Zum Hauptinhalt springen
CMB Emblem
Hafer-Futures folgen Weizenrallye, während EU-Kassapreise stabil bleiben

Hafer-Futures folgen Weizenrallye, während EU-Kassapreise stabil bleiben

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Kurze Analyse des Hafermarkts: CBOT-Hafer folgt der Weizenrallye aufgrund von Risiken im Schwarzen Meer, während EU-Futterhaferpreise in EUR stabil bleiben. Handelsausblick und 3‑Tage-Einschätzung.

Hafer-Futures steigen im Einklang mit der starken Weizenrallye, die durch erneute Risiken im Schwarzen Meer ausgelöst wurde, während physische Futterhaferpreise im kontinentalen Europa in EUR weitgehend stabil und niedrig bleiben. Das Ergebnis ist eine sich ausweitende Lücke zwischen Termin- und Kassamärkten, wobei die geringe Liquidität bei CBOT-Hafer die Preisfindung erschwert. Haferpreise werden zunehmend von marktübergreifenden Dynamiken aus dem Weizenmarkt beeinflusst: spekulative Eindeckungen von Short-Positionen, Befürchtungen reduzierter Weizenexporte aus dem Schwarzen Meer und Sorgen um die russische Winterweizenfläche für 2027 schlagen auf Hafer durch. Gleichzeitig bleiben europäische Futterkäufer vorsichtig, da stabile deutsche und ukrainische Angebote eine komfortable Verfügbarkeit in der Nahfrist signalisieren. Dies schafft ein Umfeld, in dem Futures empfindlicher auf makroökonomische und weizenbezogene Risiko-Schlagzeilen reagieren als auf die unmittelbaren Haferfundamentaldaten.

Preise

Die CBOT-Haferfutures für September 2026 schlossen am 28. August bei 348,75 US‑ct/bu, ein Plus von 4,18 % zum Vortag und eine deutliche Erholung gegenüber den Niveaus von Mitte August um 331–335 ct/bu. Nahe Kontrakte für 2027 legten am 28. August ebenfalls rund 4 % zu und verlängerten die Aufwärtskurve in die weiter entfernten Fälligkeiten. Die Umrechnung des Futures-Levels September 2026 (348,75 ct/bu) mit etwa 1,00 USD = 1,00 EUR und 1 bu = 36,74 kg impliziert rund 0,95–1,00 EUR/bu bzw. etwa 26–27 EUR/t auf Futures-Basis, vor Basisanpassung und Kosten. Dies unterstreicht, dass Haferfutures trotz der jüngsten prozentualen Bewegung im Vergleich zu Weizen weiterhin ein relativ preisgünstiges Getreide darstellen. Am physischen Markt zeigen jüngste indikativen Angebote ukrainischer Futterhafer (FCA Odessa) etwa 0,19 EUR/kg (≈190 EUR/t) und deutschen Futterhafer (EXW Drentwede) etwa 0,195 EUR/kg (≈195 EUR/t), wobei die Preise seit Mitte August faktisch unverändert sind. Der Kassamarkt zeigt damit Stabilität statt einer deutlichen Rallye und vergrößert die Spanne zwischen Futures und physischen Notierungen.
BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

Angebot & Nachfrage

Die aktuelle Haferrallye ist weitgehend ein Spillover-Effekt aus dem Weizenmarkt. Starke Kursgewinne bei Euronext- und CBOT-Weizen, angetrieben von Erwartungen deutlich reduzierter russischer und ukrainischer Weizenexporte im August und September, haben Hafer über marktübergreifende Käufe und Short-Eindeckungen im Getreidekomplex mit nach oben gezogen. Gleichzeitig bleibt die europäische Nachfrage nach Hafer verhalten. Importierende Länder treten über die Getreidekomplexe hinweg generell als vorsichtige Käufer auf, und die erwartete Verlagerung der Nachfrage von der Schwarzmeerregion auf westeuropäische Ursprünge ist bislang zögerlich. Dies spiegelt den Weizenmarkt wider, wo die höheren Preise erst jüngst zu einem moderaten Anstieg des Kaufinteresses und nicht zu einem breit angelegten Nachfrageboom geführt haben. Aus nordamerikanischer Sicht deuten Prognosen von Behörden für 2026/27 auf eine verringerte Haferanbaufläche in den kanadischen Prärien und eine niedrigere Produktion im Vergleich zur Vorsaison hin, was die mittelfristige Bilanz verengt. Die aktuelle Kursentwicklung legt jedoch nahe, dass diese Fundamentaldaten gegenüber kurzfristigen geopolitischen Risiken und spekulativen Positionierungen in den Hintergrund treten.

