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Deutscher Roggen stabil, da Ernte naht und Hitzewelle sich aufbaut

Deutscher Roggen stabil, da Ernte naht und Hitzewelle sich aufbaut

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Deutsche Roggenpreise liegen mit rund 178 EUR/t stabil, während heißes, trockenes Wetter in Norddeutschland das frühe Ernterisiko bestimmt und den Markt im Gleichgewicht hält.

Die Preise für deutschen Roggen halten sich stabil, während der frühe Erntebeginn näher rückt. Heißes, trockenes Wetter in Norddeutschland entwickelt sich zum wichtigsten kurzfristigen Risiko für Ertrag und Qualität. Physischer Roggen in Norddeutschland handelt seitwärts, mit begrenzter Liquidität, da Landwirte die Erntevorbereitung priorisieren und auf klarere Ertragssignale warten. Eine anhaltende Hitzeperiode über Niedersachsen und weiten Teilen Norddeutschlands, mit im Binnenland erwarteten Temperaturen von bis zu rund 31 °C bis Mitte Juli, beschleunigt das Abreifen des Getreides und schürt Sorgen um Hektolitergewicht und Eiweißgehalt, falls Schauer rar bleiben. Die Futtergetreidenachfrage ist stabil, da die Margen in der Tierhaltung von relativ günstigen Getreidepreisen und festen Schweine- und Geflügelpreisen profitieren, während die Strohmärkte in Deutschland feste Notierungen zeigen und die angespannten Futter- und Einstreubedingungen bestätigen.

Preise

Deutscher Futterroggen (ab Hof / ab Werk Norddeutschland) ist mit rund 0,18 EUR/kg beziehungsweise etwa 180 EUR/t weitgehend stabil, verglichen mit Ende Juni, als das Niveau bei rund 175–183 EUR/t lag. Das seit Anfang Juli flache Kursbild spiegelt ein Gleichgewicht zwischen moderatem Erntedruck und zurückhaltenden Käufen der Endverbraucher wider. Übersee-Angebote für Schwarzmeer‑Roggen liegen in Euro gerechnet weiterhin deutlich günstiger, doch Logistik- und Qualitätsrisiken halten die inländischen deutschen Preise auf einem Prämienniveau.

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Im Vergleich zu anderen Getreidearten bleibt Roggen auf Tonnenbasis mit einem Abschlag gegenüber Weizen und Gerste bewertet, was seinen Einsatz in Futterrationen dort unterstützt, wo er verfügbar ist. Die Aktivität bei EU‑Terminkontrakten ist angesichts des kleinen Kontraktmarktes für Roggen minimal, sodass die Preisfindung weiterhin von lokalen physischen Geboten und Angeboten dominiert wird.

Angebot & Nachfrage

Die Ernte der Wintergetreide in Norddeutschland und den angrenzenden Regionen hat aufgrund der warmen, trockenen Witterung Ende Juni und Anfang Juli etwas früher als im Durchschnitt begonnen. Offizielle Stellen und Beratungsdienste in norddeutschen Bundesländern berichten, dass die Getreideernte nun im Gange ist und sich unter der aktuellen Hitze rasch beschleunigen könnte. Speziell beim Roggen bleiben Deutschland und Polen die dominierenden Produzenten in der EU, wobei Deutschland zudem ein wichtiger Exporteur innerhalb der EU und in Drittländer in Nordafrika und dem Nahen Osten ist.

Auf EU‑27‑Ebene zeigen die kumulierten Roggenhandelsdaten für die laufende Saison 2025/26 moderate, aber stetige Exportmengen, was dem Nischenstatus von Roggen im Vergleich zu Weizen und Mais entspricht. Aktuelle EU‑Überwachungsdaten deuten darauf hin, dass die kumulierten Roggenexporte 2025/26 über dem Vorjahresniveau liegen, was eine anhaltende Nachfrage aus der Futter- und Nischenmüllereibranche signalisiert. In Deutschland halten Futtermittelhersteller den Roggenanteil in den Rationen flexibel und setzen ihn je nach regionaler Verfügbarkeit in Konkurrenz zu Gerste und Mais ein. Der anhaltende Konflikt im Schwarzen Meer wirkt sich weiterhin auf die ukrainische Getreidelogistik aus, doch in den vergangenen Monaten waren die Exportströme über das Schwarze Meer und alternative Routen relativ stabil, was eine extreme Verknappung der EU‑Roggenbilanzen begrenzt.

