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Hafer legen zu, da CBOT-Futures fester tendieren und EU-Futterbasis stabil bleibt

Hafer legen zu, da CBOT-Futures fester tendieren und EU-Futterbasis stabil bleibt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

CBOT-Haferfutures ziehen an, während deutscher und ukrainischer Futterhafer in EUR bei soliden EU-Beständen und gestörten Schwarzmeerflüssen weitgehend stabil bleiben.

Die CBOT-Haferfutures ziehen bei dünnem Umsatz moderat an, während kontinentaleuropäischer Futterhafer in EUR weitgehend stabil bleibt, mit leicht festerem Deutschland und nachgebenden ukrainischen Preisen unter Exportdruck. Die kurzfristigen Preisrisiken sind leicht nach oben verzerrt, doch reichliches EU-Angebot und schwache Liquidität begrenzen jede stärkere Rally. Der Hafermarkt ist derzeit geprägt von ruhigen, aber festeren Chicago-Futures-Kurven und relativ stabilen physischen Preisen in Europa. An der CBOT hat der vordere September-2026-Kontrakt am 17. August rund 1 % gegenüber dem Vortag zugelegt, die späteren Fälligkeiten sind ähnlich gestiegen, werden aber in sehr geringen Volumina gehandelt – ein Hinweis darauf, dass der Markt stärker von Hedging-Anpassungen als von neuer spekulativer Nachfrage getrieben ist. In der EU schwanken deutsche Futterhaferpreise ab Hof in einer engen Spanne um 0,19 EUR/kg, während ukrainische Angebote ab Odessa nachgeben, da die Schwarzmeer-Exportblockade mehr Getreide auf Binnen- und EU-Routen drängt. Das Wetter in den wichtigsten nordamerikanischen Haferregionen ist saisonal durchwachsen, aber bisher nicht bedrohlich genug, um das insgesamt komfortable Angebotsbild zu verändern.

Preise

An der CBOT wurden vordere September-2026-Hafer zuletzt am 17. August bei 327,25 USc/bu gehandelt, ein Plus von 3,50 Cents (+1,08 %) gegenüber dem vorherigen Schluss, mit einer engen Tagesspanne von 324,00–327,25 USc/bu und nur 37 Kontrakten offenen Interesses. Der Dezember-2026-Kontrakt wird bei 347,25 USc/bu quotiert, ein Plus von 2,00 Cents (+0,58 %), während der März 2027 und weiter terminierte Fälligkeiten zuletzt am 14. August rund 5 Cents höher auf Tagessicht schlossen und damit eine moderate Aufwärtskorrektur entlang der Kurve fortsetzten.

Im physischen Markt zeigen indikativen Futterhaferpreise, in EUR umgerechnet, ein weitgehend seitwärts gerichtetes Bild. Deutscher Futterhafer (max. 14 % Feuchte, EXW Drentwede) wurde seit Ende Juli zwischen 0,179 und 0,195 EUR/kg gehandelt, mit der jüngsten Notierung bei 0,195 EUR/kg am 14. August – unverändert zum Vortag, aber leicht über den Tiefstständen Anfang August. Ukrainischer Futterhafer (98 % Reinheit, FCA Odessa) wird per 13. August bei rund 0,190 EUR/kg angeboten, nach zuvor 0,200–0,220 EUR/kg Anfang August und Ende Juli. Dies spiegelt den zunehmenden logistischen Druck durch die Schwarzmeerblockade und eine schwächere lokale Basis wider.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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*Ungefähre Futures-zu-EUR-Umrechnung auf Basis aktueller FX-Kurse und Haferbuschelgewicht; nur indikativer Wert.

Angebot & Nachfrage

Fundamental bleibt die Haferbilanz in der EU komfortabel. Jüngste USDA-/EU-Daten deuten auf eine steigende Fläche und höhere Produktion bis zum MJ 2025/26 hin, wobei sowohl die gesamte EU-Hafererzeugung als auch die Endbestände zunehmen und zugleich der Futter- sowie der Nahrungs-/Industrieverbrauch allmählich steigen. Dies hält das interne EU-Angebot reichlich, trotz einiger regionaler Qualitätsbedenken, und stützt den relativ weichen, aber stabilen Kassamarkt in Deutschland.

Global ist der entscheidende Beobachtungspunkt die eingeschränkte Exportkapazität der Ukraine. Russlands Blockade und Angriffe auf die Hafeninfrastruktur am Schwarzen Meer haben die gesamten Getreideausfuhren der Ukraine stark reduziert; offizielle und Medienberichte deuten darauf hin, dass die landwirtschaftlichen Exporte 2026/27 etwa um die Hälfte gegenüber den bisherigen Erwartungen zurückgehen könnten, da die Seewege weiterhin gestört sind und alternative Land- und Flusskorridore Zeit und Investitionen benötigen, um ausgeweitet zu werden. Zwar machen Haferexporte nur einen kleinen Teil der ukrainischen Getreideausfuhren aus, doch die Engpässe drücken mehr Getreide – einschließlich Hafer – in Richtung EU-Märkte. Dies belastet die Schwarzmeerbasis, beeinflusst aber aufgrund der relativ geringen Mengen das gesamte EU-Preisniveau nur marginal.

