Zum Hauptinhalt springen
CMB Emblem
Hafer-Futures geben nach, während nahe CBOT-Kontrakte fallen und EU-Futterpreise sich stabilisieren

Hafer-Futures geben nach, während nahe CBOT-Kontrakte fallen und EU-Futterpreise sich stabilisieren

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

CBOT-Hafer-Futures schwächen sich bei geringer Liquidität und komfortablen Vorräten ab, während deutsche und ukrainische Futterhaferpreise in EUR weitgehend stabil bleiben. Kurzfristig dominiert Abwärtsrisiko.

CBOT-Hafer-Futures tendieren bei dünnem Handel schwächer, während physische Futterhaferpreise in Europa und im Schwarzmeerraum weitgehend stabil bleiben. Dies deutet auf ein komfortables kurzfristiges Gleichgewicht und ein begrenztes Abwärtsrisiko hin. Die Hafermärkte sind derzeit gekennzeichnet durch weiche Futures, stabile Basisniveaus und geringe Liquidität. Nahe CBOT-Kontrakte verzeichnen geringe Tagesschwankungen, zeigen aber eine klare Abwärtsanpassung auf dem 2027–2028-Streifen, während jüngste Angebote für deutschen und ukrainischen Futterhafer in EUR auf unveränderte bis leicht schwächere physische Werte bis Ende Juli hindeuten. Da es keinen akuten Wetterschock und komfortable Bestände in den wichtigsten Exportländern gibt, liegt die Verhandlungsmacht bei den Käufern, auch wenn die reduzierte Aussaatfläche in Kanada und uneinheitliche Witterung in Europa die Preise mittelfristig nach unten absichern.

Preise

Frontmonatige CBOT-Hafer-Futures sind weich, aber relativ stabil, während weiter terminierte Kontrakte deutlicher korrigiert haben. Der September-2026-Kontrakt wurde zuletzt bei 310,25 USc/bu ohne Tagesveränderung gehandelt, und der Dezember 2026 bei 330,00 USc/bu, ein marginales Minus von 0,25 Cent (-0,08 %). Weiter draußen verzeichnen März–Juli 2027 und darüber hinaus Rückgänge von rund 4,50 Cent (-1,25 % bis -1,33 %) gegenüber der vorherigen Sitzung, was auf gewissen Druck auf die Forward-Kurve hinweist.

Am physischen europäischen Markt bleiben Futterhaferpreise Ende Juli stabil. Deutscher Futterhafer (Futterqualität, max. 14 % Feuchtigkeit, EXW Drentwede) hat sich seit dem 22. Juli bei etwa 0,195 EUR/kg gehalten, nachdem er zuvor von rund 0,179 EUR/kg Anfang des Monats gestiegen war. Ukrainischer Futterhafer (FCA Odessa) wird um 0,22 EUR/kg angeboten, nach 0,24 EUR/kg Mitte Juli, was weichere Schwarzmeerpreise und reichliche Verfügbarkeit widerspiegelt.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

*Ungefähre Futures-zu-EUR-Umrechnung, basierend auf 1 bu = 32,0 kg und indikativem Wechselkurs.

Angebot & Nachfrage

Aktuelle Statistiken deuten auf eine etwas knappere, aber weiterhin komfortable globale Haferbilanz zum Start des Wirtschaftsjahres 2026/27 hin. Kanadische Landwirte planen 2026, die Haferfläche um etwas mehr als 3 % zu reduzieren, hauptsächlich aufgrund hoher Bestände aus einer starken Ernte 2025 und besserer Erlöse bei Alternativkulturen. Dies begrenzt das Aufwärtspotenzial künftiger Exporte, führt aber angesichts der aktuellen Lagerbestände nicht zu einem unmittelbaren Mangel.

In den Vereinigten Staaten zeigten die jüngsten Daten zum Vegetationsstand von Ende Juni überwiegend „befriedigende bis gute“ Haferbestände in den wichtigsten Anbaustaaten, ohne Anzeichen einer weit verbreiteten schweren Dürre. Der Getreideausblick Europas weist auf eine insgesamt komfortable Getreideverfügbarkeit 2026/27 hin, wobei Hafer indirekt vom breiteren Überschussumfeld und einem relativ moderaten Nachfragewachstum profitiert. Diese Faktoren stehen im Einklang mit der derzeit weichen Futures-Kurve und stabilen physischen Preisen.

Wetter & Feldbedingungen

Das Wetter in wichtigen Haferanbaugebieten war gemischt, aber nicht katastrophal. In den kanadischen Prärien herrschten in den vergangenen Wochen unbeständige, gewittrige und etwas kühlere als normale Bedingungen, was Hitzestress begrenzt und das Ertragspotenzial für Feingetreide unterstützt hat, wenn auch mit lokalem Überschwemmungsrisiko. In Teilen Europas berichten Landwirte 2026 von Hitze und frühem Erntedruck, was Sorgen über Übertrocknung und Qualitätsverluste bei Getreide im Allgemeinen auslöst, doch bislang gibt es keine klaren marktweiten, speziell haferbezogenen Schadenssignale.

