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Hafer unter Druck: Futures geben nach, während EU-Futterpreise stabil bleiben

Hafer unter Druck: Futures geben nach, während EU-Futterpreise stabil bleiben

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

CBOT-Haferfutures geben mit dem breiteren Getreidekomplex und Rohöl nach, während die EU-Futterhaferpreise weitgehend stabil bleiben. Ausblick für Preise, Angebot-Nachfrage und Risiken im Schwarzen Meer.

Die Hafermärkte tendieren schwächer im Einklang mit dem breiteren Getreidekomplex und dem schwächeren Rohöl, während die physischen Futterhaferpreise in der EU vergleichsweise stabil bleiben. Nahe Termine an der CBOT gaben nach dem starken Rückgang in der Vorwoche weiter nach, während die Forwardkurven relativ flach bleiben. Das signalisiert ein ausreichendes mittelfristiges Angebot trotz anhaltender Risiken im Schwarzen Meer. Der Druck auf die Futures wird durch eine Kombination aus niedrigeren Energiepreisen, nachlassenden Befürchtungen eines vollständigen Zusammenbruchs der Getreideexporte aus der Schwarzmeerregion sowie weiterhin robusten Getreidebeständen in den USA und der EU ausgelöst. Die Spot-Notierungen für EU-Futterhafer zeigen hingegen nur moderate jüngste Bewegungen. Das deutet darauf hin, dass die lokale Nachfrage von Futter- und Industrieabnehmern das verfügbare kurzfristige Angebot absorbiert. Witterungsbedingte Ertragseinbußen bei anderen Getreidearten in der EU und logistische Störungen rund um die Ukraine wirken zwar stützend als Risikofaktoren, haben sich bislang jedoch nicht in einer anhaltenden Haferpreis-Rallye niedergeschlagen.

Preise

CBOT-Haferfutures setzten ihre jüngste Korrektur fort. Der September-2026-Kontrakt wurde zuletzt bei rund 313,50 USc/bu gehandelt, ein Minus von 0,40 % auf Tagessicht, während Dezember 2026 bei 328,25 USc/bu lag, 0,15 % schwächer. Die weiter terminierten Kontrakte 2027–2028 gaben in der vorherigen Sitzung deutlicher nach und verloren etwa 3,3–3,4 %, was das Bild einer sich abschwächenden Forwardkurve verstärkt.

In EUR umgerechnet liegen die aktuellen nahe liegenden Futures-Niveaus in etwa auf einer Linie mit jüngsten internationalen Hafer-Benchmarks, die zeigen, dass sich der Markt von den Hochs Ende Juli zurückzieht, aber immer noch leicht über den Niveaus vom Frühsommer notiert. Der kurzfristige Druck steht in engem Zusammenhang mit dem starken Rückgang der Rohölpreise, der auf den gesamten Agrarsektor lastet und breit angelegte Verkäufe über alle Getreide hinweg ausgelöst hat.

Physische EU-Futterhaferpreise sind vergleichsweise stabil. In Norddeutschland (EXW Drentwede) wurden Futterhafer mit 14 % Feuchtigkeit seit dem 23.–27. Juli zu rund 0,195 EUR/kg (≈195 EUR/t) gehandelt, nach 0,179 EUR/kg (≈179 EUR/t) früher im Monat. Ukrainischer Futterhafer (FCA Odessa) fiel im Verlauf des Juli von rund 0,25 auf 0,22–0,24 EUR/kg (220–240 EUR/t), da sich die Risiken im Schwarzen Meer und die Frachtdynamik verschoben.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

Makro- und Cross-Commodity-Faktoren dominieren das kurzfristige Bild am Hafermarkt. Ein kräftiger Rückgang beim Rohöl hat die Agrarmärkte unter Druck gesetzt und dazu geführt, dass Fonds (Managed Money) ihre Long-Positionen in Getreide abbauen. Zugleich haben Händler die Wahrscheinlichkeit eines vollständigen Zusammenbruchs der Weizen- und Grobgetreideexporte aus Russland und der Ukraine nach unten revidiert, was Panikkäufe im Getreidesektor dämpft.

Speziell für Hafer bleibt das fundamentale Umfeld weitgehend ausgewogen. Jüngste Analysen der Forwardkurve zeigen, dass die Haferfutures 2027–2028 nur leicht über den nahe gelegenen Kontrakten notieren. Dies deutet darauf hin, dass der Markt bislang keine signifikante Verengung der mittelfristigen Verfügbarkeit einpreist. In der EU deuten offizielle Daten auf eine höhere Haferproduktion 2025/26 und weiterhin komfortable Endbestände bis 2026/27 hin, auch wenn die neue Ernte etwas kleiner als im Vorjahr erwartet wird.

