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Haferfutures erholen sich, während europäische Kassapreise stabil bleiben

Haferfutures erholen sich, während europäische Kassapreise stabil bleiben

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

CBOT-Haferfutures erholen sich moderat, während deutscher und ukrainischer Futterhafer weitgehend stabil bleiben. Überblick über Preise, Angebot, Wetter und kurzfristigen Handelsausblick.

CBOT-Haferfutures legen zu Wochenbeginn eine leichte Erholung hin, während die europäischen Kassapreise für Futterhafer weitgehend stabil bleiben – ein Hinweis auf eine vorsichtige, aber etwas festere Tendenz am globalen Hafermarkt. Nach einem volatilen Juli stabilisiert sich der Haferkomplex. Die nächstfälligen CBOT-Haferkontrakte (Sep 2026) notieren moderat fester, die Kurve bis 2027/28 liegt ebenfalls rund 1 % höher am Tag, was auf Eindeckungen von Short-Positionen sowie eine erneute Einpreisung von witterungs- und logistikbedingten Risiken hindeutet. In Europa verharren deutsche EXW-Futterhaferpreise bei etwa 0,18–0,20 EUR/kg, während ukrainische FCA-Odessa-Angebote leicht nachgegeben haben – ein Spiegel der Exportunsicherheit im Schwarzen Meer und des Wettbewerbsdrucks durch andere Futtergetreide. Insgesamt wirken die Fundamentaldaten weiterhin komfortabel versorgt, doch die Abwärtsdynamik bei den Futures hat sich verlangsamt und kurzfristige Risiken sind ausgewogener.

Preise

Am 29. Juli 2026 wurde CBOT-Hafer Sep 26 zuletzt bei 317,75 US-ct/bu gehandelt, ein Plus von 4,00 ct bzw. 1,27 % gegenüber dem Vortagesschluss. Der Dez-26-Kontrakt liegt bei 333,00 US-ct/bu (+1,14 %), während Mär 27 und Mai 27 jeweils um 345,00 bzw. 351,00 US-ct/bu taxiert werden, beide gut 1 % höher gegenüber dem Vortag. Die Forward-Kurve bis Mitte 2028 zeigt ähnliche prozentuale Zuwächse und signalisiert damit eine breit angelegte, wenn auch noch moderate Erholung über die Fälligkeiten hinweg.

Am physischen Markt liegen aktuelle Angebote für deutschen Futterhafer EXW Drentwede stabil bei rund 0,195 EUR/kg (≈195 EUR/t), unverändert gegenüber den letzten Sitzungen nach einem Anstieg von 0,179 EUR/kg Anfang Juli. Ukrainischer Futterhafer FCA Odessa wird um 0,22 EUR/kg (≈220 EUR/t) indiziert, nach zuvor 0,24 EUR/kg zu Monatsbeginn, was auf gewissen Verkaufsdruck vor dem Hintergrund logistischer und geopolitischer Unsicherheiten in der Schwarzmeerregion schließen lässt.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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*Ungefährer EUR-Wert auf Basis einer Standard-FX-Annahme.

Angebot & Nachfrage

Die fundamentale Versorgungslage für Hafer in der EU bleibt insgesamt entspannt. Jüngste offizielle Ausblicke deuten auf überwiegend gute Bestands- und Erntebedingungen in den wichtigsten EU-Getreideregionen hin, mit bislang nur lokalem Wetterstress. Die EU-Haferproduktion 2026/27 dürfte nahe am starken Niveau 2025/26 bleiben, während der Gesamtverbrauch leicht rückläufig ist – was auf eine weitere Saison mit reichlicher Verfügbarkeit und erhöhten Endbeständen im Vergleich zu historischen Durchschnittswerten hindeutet.

Im Schwarzen Meer sieht sich die Ukraine weiterhin mit Export- und Logistikstörungen konfrontiert, wodurch ein Teil der Getreideströme auf EU-Häfen und Landrouten umgelenkt wird. Zwar spielt Hafer im Vergleich zu Mais und Weizen nur eine Nebenrolle, doch die allgemeine Unsicherheit lastet auf den ukrainischen Preisvorstellungen und sorgt für einen leichten Abschlag gegenüber deutscher Ware. Jüngste Analysen zur Getreidetransportsituation der Ukraine bestätigen anhaltende Herausforderungen bei der Frachtverfügbarkeit und sich verändernde Exportkorridore, was das Basisrisiko für Schwarzmeer-Hafer erhöht.

Auf der Nachfrageseite ist der Futtereinsatz von Hafer in der EU stabil bis leicht rückläufig, da Mischfutterhersteller verstärkt auf preislich wettbewerbsfähigen Weizen und Gerste zurückgreifen. Der Nahrungs- und Industrieverbrauch (insbesondere für haferbasierte Lebensmittel und Getränke) bleibt strukturell solide, legt aber nicht dynamisch genug zu, um die Bilanz kurzfristig spürbar zu verknappen.

