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Haferfutures fester, während der EU-Kassamarkt bei Wetter- und Schwarzmeer-Risiken flach bleibt

Haferfutures fester, während der EU-Kassamarkt bei Wetter- und Schwarzmeer-Risiken flach bleibt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

CBOT-Haferfutures ziehen leicht an, während deutsche und ukrainische Kassapreise für Hafer stabil bis leicht schwächer bleiben. Wetter überwiegend günstig, Schwarzmeer-Risiken stützen Risikoprämien.

CBOT-Haferfutures tendieren bei geringen Umsätzen fester, während die europäischen Kassapreise weitgehend unverändert bleiben. Damit präsentiert sich der Markt zwar etwas fester, bleibt aber insgesamt in einem weichen Preisumfeld. An der Terminbörse handeln Haferkontrakte in einer engen, leicht aufwärts gerichteten Spanne, wobei die September-2026-Kontrakte an der CBOT zulegen. Unterstützung kommt von Wetter-Schlagzeilen und wieder aufkommenden Risikoprämien im Zusammenhang mit Störungen im Schwarzmeerraum. Die physischen Preise in den Kernherkunftsländern der EU zeigen dagegen so gut wie keine Bewegung. Das spiegelt eine komfortable lokale Verfügbarkeit und überwiegend günstige Ernteaussichten wider. Die Ukraine bleibt ein wichtiger Swing-Lieferant für Futterhafer; die jüngsten Angriffe auf Hafeninfrastruktur am Schwarzen Meer erhöhen die logistische Unsicherheit und könnten Exportwerte stützen, falls die Störungen anhalten. Der Markt wirkt derzeit ausgewogen, wobei das begrenzte Aufwärtspotenzial eher in weiter entfernten Fälligkeiten als im nahen Kassamarkt konzentriert ist.

Preise

Am 16. Juli 2026 handelt der vordere CBOT-September-2026-Haferkontrakt bei rund 357,75 USc/bu, ein Plus von 0,85 % gegenüber dem Vortag, während der Dezember 2026 bei 362,50 USc/bu (+0,35 %) liegt. Auch die weiter hinausreichenden Kontrakte bis März 2028 notieren gegenüber dem Vortag leicht höher, insgesamt bleibt die Liquidität jedoch dünn, mit nur 35 gehandelten Lots über die gesamte Kurve.

Am physischen Markt halten sich deutsche Futterhaferpreise (EXW Drentwede) seit Ende Juni bei etwa 0,179 EUR/kg (≈179 EUR/t) stabil, ohne erkennbare Reaktion auf den jüngsten Anstieg der Futures. Ukrainischer Futterhafer (FCA Odesa) wird um 0,24 EUR/kg (≈240 EUR/t) indiziert, leicht unter den Niveaus von Anfang Juli. Das deutet trotz höherer Logistikrisiken auf gewissen Druck durch Exportwettbewerb hin.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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*Ungefähre Umrechnung von 357,75 USc/bu mit 36,74 bu/t und 1,1 USD/EUR.

Angebot & Nachfrage

Die Ernteaussichten für 2026 in der EU bleiben insgesamt günstig. Offizielle kurzfristige Ausblicke deuten auf überwiegend ausreichende Bodenfeuchte und nur lokal begrenzte Trockenheit in Mittel- und Zentraleuropa hin. Dies stützt die Erwartung einer ausreichenden Futterhaferverfügbarkeit in Kernanbauregionen wie Deutschland und trägt dazu bei, die Binnenpreise trotz festerer Futures stabil zu halten.

In Nordamerika zeigen USDA-Daten zum Vegetationsstand insgesamt ordentliche Haferbestände, ohne dass bislang im Juli von einem flächendeckenden, ertragsgefährdenden Ereignis berichtet wurde. Damit bleiben die Angebotserwartungen komfortabel. Die Nachfrageseite ist eher stabil als dynamisch: Die Futterverwendung konkurriert mit anderen Grobgetreiden, während die Nachfrage aus Lebensmittel- und Getränkesektor strukturell stützend wirkt, aber keinen plötzlichen Nachfrageboom signalisiert.

Die Ukraine bleibt ein wichtiger marginaler Lieferant für den Mittelmeerraum und den Nahen Osten. Während insgesamt eine gute Getreideernte erwartet wird, ist die effektive Exportkapazität durch wiederkehrende Angriffe auf die Hafeninfrastruktur in Odesa und Chornomorsk eingeschränkt. Diese haben bereits zu erheblichen Störungen geführt und Fracht- sowie Risikoprämien erhöht. In der Summe bleiben Schwarzmeer-Haferexporte auf dem Papier wettbewerbsfähig, sind logistisch jedoch unsicher.