Die Logistik im Schwarzen Meer bleibt ein wesentlicher Risikofaktor. Während russische Getreideverladungen in Schwarzmeerhäfen weitgehend ungehindert fortgesetzt werden, sind ukrainische Tiefwasserexporte aus der Region Odessa durch wiederholte Angriffe auf Hafeninfrastruktur und Schiffe stark eingeschränkt. Dies hat dazu geführt, dass mehr Getreide- und Ölsaatenströme auf alternative Routen wie die Donau und Landkorridore umgeleitet werden, wobei Hafer ukrainischer Herkunft trotz höherer logistischer Risikoaufschläge preislich wettbewerbsfähig bleiben soll.

Fundamentaldaten & Wetter

Innerhalb Europas werden die Getreidefundamentaldaten zunehmend vom Wetter geprägt. Die EU-Ernteüberwachungsbehörde hat ihre Ertragsschätzungen 2026 für Weichweizen und andere Wintergetreide nach wiederholten Hitzewellen gesenkt und verweist auf eine verkürzte Kornfüllungsphase und einen schnellen Erntefortschritt, insbesondere in südlichen Mitgliedstaaten. Auch wenn Hafer in den Berichten weniger im Fokus steht, erhöht dieses Muster das Risiko lokaler Ertragsverluste bei Sommergetreide, einschließlich Hafer – vor allem dort, wo Hitze- und Trockenstress zusammenfielen.

Aktuelle US-Daten zeigen robuste Getreidebedingungen: Das USDA bewertet den Großteil des Sommerweizens als gut bis ausgezeichnet, und die Ernte des US-Winterweizens ist nahezu abgeschlossen. Gute Ergebnisse in diesen wichtigen Getreidekulturen begrenzen das Aufwärtspotenzial für Hafer indirekt, da sie eine ausreichende Verfügbarkeit alternativer Futtergetreide wie Weizen und Gerste sicherstellen.

Das kurzfristige Wetter in wichtigen Haferanbaugebieten wirkt gemischt, aber nicht extrem. In Teilen Nord- und Mitteleuropas deuten Prognosen auf wechselnde warme und kühlere Phasen mit vereinzelten Schauern hin, was den laufenden Erntefortschritt begünstigt, aber weitere Ertragszuwächse begrenzt. In den kanadischen Prärien und den nördlichen Ebenen der USA bleibt die Lage volatil, doch die jüngsten Bedingungen waren weniger bedrohlich als zu Beginn der Saison, was die Befürchtungen eines größeren nordamerikanischen Hafermangels verringert.

Ausblick & Handelsideen

Mit unter Druck stehenden Futures und vergleichsweise festen physischen EU-Preisen befindet sich der Hafermarkt derzeit im Spannungsfeld zwischen makrogetriebenen Verkäufen und weiterhin solider lokaler Nachfrage. Die Abflachung der Forwardkurve und nur moderate Aufschläge für weiter terminierte Kontrakte deuten darauf hin, dass die Preise – sofern es nicht zu einem Wetter- oder Logistikschock kommt – in der sehr kurzen Frist eher konsolidieren als eine nachhaltige Rallye starten dürften.

  • Für Verbraucher (Futter & Industrie): Der jüngste Rückgang bei den Futures bietet die Möglichkeit, die Deckung moderat bis Ende 2026 zu attraktiven Niveaus auszubauen, insbesondere dort, wo die Basis stabil ist. Vermeiden Sie eine übermäßige Vorkontraktierung weit in die Zukunft, da die Bestände komfortabel bleiben und makroökonomische Gegenwinde anhalten.
  • Für Erzeuger: Angesichts der festeren Kassapreise in der EU im Vergleich zu Anfang Juli sollten bei Stärke schrittweise Verkäufe erwogen werden, während ein Teil des Aufwärtspotenzials erhalten bleibt, falls Störungen im Schwarzen Meer oder Ertragsverluste in der EU im weiteren Saisonverlauf zunehmen.
  • Für Händler: Behalten Sie den relativen Wert zwischen Hafer und anderen Futtergetreiden im Blick. Schwäche bei Weichweizen und Gerste könnte Hafer-Rallyes begrenzen und Spread-Strategien gegenüber reinen Richtungswetten begünstigen.

3-Tages-Richtungseinschätzung (in EUR)

  • CBOT-Haferfutures (EUR/t): Leicht abwärts bis seitwärts tendierende Bias, da der makroökonomische Druck (schwaches Rohöl, entspanntere Stimmung zum Schwarzen Meer) die Wetterrisiken überwiegt.
  • EU-Physikware Hafer – Deutschland: Überwiegend stabil; begrenztes Abwärtspotenzial angesichts lokaler Nachfrage und der jüngsten Preisrückerholung von 179 auf 195 EUR/t.
  • Ukrainischer Hafer – Basis Odessa: Preise dürften volatil bleiben, sich aber im Großen und Ganzen in einer Spanne bewegen, da Exporteure Sicherheitsrisiken mit dem Bedarf an Liquidität und dem Erhalt von Marktanteilen ausbalancieren.
BASIC
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