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Haferfutures geben nach starker Rallye nach, während sich der EU-Kassamarkt behauptet

Haferfutures geben nach starker Rallye nach, während sich der EU-Kassamarkt behauptet

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

CBOT-Haferfutures konsolidieren nach einer starken Rallye im August, während Kassapreise für Futterhafer in Deutschland und der Ukraine stabil bleiben. Ausblick, Treiber und kurzfristige Hinweise.

CBOT-Haferfutures korrigieren nach einem Anstieg im August nach unten, während die Kassapreise für Futterhafer in Deutschland und der Ukraine stabil bleiben – ein Hinweis darauf, dass sich der Markt eher konsolidiert als einbricht. Nach einer starken Aufwärtsbewegung im August verzeichnen Haferkontrakte an der CBOT moderate Long-Liquidationen und technische Gewinnmitnahmen. Der nächstfällige Dezemberkontrakt 2026 gibt zwar nach, notiert aber weiterhin deutlich über den Niveaus von Anfang August. In Europa bewegen sich Futterhaferpreise in Deutschland und der Ukraine seit Wochen seitwärts, was darauf hindeutet, dass physisches Angebot und Nachfrage derzeit gut ausbalanciert sind. Witterungsrisiken in wichtigen nordamerikanischen Anbauregionen bleiben im Blick, doch momentan verarbeitet der Markt die vorherigen Gewinne und bewertet die künftige Nachfrage aus Futter- und Lebensmittelsektor neu.

Preise

CBOT-Haferfutures haben in der letzten Sitzung nachgegeben, die vorderen Kontrakte liegen tagessaldierend etwa 1–1,5 % im Minus. Der September 2026 schloss zuvor nahe 347,5 US¢/bu und wird aktuell um 342,5 US¢/bu indiziert, während der Dezember 2026 nahe 368,5 US¢/bu taxiert wird – beide rund 5 Cent schwächer zum Vortag. Im Wochenvergleich zeigen sich gegenüber Anfang August weiterhin deutliche Zugewinne, was bestätigt, dass die jüngste Bewegung eher eine Korrektur innerhalb eines Aufwärtstrends als eine Trendwende darstellt. Die Umsätze bleiben im Vergleich zu größeren Getreidemärkten dünn, was die prozentualen Tagesschwankungen verstärken kann.

Am physischen Markt zeigen jüngste Offerten für nicht-biologischen Futterhafer in Deutschland (EXW Drentwede) und der Ukraine (FCA Odessa) stabile Indikationen um 0,19–0,195 EUR/kg in der zweiten Augusthälfte und Anfang September, ohne Veränderung gegenüber den letzten Notierungen. Umgerechnet in eine grobe Scheffeläquivalenz liegt dieser Kassamarkt in etwa im Einklang mit der erhöhten Futuresstruktur nach Währungs- und Frachtanpassungen. Das Ausbleiben neuer richtungsweisender Bewegungen bei den EU-Kassapreisen unterstreicht, dass die Schwäche bei den Futures in erster Linie technisch bedingt ist.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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*Indikative Umrechnung auf Basis einer groben EUR/USD-Annahme; nur zur Orientierung.

Angebot & Nachfrage

Auf der Angebotsseite wird für Kanada 2026 eine geringere Haferfläche als im Vorjahr gemeldet, was den Wettbewerb mit anderen Sommerungen widerspiegelt. Allerdings hat ein überwiegend kühles und feuchtes Frühjahr das Ertragspotenzial gestützt und damit die Auswirkungen der Flächenreduktion teilweise kompensiert. Wetterdienste signalisieren nun für Teile der kanadischen Prärien einen Übergang zu wärmeren, trockeneren Bedingungen im Verlauf des September, was bei anhaltender Hitze die Ertragserwartungen in der Spätphase schmälern könnte. Derzeit liegen jedoch keine klaren Hinweise auf ein größeres Produktionsdefizit vor.

