Anteil höherwertiger Partien begrenzen und damit Prämien für Futterroggen stützen.
Fundamentals & External Drivers
Im weiteren deutschen Getreidekomplex zeigen jüngste Marktberichte verschiedener Landwirtschaftskammern der Länder zum Monatswechsel nur moderate Preisbewegungen bei Weizen, Gerste und Roggen, was auf einen insgesamt ruhigen Erntebeginn hindeutet. EU-Preisübersichten für Getreide bestätigen ebenfalls stabile bis leicht nachgebende Futterroggen-Notierungen bis Ende Juni, ohne starke Korrektur im Vorfeld der Haupternte.
Auf externer Seite bleiben die Getreideflüsse aus dem Schwarzmeerraum durch anhaltende Sicherheitsvorfälle in der weiteren Region beeinträchtigt, darunter jüngste Drohnenangriffe auf Schiffsvermögen, was Fracht- und Versicherungskosten für ukrainische Exporte erhöht. Alternative Routen über die Donau und den Landweg halten zwar einen Teil der ukrainischen Getreideexporte in Bewegung, doch logistische Reibungen verringern die Wahrscheinlichkeit eines starken Roggenzuflusses nach Deutschland mit tiefen Abschlägen im unmittelbaren Erntefenster.
Short-Term Outlook & Trading Ideas
- Preisrichtung (1–2 Wochen): Leicht fester bis seitwärts. Trockenes Juliwetter und nur durchschnittliche Ertragsperspektiven dürften den üblichen Erntedruck größtenteils kompensieren.
- Futtereinkäufer: Erwägen Sie, die Deckung bei Rücksetzern unter etwa 175 EUR/t EXW moderat bis ins 4. Quartal 2026 auszudehnen, da Witterung und Exportnachfrage den Markt später in der Saison verengen könnten.
- Erzeuger: Bei Spotpreisen um 179 EUR/t und weiterhin nach unten gerichteten Ertragsrisiken erscheint eine gestaffelte Vermarktungsstrategie sinnvoll, beginnend mit einem Minderheitsanteil der erwarteten Erntemenge.
- Händler: Beobachten Sie die Basisrelationen gegenüber Hamburg und Schwarzmeerangeboten; die aktuellen Differenzen deuten auf begrenztes Abwärtspotenzial hin, solange sich die Feuchtesituation in der EU und in Deutschland nicht klar verbessert.
3-Day Regional Price Indication (Germany)
- Northern Germany (EXW, feed rye): 175–182 EUR/t, in den nächsten drei Handelstagen weitgehend stabil erwartet, mit nur geringer Intraday-Volatilität.
- Western Germany (ex‑farm indications): Typischerweise einige Euro über den norddeutschen Notierungen; kurzfristig keine starken Impulse für einen Bruch unter 175 EUR/t erkennbar.
- Imported Black Sea (CIF N. Germany, rye equivalent): Auf dem Papier weiterhin nominell günstiger, aber faktisch durch Frachtkosten und Risiko begrenzt; kurzfristig begrenzter Preiseinfluss auf das deutsche Binnenmarktniveau.