Für die nächsten Tage wird für die nordamerikanischen Hafergürtel kein größeres flächendeckendes Extremwetterereignis prognostiziert, das das Angebot sehr kurzfristig spürbar verknappen würde. In Teilen der USA werden lokale schwere Gewitter erwartet, doch das Gesamtrisiko für großflächig schadensrelevantes Wetter erscheint nach jüngsten Prognosen begrenzt. Mit fortschreitender Ernte in Europa und im Schwarzmeerraum richtet sich der Fokus stärker auf die Qualität – insbesondere Feuchtigkeit und Mykotoxinrisiko – als allein auf die Schlagzeilenerträge.

Fundamentaldaten & Marktstruktur

Die aktuelle CBOT-Hafer-Tafel zeigt geringe Umsätze und offene Positionen, die sich auf nahe 2026er Kontrakte konzentrieren, was die im Vergleich zu anderen Getreiden relativ geringe Liquidität bei Hafer unterstreicht. So ist das Open Interest im September 2026 moderat, und das tägliche Handelsvolumen minimal, was verdeutlicht, dass Kursbewegungen überproportional von kleinen Orderflüssen statt von breiten fundamentalen Veränderungen getrieben werden können.

Dennoch passt die leichte Weichheit der Forward-Kurve in den Jahren 2027–2028 zu einer Konstellation aus komfortablen Beständen und nur allmählichem Nachfragewachstum aus Futter- und Lebensmittelindustrie. EU-Handelsstatistiken zeigen steigende Haferhandelsströme in den vergangenen Saisons, doch die jüngsten Wochendaten legen nahe, dass Haferexporte 2025/26 und zu Beginn von 2026/27 im üblichen Rahmen für ein Nischengetreide bleiben. Infolgedessen bleiben die Basisniveaus in Deutschland und der Ukraine gut verankert, mit wenigen Anzeichen für Versorgungsstress oder aggressive Einkaufskonkurrenz.

Handelsausblick (nächste 1–2 Wochen)

  • Tendenz: Leicht bärisch bis seitwärts. Mit nachgebenden CBOT-Futures und stabilen physischen EU-Preisen ist weiterer moderater Abwärtsraum nicht auszuschließen, sofern kein Wetter- oder Logistikschock eintritt.
  • Für Käufer (Futtermühlen, Integratoren): Erwägen Sie, die nahe Bedarfsdeckung zu aktuellen EUR-Niveaus schrittweise aufzubauen, vermeiden Sie jedoch Überdeckungen weit in die Zukunft, solange die globalen Vorräte komfortabel sind und die kanadische Fläche nur geringfügig niedriger liegt.
  • Für Verkäufer (Landwirte, Läger): Die Basis erscheint stabil; Akteure mit hochwertigem Hafer können auf mögliche Qualitätsprämien nach der Ernte warten, sollten aber das Risiko weiterer Futures-Schwäche insbesondere bei weiter terminierten Positionen steuern.
  • Risikofaktoren: Beobachten Sie die Erntequalitätsdaten in Europa und im Schwarzmeerraum sowie mögliche Trockenheit oder Überflutungen in den Prärien, die das derzeit relativ entspannte Gleichgewicht rasch verändern könnten.

3-Tage-Preisindikation (Richtung)

  • CBOT-Hafer (Sep 2026, in EUR umgerechnet): Seitwärts mit leichtem Abwärtsbias; voraussichtlich Handel in einer engen Spanne um das aktuelle Niveau in den nächsten drei Sitzungen, sofern keine spekulativen Ströme einsetzen.
  • Deutschland Futterhafer EXW: Stabil um 0,195 EUR/kg; keine starken Signale für kurzfristige Bewegungen, da Angebot und Nachfrage in der Nähe weitgehend im Gleichgewicht sind.
  • Ukraine Futterhafer FCA Odessa: Leichtes Abwärtsrisiko, falls der Exportwettbewerb im Schwarzmeerraum sich verschärft, aber im sehr kurzen Zeitraum voraussichtlich nahe 0,22 EUR/kg.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
PREMIUM
KI-Agent
Was treibt aktuell die Chilli-Prämie?
Knappe Guntur-Bestände, feste EU-Exportnachfrage und geringere Andhra-Anlieferungen — volle Analyse in deinem Dashboard.
Frag die CMB-KI zu Preisen, Marktreibern und Handelsströmen — trainiert auf den Daten unserer Redaktion.
KI-Agent öffnen →