In Nordamerika stellt der jüngste Bericht über die wichtigsten Feldfrüchte von Statistics Canada fest, dass die Haferaussaat mit einigen Verzögerungen verlief, aber bis Ende Mai größtenteils abgeschlossen war, mit feuchteren als normalen Bedingungen in Teilen Zentral-Kanadas, jedoch ohne dramatische Flächenverluste. Zusammen mit seither normalen bis leicht variablen Wetterbedingungen deutet dies auf eine insgesamt ausreichende kanadische Hafternte hin, wodurch das Aufwärtspotenzial trotz regionaler Ertragsunsicherheiten begrenzt wird.

Fundamentaldaten & Wetter

Die Marktstruktur an der CBOT unterstreicht, wie klein und illiquide der Futuresmarkt für Hafer bleibt. Das offene Interesse in den vorderen Kontrakten ist dünn – September 2026 bei rund 405 Kontrakten, Dezember 2026 bei 2.367 – und jüngste Börsenstatistiken zeigen, dass Haferfutures nur einen winzigen Bruchteil des gesamten offenen Interesses an Agrarprodukten ausmachen. Diese geringe Beteiligung verstärkt Preisrauschen und kann kleine Orderflüsse überzeichnen, begrenzt aber gleichzeitig die Signalwirkung der Futures für zugrunde liegende Veränderungen in Angebot und Nachfrage im physischen Markt.

Wetterseitig deuten Mittelfristprognosen für die kanadischen Prärien und die nördlichen US-Plains auf typische Spät-Sommer-Bedingungen hin: wechselweise warme und kühlere Phasen mit verstreuten Niederschlägen, jedoch ohne anhaltende extreme Hitze oder weit verbreitete Dürre in den kommenden 1–2 Wochen. Zwar können lokale Trockenheitszonen die Erträge etwas mindern, doch das Gesamtbild rechtfertigt derzeit keine ausgeprägte Wetterprämie im Hafer, insbesondere angesichts der reichlichen EU-Ernte und komfortablen Bestände.

4–6-Wochen-Ausblick & Handelsimplikationen

In den nächsten Wochen dürfte der Hafterkomplex eher den größeren Getreidemärkten (Mais, Weizen) und der Entwicklung der Schwarzmeerlogistik folgen, als selbst der Taktgeber zu sein. Strukturell komfortable EU-Bestände und ausreichende nordamerikanische Ernten sprechen gegen eine anhaltende Rally, doch die Kombination aus festeren CBOT-Futures, leicht steigenden deutschen EXW-Preisen und abgewerteten ukrainischen Angeboten deutet darauf hin, dass der Markt versucht, einen Boden auszubilden.

  • Käufer (Mischfutterwerke, Viehhalter): Erwägen Sie, die Deckung für Q4 2026–Q1 2027 stufenweise auf den aktuellen deutschen EXW-Niveaus von etwa 0,19–0,195 EUR/kg aufzubauen und etwaige kurzfristige Schwächephasen infolge breiterer Getreideverkäufe zu nutzen, um die Deckung moderat zu verlängern.
  • Verkäufer (EU-Landwirte, Lagerhalter): Da die lokalen Preise über den Tiefständen von Ende Juli liegen, aber historisch weiterhin gedrückt sind, erscheinen gestaffelte Verkäufe in Stärkephasen oberhalb von 0,20 EUR/kg sinnvoll, wobei ein gewisser Anteil für eine mögliche Risikoprämien-Rally behalten werden sollte, falls sich die Störungen im Schwarzen Meer verschärfen oder die nordamerikanischen Erträge enttäuschen.
  • Händler (grenzüberschreitende Trader): Die sich ausweitende Spanne zwischen abgewerteten ukrainischen FCA-Odessa-Haferpreisen (~0,19 EUR/kg) und festeren deutschen EXW-Notierungen eröffnet selektive Arbitragemöglichkeiten, doch bleiben Logistik-, Kredit- und Regulierungsrisiken hoch und erfordern konservative Margenansätze.

3-Tage-Richtungsausblick (EUR-basiert)

  • CBOT-Futures (Sep 2026, EUR-Äquivalent): Leicht fester bis seitwärts; es ist mit richtungslosen Spannen zu rechnen, mit einem milden Aufwärtstendenz nach dem jüngsten Plus von 1 % und der dünnen Marktteilnahme.
  • Deutschland, Futterhafer EXW: Stabil bis leicht fester um 0,19–0,195 EUR/kg, da die kurzfristige Nachfrage auf ein ausreichendes, aber nicht aggressives Verkaufsinteresse der Landwirte trifft.
  • Ukraine, Futterhafer FCA Odessa: Leicht weiteres Abwärtspotenzial, da Exportbeschränkungen anhalten und die Lagerkapazitäten enger werden, wodurch die Angebote gegenüber EU-Herkünften unter Druck bleiben.
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