Hafer-Futures stabil, während EU-Spotpreise leicht nachgeben
CBOT-Haferfutures bleiben in einer Handelsspanne, während deutsche und ukrainische Futterhaferpreise nachgeben. Knappes Update zu Preisen, Angebot-Nachfrage und kurzfristigem Ausblick.
Preise
CBOT-Haferfutures zeigen am 12. August 2026 eine überwiegend flache bis leicht ansteigende Kurve von nahen zu weiter entfernten Fälligkeiten. Der September 2026 handelt zuletzt bei 322,00 USc/bu (minus 0,75 c bzw. -0,23 % gegenüber dem Vortag), der Dezember 2026 bei 344,75 USc/bu und der März 2027 bei 357,50 USc/bu – jeweils bei sehr geringem Umsatz. Die moderate Carry-Struktur spiegelt eine komfortable physische Verfügbarkeit wider, bei gleichzeitig begrenztem Anreiz, große Bestände aufzubauen.
Am Kassamarkt in der EU werden deutscher Futterhafer (14 % Feuchte, EXW Drentwede) zum 10. August 2026 mit etwa 0,188 EUR/kg angegeben, unverändert seit dem 7. August, nachdem er von rund 0,195 EUR/kg Ende Juli nachgegeben hatte. Ukrainischer Futterhafer (98 % Reinheit, FCA Odesa) wird am 6. August mit rund 0,20 EUR/kg bewertet, nach zuvor 0,22 EUR/kg Ende Juli, was auf gewissen Exportdruck aus dem Schwarzen Meer hinweist.
Angebot & Nachfrage
Die aktuelle CBOT-Kurve, mit begrenzter Backwardation und einem kleinen Carry bis 2027, deutet auf einen insgesamt ausgeglichenen globalen Hafermarkt hin. Die nahe September-2026-Fälligkeit notiert nur moderat unter den späteren Terminen, was weder auf eine akute Knappheit noch auf starke Überhangserwartungen im mittleren Zeithorizont schließen lässt. Die geringen Handelsvolumina unterstreichen zudem, dass Hafer weiterhin ein vergleichsweise kleiner, weniger spekulativer Getreidemarkt ist.
In Europa deuten stabile deutsche Preise seit Anfang August und schwächere ukrainische Offerten auf eine ausreichende regionale Futterverfügbarkeit hin. Niedrigere Preise im Schwarzmeerraum spiegeln vermutlich den Versuch wider, den Exportfluss unter Erntedruck und Konkurrenz durch andere Futtergetreide aufrechtzuerhalten. Auf der Verbraucherseite wirkt die Nachfrage aus Futterrationen und der Lebensmittelindustrie stabil, ohne klare Anzeichen von Rationierung oder Nachfrageschock auf dem aktuellen Preisniveau.
Fundamentaldaten
Die Struktur der Terminpreiskurve vom September 2026 (322,00 USc/bu) bis zum Mai 2028 (369,50 USc/bu) weist eine moderate Aufwärtsneigung auf, die eher mit Lagerkosten als mit einer von Knappheit getriebenen Backwardation im Einklang steht. Das Open Interest konzentriert sich auf den Dezember-2026-Kontrakt, was unterstreicht, dass der Schwerpunkt der Absicherung im Markt auf dem kommenden Vermarktungsjahr liegt und weniger auf weit in der Zukunft liegenden Fälligkeiten.
Am Kassamarkt haben sich die deutschen Futterhaferpreise seit Mitte Juli in einer relativ engen Spanne zwischen etwa 0,179 und 0,195 EUR/kg bewegt und liegen nun etwa in der Mitte dieser Bandbreite. Die ukrainischen Preise zeigen eine deutlichere Abwärtsanpassung von rund 0,24 EUR/kg Mitte Juli auf etwa 0,20 EUR/kg Anfang August, was auf eine verbesserte Angebotsverfügbarkeit und möglicherweise intensiveren Wettbewerb unter den Exporteuren hinweist.
Kurzfristiger Ausblick & Strategie
Mit dem weit fortgeschrittenen Drusch auf der Nordhalbkugel und ohne größere neue Wetterschocks in wichtigen Haferregionen wirkt die kurzfristige Versorgungslage komfortabel. Der stabile deutsche Ab-Hof-Markt deutet darauf hin, dass lokale Käufer ausreichend gedeckt sind, während die ukrainische Preisschwäche auf anhaltenden Ernte- und Logistikdruck im Schwarzmeerkomplex verweist. Vor diesem Hintergrund erscheint eine kräftige kurzfristige Rallye der CBOT-Haferpreise eher unwahrscheinlich, sofern kein externer Schock durch Währungen oder den breiteren Getreidekomplex eintritt.
- Käufer (Futter & Food): In Erwägung ziehen, die Deckung bei Preisrücksetzern in der Nähe des aktuellen Spotniveaus schrittweise auszubauen, insbesondere für Q4 2026, während eine aggressive Vorwärtsdeckung weit in das Jahr 2027 hinein vermieden werden sollte, angesichts des kleinen, aber konstanten Carry.
- Erzeuger: Da Termin- und Kassamärkte insgesamt ein komfortables Gleichgewicht signalisieren, kann eine gezielte Absicherung rund um den Dezember 2026 Margen sichern, ohne spätere Ernten stark zu verpflichten.
- Händler: Basis-Chancen können sich zwischen relativ festen deutschen Ab-Hof-Notierungen und weicheren ukrainischen FCA-Werten ergeben; Logistik- und Qualitätsrisiken bleiben bei der Nutzung dieser Spanne zentral.
3-tägige Richtungsindikation (EUR)
- CBOT-Hafer (in EUR umgerechnet): Seitwärts bis leicht weicher; die begrenzte Liquidität macht starke Bewegungen ohne Impulse aus anderen Rohstoffmärkten unwahrscheinlich.
- Deutschland EXW Drentwede Futterhafer: Weitgehend stabil um das aktuelle Niveau; leichtes Abwärtsrisiko, falls sich der Erntedruck lokal verstärkt.
- Ukraine FCA Odesa Futterhafer: Leicht weiteres Abwärtspotenzial oder bestenfalls seitwärts, da Exporteure im Umfeld anhaltender Volatilität im Schwarzen Meer um Nachfrage konkurrieren.