Futures & Fundamentaldaten

Die CBOT-Futureskurve weist derzeit ein moderates Contango von Sep 26 (317,75 US-ct/bu) bis Mai 27 (351,00 US-ct/bu) auf und spiegelt damit eine komfortable kurzfristige Versorgung sowie Lagerkosten wider, nicht jedoch eine akute Knappheit. Die täglichen Handelsvolumina bleiben nach Maßgabe der großen Getreidemärkte gering, und das Open Interest ist überschaubar – ein Hinweis auf die Anfälligkeit des Marktes für starke Intraday-Bewegungen bei relativ kleinen Orderflüssen.

Aktuelle externe Daten zeigen, dass Haferfutures trotz der jüngsten Erholung deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen und in diesem Monat eine ausgeprägte Volatilität verzeichnet haben. In den vergangenen vier Wochen sind die Benchmark-Haferpreise von den Tiefständen Ende Juni um ungefähr ein Fünftel gestiegen, bewegen sich aber eher im Mittelfeld ihrer 12‑Monats-Spanne als an deren Extrempunkten.

In Europa bestätigt das Verhalten der physischen Preise das grundsätzlich gut versorgte Bild: Deutscher Futterhafer hat leicht zugelegt, liegt aber weitgehend im Einklang mit den nationalen Referenzspannen von etwa 0,18–0,21 EUR/kg, während die EU-Referenzpreise im Monatsvergleich leicht nachgegeben haben. Dies legt nahe, dass der jüngste Anstieg der Futures eher eine Neubewertung von Risiken widerspiegelt als eine grundlegende Veränderung der Fundamentaldaten.

Wetter & Bestandsentwicklung

Die kurzfristigen Wetterprognosen für weite Teile West- und Nordeuropas deuten auf saisonal warmes, aber nicht extremes Wetter mit ausreichender Bodenfeuchte in vielen Getreideanbaugebieten hin. Die Brandwettermodelle signalisieren für die kommenden zwei bis drei Wochen bislang keine flächendeckenden, ausgeprägten Hitzeanomalien, wenngleich regionale Hitze- und Trockenphasen in Teilen Süd- und Osteuropas möglich bleiben.

Für Hafer, der in eher kühlem und feuchtem Klima vergleichsweise robust ist, deuten die aktuellen Muster überwiegend auf günstige Abreifebedingungen für die verbleibenden Ernteflächen 2026 hin. Wetter bleibt damit eher ein Hintergrundrisiko als ein primärer Treiber, dennoch werden die Märkte jede Verschärfung von Hitze oder Trockenheit, die das Ertragspotenzial in spät entwickelnden Regionen schmälern könnte, genau beobachten.

Handelsausblick (nächste 1–3 Wochen)

  • Erzeuger (EU): Angesichts stabiler deutscher Kassapreise um 0,195 EUR/kg und moderat fester CBOT-Futures erscheinen schrittweise Verkäufe in Stärkephasen sinnvoll, insbesondere für Alt- und früh verfügbare Neuernten. In Erwägung ziehen, Absicherungen bei Aufwärtskorrekturen in Richtung der jüngsten Future-Hochs hochzufahren, während ein Teil der Menge unbepreist bleibt, falls Wetter- oder Schwarzmeer-Störungen auftreten.
  • Futtereinkäufer: Die Kombination aus komfortablen EU-Beständen und weicheren ukrainischen Angeboten begrenzt das kurzfristige Aufwärtspotenzial am Kassamarkt. Gestaffelte Käufe und die Nutzung von Preisschwächen, statt aggressiver Vorwärtsdeckung, erscheinen angebracht – insbesondere dort, wo Weizen und Gerste in den Rationen starke Konkurrenten bleiben.
  • Händler: Das geringe, aber steigende Open Interest an den Futures sowie das moderate Contango begünstigen Relative-Value-Strategien (z. B. Hafer vs. Weizen oder Gerste) gegenüber klaren Richtungswetten. Das Basisrisiko rund um Schwarzmeer-Ströme sollte eng gemanagt werden, insbesondere bei Hafer ukrainischen Ursprungs, der an eingeschränkte Exportkorridore gebunden ist.

3‑Tage-Richtungseinschätzung

  • CBOT-Hafer (Sep 26): Leicht positive Tendenz; intraday sind Schwankungen wahrscheinlich, doch die jüngste Unterstützung um 310 US-ct/bu sollte halten, sofern es nicht zu einem breiteren Abverkauf an den Getreidemärkten kommt.
  • Deutschland EXW Futterhafer: Seitwärts; die Preise dürften kurzfristig mit begrenzter Volatilität um 0,19–0,20 EUR/kg pendeln.
  • Ukraine FCA Odessa: Leicht abwärts-/seitwärtsgerichtete Tendenz; Verkäufer könnten kleine Abschläge akzeptieren, um Abflüsse bei anhaltender logistischer Unsicherheit zu sichern.
BASIC
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