EU-Futterhafer bleibt stabil, deutscher Kassamarkt unverändert
Knappes Update August 2026: Deutsche und EU-Futterhaferpreise bleiben stabil, da die Ernte fast abgeschlossen ist, Bestände hoch bleiben und das Wetter einen Seitwärtstrend stützt.
Preise
EU-Futterhafer-Referenzpreise in Hamburg werden für August 2026 mit rund 175–180 EUR/t angegeben, im Monatsvergleich leicht niedriger, in den letzten Tagen jedoch im Wesentlichen unverändert, was auf einen kurzfristig ausgeglichenen Markt hindeutet. Ukrainischer Futterhafer für den Export über Odessa bleibt international wettbewerbsfähig, doch jüngste Indikationen zeigen keine weiteren Rückgänge im Wochenvergleich, was darauf hindeutet, dass Verkäufer auf dem aktuellen Niveau weiteren Abschlägen widerstehen.
Vor diesem Hintergrund folgen die deutschen Binnenkassapreise für Futterhafer dem EU-Benchmark und sind seit Mitte August weitgehend unverändert, was darauf schließen lässt, dass der jüngste Erntefortschritt und lokale Anlieferungen bereits eingepreist sind. Regionale Futterberichte aus westdeutschen Bundesländern beschreiben ebenfalls einen ruhigen Hafermarkt mit stabilen Notierungen, da die Aufmerksamkeit stärker auf Mais und Proteinfuttermittel gerichtet ist.
Angebot & Nachfrage
Aktuelle regionale Ernteberichte aus Norddeutschland zeigen, dass Sommergetreide, einschließlich Hafer, nur geringfügig unter dem langjährigen Ertragsdurchschnitt liegt und damit eine insgesamt ausreichende heimische Ernte bestätigt, trotz einiger regionaler Unterschiede. Gleichzeitig berichten europäische Mühlen weiterhin von Schwierigkeiten bei der Beschaffung hochwertiger, mühlenfähiger Haferqualitäten, was einen größeren Teil der Ernte in den Futterkanal verschiebt und das Futterangebot erhöht.
Über Deutschland hinaus bleibt Hafer in der EU nach der starken Ernte 2025 strukturell im Überschuss, mit weiterhin hohen Beständen und voraussichtlich anhaltend aktiven Exporten aus nordeuropäischen Mitgliedstaaten. Dass Haferfuttermittel aus Lettland nach Irland exportiert werden, wo inländischer Hafer Berichten zufolge nur schwer Absatz findet, unterstreicht das komfortable Versorgungsbild für Futterzwecke in Nordwesteuropa.
Auf der Nachfrageseite konzentrieren sich Mischfutterhersteller in Deutschland und den Nachbarländern angesichts der erhöhten Preisvolatilität im breiteren Futterkomplex, die mit Risiken im Schwarzmeerraum und Angebotsbedenken in Südamerika zusammenhängt, auf Mais, Gerste und Sojaschrot. Dies begrenzt die Substitution hin zu Hafer, hält das Verbrauchswachstum moderat und verstärkt den leicht bärischen Grundton in der Haferbilanz.
Wetter & Bestandsbedingungen (Fokus DE)
Die Kurzfristprognose für Drentwede und die weitere Region Niedersachsen zeigt vom 25.–27. August überwiegend trockenes und warmes bis heißes Wetter mit Tageshöchstwerten um 25–30°C und nur geringer bis mäßiger Regenwahrscheinlichkeit. Solches Wetter ist vorteilhaft für den Abschluss der verbleibenden Haferernte und für die Trocknung nach der Ernte und unterstützt damit die Getreidequalität und Logistik.
Bisher war die deutsche Vegetationsperiode 2026 durch im Allgemeinen ausreichende Bodenfeuchte und nur episodische Hitze gekennzeichnet, was zu annähernd durchschnittlichen Erträgen bei den meisten Getreidearten führte und größere witterungsbedingte Angebotsschocks verhinderte. In den kommenden Tagen sind keine gravierenden Störereignisse angezeigt, sodass vom Wetter kurzfristig kaum neue bullische Impulse für Hafer zu erwarten sind.
Markttreiber & Fundamentaldaten
- Hohe EU-Bestände: Erhöhte Haferbestände nach der großen Ernte des Vorjahres lasten weiterhin auf dem Markt und begrenzen Aufwärtsbewegungen der Spotpreise.
- Futter- vs. Nahrungsmittelverwendung: Mühlen berichten von knapperer Verfügbarkeit bei Premium-Mahlhafer, doch verlagert dies vor allem Volumen in den Futtersektor, ohne das Gesamtangebot deutlich zu verknappen.
- Internationale Ströme: Der Handel mit Hafer-Nebenprodukten, wie lettischem Haferfutter, das nach Irland geliefert wird, bestätigt, dass überschüssiges Material innerhalb der EU weiterhin nach Absatzmöglichkeiten sucht.
- Konkurrenz durch andere Futtergetreide: Die Stärke bei Mais und Sojaschrot im Zusammenhang mit Risiken im Schwarzmeerraum und in Südamerika hält die Rationen auf diese Komponenten fokussiert und begrenzt die zusätzliche Nachfrage nach Hafer.
Handelsausblick (nächste 3–5 Tage)
- Für Käufer (Mischfutterhersteller, Viehbetriebe): Es bietet sich an, nur auf Sicht einzudecken; reichliches regionales Angebot und eine ruhige Nachfrage sprechen für Geduld, mit der Chance, bei einer Entspannung der breiteren Futtermärkte zu ähnlichen oder leicht niedrigeren Preisen zu kaufen.
- Für Verkäufer (Landwirte, Landhändler): Bei nahezu abgeschlossener Ernte und unterstützendem Wetter ist das Halten moderater Bestände vertretbar, das Aufwärtspotenzial bleibt jedoch begrenzt; Staffelverkäufe bei kurzlebigen, von Stärke in anderen Futtergetreiden getriebenen Aufwärtsbewegungen bieten sich an.
- Für Händler: Die Basiskomponenten in Norddeutschland dürften stabil bleiben; Chancen ergeben sich vor allem in Logistik und Arbitrage zwischen dem deutschen Binnenmarkt und Ursprungspunkten an Ostsee/Schwarzmeer, weniger in deutlichen Bewegungen des absoluten Preisniveaus.
3‑Tage-Preistendenz nach Region (DE)
- Norddeutschland (ab Hof / EXW): Seitwärts, mit leichtem Abwärtsrisiko bei weiter schwächeren Mais- und Gerstenpreisen.
- Hamburger Exportkorridor: Seitwärts bis geringfügig schwächer, da die Exportnachfrage stabil, aber unspektakulär ist.