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Hafer-Futures geben nach, reichliches EU-Angebot begrenzt Aufwärtspotenzial

Hafer-Futures geben nach, reichliches EU-Angebot begrenzt Aufwärtspotenzial

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

CBOT-Haferfutures geben am 18. August 2026 leicht nach, da rekordhohe EU-Bestände und schwache Futter­nachfrage auf die Preise drücken. Kurzer Ausblick für EU-Kassa und Futures.

CBOT-Haferfutures tendieren etwas schwächer und bewegen sich seitwärts, da komfortable EU-Versorgung und eine schwache Futter­nachfrage jede nachhaltige Rallye begrenzen, während Kassahafer in Deutschland und der Ukraine unter leichtem Druck bleibt. Die Haferpreise konsolidieren nach einer rekordhohen EU-Ernte und weiterhin erhöhten Beständen. Die CBOT-Kontrakte September und Dezember 2026 geben in dünnem Handel leicht nach. In Europa sind Futterqualitäten in Deutschland nach einem Rückgang Anfang August weitgehend stabil, während die ukrainischen Notierungen wegen Exportkonkurrenz nachgegeben haben. Das Wetter in den wichtigsten EU-Haferregionen ist überwiegend günstig, was auf stabile Ertragserwartungen hinweist und einen unmittelbaren Wetterrisikoaufschlag begrenzt. Insgesamt ist die Markttendenz leicht bärisch bis neutral, wobei die Unterseite durch stabile Lebensmittel­nachfrage nach Haferflocken und Hafergetränken abgefedert wird.

Preise

Am 18. August 2026 verzeichnen CBOT-Haferfutures in den Frontkontrakten moderate Verluste. Der September-2026-Kontrakt handelt zuletzt bei 330,50 USc/bu, 1,75 Cent (-0,53 %) unter dem Vortag. Der Dezember-2026-Kontrakt steht bei 348,75 USc/bu, 1,00 Cent tiefer (-0,29 %). Weiter außen liegende Kontrakte für 2027–2028 sind etwas fester, werden jedoch sehr dünn gehandelt, was auf begrenztes spekulatives Interesse hinweist.

Im EU-Kassamarkt werden deutsche Futterhaferqualitäten (EXW Drentwede) zum 14. August bei rund 0,195 EUR/kg indiziert, in etwa unverändert gegenüber Ende Juli, nachdem sie Anfang August kurzzeitig auf 0,188 EUR/kg gefallen waren. Ukrainischer Futterhafer (FCA Odessa) ist von etwa 0,22 EUR/kg Ende Juli auf rund 0,19 EUR/kg Mitte August gefallen, was stärkere Exportkonkurrenz und reichliches regionales Angebot widerspiegelt.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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*Indikative Umrechnung von USc/bu in EUR/kg unter Verwendung eines approximativen Wechselkurses und des Standard-Gewichts eines Haferbushels.

Angebot & Nachfrage

Die EU startet mit sehr komfortablen Hafer-Fundamentaldaten in die Saison 2026/27. Nach einer Rekordernte 2025/26 von rund 8,8 Mio. Tonnen und hoher Vorratshaltung auf den Betrieben werden die Endbestände auf mehr als das Doppelte des langfristigen Durchschnitts geschätzt und bieten damit einen erheblichen Puffer für das neue Vermarktungsjahr.

Für 2026/27 wird erwartet, dass die EU-Haferproduktion auf etwa 8,0 Mio. Tonnen zurückgeht – historisch betrachtet weiterhin hoch, aber unter dem Rekord der Vorsaison. Der Rückgang spiegelt vor allem eine etwas kleinere Anbaufläche und eine Rückkehr der Erträge zum Trend in wichtigen Erzeugerländern wie Polen, Spanien, Schweden und Deutschland wider; Finnland ist eine bemerkenswerte Ausnahme mit potenziell höherer Produktion.

Der Futterverbrauch dürfte im Einklang mit der kleineren Ernte und den hohen Beständen zurückgehen, während die Lebensmittel- und industrielle Nachfrage (einschließlich Hafergetränken) weiter leicht zulegt. Bei nachlassender inländischer Futterverwendung und weiterhin reichlichem Angebot werden die EU-Exporte voraussichtlich moderat steigen, insbesondere aus nordeuropäischen und baltischen Ursprungsländern.

Fundamentaldaten & Wetter

Die europäischen Getreide- und Futtermärkte passen sich an die sehr große Haferernte 2025 an, wobei viele Landwirte und Viehhalter weiterhin komfortable Bestände halten. Dieses Bestands­polster, zusammen mit dem zwar erwarteten, aber nur moderaten Produktionsrückgang 2026/27, stützt ein überwiegend bärisch bis neutrales fundamentales Bild für Hafer.

Aus Wettersicht deuten die jüngsten EU-Prognosen auf überwiegend günstige Bestandsbedingungen hin, mit durchschnittlichen bis leicht überdurchschnittlichen Erträgen, trotz früherer Trockenheit in einigen Regionen. Der Sommer 2026 wird nur moderat wärmer als in den vergangenen Jahren erwartet, und Hafer – als weniger exponiert als später gesäte Sommerkulturen – wird nicht als besonders risikobehaftet hervorgehoben.

Globale makroökonomische Treiber wie ein sich entwickelndes El Niño-Ereignis könnten die Getreidehandelsströme später in der Saison verschieben, doch deuten die aktuellen Erkenntnisse auf einen begrenzten direkten Einfluss auf die EU-Hafererträge hin. Etwaige Effekte dürften eher über Querverflechtungen bei Futtermittelpreisen und Exportchancen als über direkte Angebotsengpässe entstehen.

Kurzfristiger Ausblick & Handelsempfehlungen

Kurzfristig scheint der Hafermarkt durch hohe EU-Bestände und eine schwache Futter­nachfrage gedeckelt, doch könnte das Abwärtspotenzial von den aktuellen Niveaus begrenzt sein, da sich die Kassapreise bereits angepasst haben und die Lebensmittelnachfrage robust bleibt.

  • Futterkäufer (EU): Fahren Sie weiter eine Hand-zu-Mund-Strategie, ziehen Sie jedoch eine moderate Vorabdeckung bis Q4 2026 in Betracht, solange die nahen CBOT-Futures in der Nähe der jüngsten Tiefs notieren und die lokalen Kassapreise unter 0,20 EUR/kg bleiben.
  • Erzeuger (EU): Angesichts der komfortablen Bestandslage und verhaltenen Futures sollten Absicherungen in den Kontrakten Dez 26–Mär 27 eher gestaffelt auf Erholungen aufgebaut werden, statt auf den aktuellen Niveaus aggressiv zu verkaufen.
  • Händler: Beobachten Sie Basis-Chancen zwischen festeren deutschen Inlandspreisen und schwächeren Schwarzmeer-Haferpreisen, da Logistik und Qualität trotz insgesamt bärischer Fundamentaldaten regionale Prämien generieren können.

3-Tages-Richtungseinschätzung (Futures & EU-Kassa)

  • CBOT Sep 26 Hafer: Leicht bärisch/seitwärts – angesichts geringen Volumens und hoher EU-Bestände ist ein weiteres leichtes Nachgeben möglich.
  • CBOT Dec 26 Hafer: Neutral bis leicht bärisch – die Terminstruktur bleibt sanft ansteigend, es fehlen jedoch starke bullische Treiber.
  • EU-Kassahafer (DE, UA): Überwiegend stabil mit leicht abwärtsgerichteter Tendenz, vorbehaltlich etwaiger Überraschungen bei der kurzfristigen Nachfrage oder Störungen im Frachtverkehr.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
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