Wetter & Bestandsentwicklung (DE)

Wetter ist der zentrale kurzfristige Treiber für den deutschen Roggenmarkt. Prognosen für Niedersachsen und Norddeutschland deuten auf eine anhaltende Hitzeperiode bis Mitte Juli hin, mit Tageshöchstwerten um 28–31 °C und sehr geringen Niederschlägen. Dieses Muster beschleunigt die Abreife und unterstützt eine schnelle Ernte, erhöht jedoch auch das Risiko von Ausdarrung und niedrigerem Hektolitergewicht, insbesondere auf leichten Böden und Schlägen, die bereits unter Frühjahrstrockenheit litten. Berichte aus mitteldeutschen Regionen wie Sachsen‑Anhalt heben hervor, dass die jüngste Trockenheit Erträge und Qualität bei mehreren Kulturen bereits unter Druck gesetzt hat.

Hält das heiße, trockene Wetter über die kommende Woche hinaus ohne flächendeckende Schauer an, könnten die frühen Ertragserwartungen für Roggen in Norddeutschland nach unten revidiert werden, was die Preise stützen oder zumindest einen typischen Ernterückgang verhindern dürfte. Kehrt hingegen später im Juli kühleres, schaueranfälligeres Wetter zurück, würden sich Qualitätsrisiken entspannen und zusätzliche Verkaufsaktivität seitens der Landwirte auslösen können, insbesondere dort, wo die Lagerkapazitäten auf den Betrieben begrenzt sind.

Fundamentaldaten & Signale aus anderen Märkten

Die Signale aus dem breiteren Getreide‑ und Ölsaatenkomplex sind moderat unterstützend. Rapspreise an der Euronext liegen weiterhin deutlich über ihren Vorernte‑Tiefs, gestützt durch knappe Altbestände und unsichere Neuernteerträge. Dies begrenzt das Abwärtspotenzial bei Nebenprodukten im Futtermittelsektor und hält das Interesse der Mischfutterhersteller an relativ günstigem Getreide wie Roggen aufrecht. Gleichzeitig stützen widerstandsfähige Schweine- und Geflügelsektoren in der EU eine stabile Nachfrage nach energiereichen Futtermitteln, wobei jüngste Ferkel- und Schlachtschweine­notierungen in Nordwesteuropa fest geblieben sind.

Die Strohpreise liegen in ganz Deutschland im Vergleich zu historischen Durchschnittswerten weiterhin erhöht, was knappe Verfügbarkeiten nach vorangegangenen Trockenjahren und eine starke Nachfrage aus Tierhaltung und Biogasanlagen widerspiegelt. Gutes Roggenstroh ist damit ein wertvolles Nebenprodukt, sodass einige Anbauer Roggen trotz moderater Körnerpreise in ihrer Fruchtfolge priorisieren. Insgesamt wirken die Fundamentaldaten für Roggen ausgeglichen: Es zeichnet sich kein klares Überangebot ab, aber ebenso wenig gibt es derzeit Hinweise auf einen gravierenden Mangel zum jetzigen Stand der Ernte.

3‑Tage‑Ausblick & Handelsmeinung (DE)

Preisausblick, nächste 3 Tage (Deutschland, ab Werk nördliche Regionen)

  • Richtung: Weitgehend seitwärts, mit leichtem Aufwärtspotenzial, falls die Hitze anhält und erste Ertragsmeldungen enttäuschen.
  • Indikative Spanne: 175–182 EUR/t für Futterroggen, 14 % Feuchte, je nach Standort und Partiefgröße.
  • Liquidität: Geringe Verkäufe der Erzeuger vor den ersten Ernteergebnissen; Endverbraucher kaufen auf Sicht.

Handelsempfehlungen

  • Futtereinkäufer (Deutschland): Kurzfristigen Bedarf bei Rücksetzern in Richtung 175 EUR/t abdecken, aber keine Überdeckung eingehen, solange keine belastbareren Erntezahlen vorliegen.
  • Erzeuger: Eine erste Teilmenge einpreisen, falls lokale Gebote 180 EUR/t testen oder übersteigen, insbesondere für Partien mit überdurchschnittlichem Hektolitergewicht; für den Rest flexibel bleiben, falls Witterungsprobleme den Markt verknappen.
  • Händler: Frühe Qualitätsresultate genau verfolgen; Prämien für Roggen mit hohem spezifischem Gewicht könnten sich rasch ausweiten, falls Hitzeschäden sichtbar werden.

Angesichts der aktuellen meteorologischen Prognosen und fehlender Anzeichen für ein ausgeprägtes Überangebot dürften die Preise für deutschen Roggen in den kommenden drei Tagen in einer engen Spanne handeln, wobei wetterbedingte Schlagzeilen die wichtigste Quelle kurzfristiger Volatilität bleiben.

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