Fundamentaldaten & Wetter

Die Terminstruktur (Forward Curve) bei Hafer ist von September 2026 bis 2028 ansteigend, wobei später fällige Kontrakte im Allgemeinen 20–30 ct/bu über den Nahterminen handeln. Diese Struktur spiegelt Risikoprämien für das künftige Angebot wider, doch das relativ niedrige absolute Preisniveau signalisiert weiterhin keinen eindeutigen Mangel. Fundamental sind die Befürchtungen einer reduzierten russischen Winterweizenfläche infolge niedriger Inlandspreise und schwacher Exporterlöse vor allem über Substitutionseffekte relevant. Sollte die Weizenproduktion in kommenden Saisons eingeschränkt sein, könnte sich die Futtergetreidenachfrage stärker auf Nebengetreide, einschließlich Hafer, verlagern und damit die Haferbilanz verengen. Vorläufig bleibt dieses Risiko jedoch eher vorausschauend als unmittelbar. Das Wetter in wichtigen Haferregionen ist gemischt, aber nicht extrem. Jüngste Agrarwetterberichte verweisen auf vereinzelte Schauer und überwiegend ausreichende Bodenfeuchte in Teilen der kanadischen Prärien und der nördlichen US Plains, wobei einige Gebiete weiterhin eher trocken sind, jedoch ohne klar erkennbare, weit verbreitete Produktionsbedrohung so spät in der Saison.

Handelsausblick

  • Erzeuger (EU): Bei lokalen Kassapreisen um 190–195 EUR/t und durch den Weizen gestützten Futures kommen schrittweise Vorverkäufe in Stärkephasen in Betracht, insbesondere für die Ernte 2027, während ein Teil der Mengen unbepreist bleiben sollte, falls sich die Risiken im Schwarzen Meer weiter verschärfen.
  • Futterkäufer: Aktuell stabile Kassapreise gegenüber steigenden Futures sprechen dafür, die kurzfristige Deckung in Hafer aus EU-Ursprung zu halten oder leicht auszubauen, dabei jedoch eine Überbindung auf weizengetriebene, erhöhte Niveaus zu vermeiden.
  • Händler/Spekulanten: Die Liquidität in Haferfutures bleibt dünn und verstärkt die Volatilität. Strategien sollten sich eher auf Relative-Value-Ansätze gegenüber Weizen (z. B. Hafer-Weizen-Spreads) als auf große, eindeutige Richtungstrades konzentrieren.

3‑Tage-Richtungseinschätzung (in EUR)

  • CBOT-Hafer (nahe Termine): Leicht aufwärtsgerichtete Tendenz, im Kielwasser des Weizens, aber anfällig für abrupte Rücksetzer bei einer Entspannung der Spannungen im Schwarzen Meer.
  • EU-Futterhafer Deutschland (EXW): Seitwärts; die Spanne von 190–200 EUR/t dürfte angesichts der vorsichtigen Nachfrage Bestand haben.
  • Ukraine Futterhafer (FCA Odessa): Seitwärts bis leicht fester; Fracht- und Risikoprämien könnten bei anhaltenden regionalen Spannungen leicht anziehen.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
PREMIUM
KI-Agent
Was treibt aktuell die Chilli-Prämie?
Knappe Guntur-Bestände, feste EU-Exportnachfrage und geringere Andhra-Anlieferungen — volle Analyse in deinem Dashboard.
Frag die CMB-KI zu Preisen, Marktreibern und Handelsströmen — trainiert auf den Daten unserer Redaktion.
KI-Agent öffnen →