Gerstenmarkt bleibt stabil, da sich die Versorgungssituation in der Ukraine verbessert
Kompakte Marktübersicht zur Gerste im Juni 2026: flache SFE-Futures, stabile FOB/FCA-Preise aus der Ukraine, verbesserte Ernteprognosen in der Ukraine und kurzfristige Handelsempfehlungen.
Preise & Futures-Struktur
Der SFE-Futtermittelgerstenstreifen zeigt eine bemerkenswert flache und stabile Kurve. Die nahegelegene Lieferung im Juli 2026 handelt bei 310 AUD/t und steigt nur allmählich auf 330 AUD/t für Januar 2027, 325 AUD/t für März und Mai 2027 und 341 AUD/t für die nachgelagerten Verträge im Januar 2028 und Januar 2029, ohne dass am 1. Juni 2026 Änderungen verzeichnet wurden und ohne sichtbares Handelsvolumen.
Umgerechnet zu einem Richtwert von 1 AUD ≈ 0,60 EUR bedeutet dies eine enge Spanne von etwa EUR 186–205/t über die gelisteten Fälligkeiten, was auf einen Markt hinweist, der derzeit keine starke Verknappung oder signifikante Risikoaufschläge entlang der Kurve einpreist.
In der Ukraine spiegeln die neuesten Angebote für konventionelle Futtermittelgerste aus Odesa und Kiew ebenfalls Stabilität wider. Futtermittelgerste (max. 14% Feuchtigkeit, 98% Reinheit) wurde Mitte bis Ende Mai um EUR 0,22–0,23/kg FCA (≈ EUR 220–230/t) gehandelt, mit einem leichten Rückgang zu Beginn des Monats, während FOB Odesa-Rinderfuttergerste bei etwa EUR 0,19/kg (≈ EUR 190/t) schwebte und über denselben Zeitraum hinweg keine Bewegung verzeichnete. Dies hält die Gerste aus dem Schwarzen Meer regional wettbewerbsfähig im Vergleich zu Inlandsmärkten in Nordamerika und der EU, wo die lokalen Barwerte kürzlich leicht gestiegen sind.
Angebot, Nachfrage & Wetter
Die Ukraine bleibt ein Schlüsselakteur für exportierbare Futtermittelgerste. Eine neue nationale Prognose, die am 1. Juni 2026 veröffentlicht wurde, deutet auf eine Gesamtgerstenproduktion von etwa 5,2 Millionen Tonnen im Jahr 2026 hin, ein Anstieg von 4,9 Millionen Tonnen im Jahr 2025, dank allgemein günstiger Anbaubedingungen und ausreichender Bodenfeuchtigkeit in den wichtigsten Getreideanbaugebieten. Zusammen mit deutlich höheren Eröffnungsbeständen im Vergleich zum Vorjahresmarketingjahr deutet dies auf ausreichende Verfügbarkeit für sowohl inländische Futterverwerter als auch für Exportkanäle hin.
Das Wetter zu Beginn Juni ist saisonal warm, mit maximalen Temperaturen, die weitgehend im unteren bis oberen 20er °C liegen, und einigen kurzlebigen Gewittern über den ukrainischen Getreideanbaugebieten, was das vegetative Wachstum unterstützen sollte, ohne akuten Hitzestress zu verursachen. Abgesehen von einem verlängerten heißen und trockenen Wetterabschnitt später im Juni und Juli scheint die Ernteprognose unterstützend für die aktuellen Preisniveaus zu sein.
Auf der Nachfrageseite wird die internationale Futternachfrage weiterhin durch stabile Viehzahlen und hohe Kosten für alternative Futtermittel wie Mais und Mischfutter gestützt. Die aktuellen Barpreise in Kanada zeigen, dass die Werte für Futtermittelgerste Woche für Woche steigen, was die solide inländische Nachfrage und etwas Konkurrenz von Exportkanälen widerspiegelt. Diese regionale Verknappung hat sich jedoch bislang nicht in einen weltweiten Preisanstieg übersetzt, teilweise weil die Lieferungen aus dem Schwarzen Meer und Australien ausreichend erscheinen.
Grundlagen & Marktlage
Die flache SFE-Kurve, das Fehlen frischer Handelsvolumina und die stabilen FOB/FCA-Preise aus der Ukraine deuten zusammen auf einen Markt hin, der im Großen und Ganzen ausgewogen ist. Es gibt wenig Anzeichen für eine nahegelegene Verknappung; stattdessen scheinen die Käufer damit zufrieden zu sein, kurzfristige Bedürfnisse von Hand zu Mund zu decken, während die Landwirte nur begrenzte Dringlichkeit zeigen, sich weit im Voraus zu hedgen, zu den aktuellen Tragekosten.
Fundamental bestimmen drei Elemente die Stimmung:
- Bestandsfaktor: Hohe Eröffnungsbestände an Gerste in der Ukraine und anderen Exportländern lassen Raum, um moderate Wetter- oder Logistikschocks ohne sofortige Preisspitzen aufzufangen.
- Wetterrisikoprämie: Während das aktuelle Wetter im Schwarzen Meer benign ist, werden die Märkte zunehmend auf die Niederschläge im Juni–Juli und mögliche Hitzewellen fokussieren. Ein Wechsel zu anhaltender Trockenheit könnte die Kurve schnell steil ansteigen lassen.
- Interneffekte zwischen den Rohstoffen: Schwächen oder Stärken bei Weizen und Mais sowie Energiepreisen werden weiterhin in die Gerste über Substitution in Mischfuttern und über Fracht- und Produktionskosten durchdringen.
Handelsausblick & 3-Tage-Überblick
Handelsempfehlungen ( kurzfristig):
- Futterkäufer (EU & MENA): Nutzen Sie die aktuelle Stabilität bei FOB-Preisen aus der Ukraine (~EUR 190/t) und Inlandspreisen FCA (~EUR 220–230/t), um die Absicherung leicht bis ins 3. Quartal 2026 zu verlängern, vermeiden Sie jedoch, sich zu stark zu engagieren, bevor klare Erntehinweise im Juli vorliegen.
- Produzenten/Exporter (Schwarzes Meer, Australien): Mit einer flachen SFE-Kurve im Bereich von EUR 190–205/t und ohne klaren bullischen Katalysator erscheint es vorzuziehen, bei Anstiegen eher nachzusichern als auf den aktuellen Niveaus.
- Spekulative Teilnehmer: Das Fehlen von Volatilität und Liquidität auf der SFE deutet auf eine abwartende Haltung hin; wettergetriebene Ausbrüche im Juni–Juli könnten bessere Einstiegspunkte bieten als der derzeit seitwärts gerichtete Markt.
3-Tage-Richtungsüberblick (EUR-basierte Angaben):
- SFE-Futtermittelgerste (Australien): Seitwärts; indikativ ~EUR 190–200/t, mit begrenzten Katalysatoren für einen kurzfristigen Ausbruch.
- FOB-Futtermittelgerste aus dem Schwarzen Meer: Stabil bis leicht fester; ~EUR 185–195/t, während Käufer vorsichtig ihre Absicherung vor der Ernte erhöhen.
- Ukrainischer Inlandspreis FCA (Kiew/Odesa): Weitgehend stabil bei EUR 215–235/t, mehr ausgerichtet auf lokale Logistik- und Währungsbewegungen als auf globale Futures.