In der Europäischen Union bleibt die Haferfläche historisch hoch, wenn auch leicht unter Vorjahresniveau, da die Rentabilität im Vergleich zu anderen Sommergetreiden attraktiv geblieben ist. Der inländische Futterverbrauch dürfte etwas nachgeben und damit zusätzliche Mengen für innergemeinschaftliche und Exportkanäle freisetzen. Da in den wichtigsten Produzenten der Nordhalbkugel kein akuter Angebotsschock erkennbar ist, dreht sich der aktuelle Markt eher um Verteilung und Qualität als um echte Knappheit; lokale Überschüsse oder logistische Engpässe können dennoch zu regionaler Basisvolatilität führen.

Fundamentaldaten & Wetter

Fundamental scheint die jüngste Rallye bei den Futures eher mit der Stärke in breiteren Getreide- und Ölsaatenmärkten sowie spekulativem Interesse an kleineren Kontrakten zusammenzuhängen, als mit einem spezifischen Hafer-spezifischen Schock. Das Open Interest in den wichtigsten Haferfuturesmonaten ist begrenzt, wodurch die Preise anfällig für überproportionale Bewegungen sind, wenn Händler ihre Positionen anpassen. Die derzeit leichte Backwardation von den nahen zu den mittelfristigen Fälligkeiten spiegelt eine moderate Sorge um die kurzfristige Verfügbarkeit wider, preist aber noch kein strukturelles Defizit ein.

Aus Wettersicht deuten Prognosen für Anfang September auf anhaltende Spätsommerwärme über weiten Teilen der kanadischen Prärien und der nördlichen US Plains hin, nach einer früheren Phase verbesserter Bodenfeuchte. Halten sich hohe Temperaturen und bleiben die Niederschläge hinter den Erwartungen zurück, lässt sich ein gewisser Stress für später reifende Haferbestände nicht ausschließen, insbesondere auf leichteren Böden. Derzeit stützen diese Risiken die Preise eher am Rand, statt ausgeprägt bullisch zu wirken, rechtfertigen aber eine gewisse Wetterprämie in den nahen Kontrakten.

Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen

In den kommenden Tagen dürfte der Hafermarkt weiter von Schlagzeilen und technischen Faktoren getrieben bleiben, wobei die relativ geringe Liquidität Bewegungen verstärkt. Solange sich die breiteren Getreidemärkte fest zeigen, sollte Hafer eine grundlegende Unterstützung behalten, auch wenn nach den jüngsten Gewinnen zusätzliche Gewinnmitnahmen nicht auszuschließen sind. Stabile EU-Kassapreise deuten darauf hin, dass das Abwärtsrisiko bei physischen Werten kurzfristig begrenzt ist, sofern es nicht zu einer deutlichen Korrektur bei konkurrierenden Futtergetreiden kommt.

  • Erzeuger (Nordamerika & EU): Erwägen Sie, auf Preisaufschwüngen zusätzliche Vorwärtsverkäufe in den Futures Dez 2026–Mär 2027 zu staffeln und aktuelle Niveaus zu nutzen, um 10–20 % des erwarteten unbepreisten Überschusses abzusichern, während ein Teil des Aufwärtspotenzials für Wetter- oder Makroschocks offen bleibt.
  • Futterkäufer: Halten Sie eine ausgewogene Deckungsstrategie aufrecht; bei stabilen EU-Kassapreisen und konsolidierenden Futures bietet sich eher das schrittweise Eindecken bei Rücksetzern an, statt Stärke hinterherzulaufen, und vergleichen Sie Hafer mit Gerste und Weizen zur Rationsoptimierung.
  • Händler: Beobachten Sie Hafer im Verhältnis zu Weizen und Mais; eine weitere Outperformance von Hafer ohne neue fundamentale Nachrichten könnte – angesichts der geringen Liquidität und jüngster spekulativer Zuflüsse – Chancen für Inter-Commodity-Spreads eröffnen.

Indikativer 3-Tage-Richtungsausblick

  • CBOT-Hafer (nahe Dez 2026): Leicht weicher bis seitwärts in EUR, mit Intraday-Volatilität, die von technischen Flüssen bestimmt wird.
  • Deutschland EXW-Futterhafer: Stabil um 0,195 EUR/kg; keine starken Treiber für unmittelbare Bewegungen.
  • Ukraine FCA Odessa Futterhafer: Stabil um 0,190 EUR/kg, mit regionaler Logistik und Währung als wichtigsten Beobachtungspunkten.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
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