Fundamentaldaten & Wetter

Die Fundamentaldaten für Hafer bleiben in Europa leicht bärisch: Die Bestände sind komfortabel, und die Feldbedingungen insgesamt gut, was das Aufwärtspotenzial der nahen physischen Preise begrenzt. Die jüngste Festigung der CBOT-Futures scheint stärker mit einer allgemeineren Erholung im Getreidekomplex und Absicherung gegen Logistikrisiken im Schwarzmeerraum zusammenzuhängen als mit einer deutlichen Verengung der Haferbilanz.

Wetterseitig brachten Juni und Anfang Juli in weiten Teilen West- und Mitteleuropas trockenere als normale Bedingungen mit Hitzeepisoden, bislang jedoch ohne klaren, flächendeckenden Ertragsschock für Hafer. Saisonale Prognosen für die EU deuten weiterhin auf überwiegend günstige Bedingungen bis in die Ernte hin. In Nordamerika entsprechen die aktuellen Bewertungen der Haferbestände zumindest durchschnittlichen Erträgen, wenngleich der Markt sensibel auf mögliche Wetterverschlechterungen im Spätsommer reagiert.

Das geopolitische Risiko im Schwarzmeerraum ist der wichtigste nicht-wetterbedingte Fundamentalfaktor. Jüngste Raketen- und Drohnenangriffe haben ukrainische Exportterminals beschädigt und die funktionsfähige Exportkapazität für Getreide reduziert, wobei alternative Routen per Bahn und über Donauhäfen die Ausfälle teilweise kompensieren. Für Hafer resultiert daraus vor allem eine moderate Risikoprämie in den seewärtigen Notierungen, nicht jedoch ein dramatischer globaler Engpass.

4–6-Wochen-Ausblick & Handelsideen

In den kommenden vier Wochen ist im Basisszenario von einer Seitwärtsbewegung bis leichtem Aufwärtstrend bei Haferfutures auszugehen, wobei Wetter- und Schwarzmeer-Schlagzeilen die Volatilität bestimmen. Physische Preise in Deutschland dürften mit Sicht auf das neue Ernteangebot in der Nähe der aktuellen Niveaus verankert bleiben, während die ukrainischen Exportwerte je nach Sicherheitslage rund um die Häfen der Region Odesa stärkeren Tagesschwankungen unterliegen könnten.

  • Futterkäufer (EU): Erwägen Sie den sukzessiven Aufbau von Deckung für Q4 2026–Q1 2027 zu den aktuellen EXW-Niveaus um 179 EUR/t, da die lokalen Kassapreise die jüngste Festigung der CBOT-Futures und die Schwarzmeer-Risikoprämien noch nicht vollständig widerspiegeln.
  • Erzeuger (EU): Nutzen Sie die aktuelle Stärke der Futures für Sep/Dez 2026 für schrittweise Absicherung statt aggressiver Verkäufe. Das geopolitische Risiko kann weiterhin zu Aufwärtsspitzen führen, während die komfortablen EU-Fundamentaldaten das mittelfristige Rallypotenzial begrenzen.
  • Händler/Exporteure (Schwarzmeer): Verfolgen Sie bei Vorwärtsgeschäften ab Odesa einen vorsichtigen Ansatz, kalkulieren Sie angemessene Risikoprämien ein und prüfen Sie alternative Logistikwege (Bahn/Donau), um Störungsrisiken zu steuern.

3-Tage-Richtungstendenz der Preise (EUR)

  • CBOT-Haferfutures (Sep 2026, EUR/t-Äquivalent): Leicht fester Bias, Spanne +1–3 EUR/t bei anhaltenden Wetter- und Schwarzmeer-Risiken.
  • Deutschland EXW Futterhafer: Weitgehend stabil um 179 EUR/t; im sehr kurzen Zeitraum ist nur begrenztes Aufwärtspotenzial zu erwarten.
  • Ukraine FCA Odesa Futterhafer: Leicht unterstützender Bias nach den jüngsten Hafenangriffen, jedoch wahrscheinlich hohe Intraday-Volatilität in Abhängigkeit von Logistikmeldungen.
BASIC
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