Haferfutures geben nach, physische EU-Preise bleiben zum Neuanbruch stabil
Haferfutures tendieren an der CBoT leicht schwächer, während deutsche und ukrainische Futterhaferpreise bei komfortabler neuer Ernteversorgung überwiegend stabil bleiben.
Preise
Die CBoT-Haferfutures haben über die Terminstruktur hinweg moderat nachgegeben. Der vordere September-2026-Kontrakt wurde zuletzt bei rund 329,75 USc/bu (etwa 121 EUR/t) gehandelt, ein Rückgang von 0,53 % zum Vortag, während der Dezember 2026 bei etwa 348,25 USc/bu (rund 128 EUR/t) liegt, 0,36 % niedriger.
Weiter vorne notieren die Kontrakte März 2027 und Mai 2027 ebenfalls leicht schwächer (um 361–365 USc/bu), allerdings bei sehr geringen Umsätzen und mit offener Position, die sich vor allem auf Dezember 2026 konzentriert. Dies spiegelt eine flache bis leicht bärische Terminstruktur wider, ohne deutliche Anzeichen für starkes Hedging oder spekulative Käufe.
In Kontinentaleuropa werden deutsche Futterhaferpreise EXW Drentwede seit Mitte August stabil bei etwa 0,195 EUR/kg (195 EUR/t) gehandelt, nachdem sie sich Ende Juli von 0,179–0,188 EUR/kg befestigt hatten. Ukrainischer Futterhafer FCA Odessa ist von rund 0,22–0,24 EUR/kg Ende Juli auf etwa 0,19–0,20 EUR/kg Mitte August gefallen, was den anhaltenden Exportwettbewerb aus der Schwarzmeerregion unterstreicht.
Angebot & Nachfrage
Die Terminmarktdaten deuten auf eine gut versorgte Vorwärtsbilanz hin. Der moderate Carry zwischen September und Dezember 2026 in Verbindung mit geringen Handelsumsätzen legt nahe, dass weder Käufer noch Verkäufer von einer ausgeprägten Knappheit in der Saison 2026/27 ausgehen.
Die Widerstandsfähigkeit der physischen deutschen Preise um 195 EUR/t signalisiert eine solide lokale Nachfrage der Futterverbraucher und Verarbeiter, jedoch ohne ausreichend Spannungen, um die Futures deutlich nach oben zu ziehen. Die gegenüber früheren Niveaus reduzierten ukrainischen Angebote unterstreichen die Rolle von Schwarzem-Meer-Hafer als Preisdeckel für die kontinentaleuropäischen Märkte, insbesondere bei Futterqualitäten.
Mit dem Fortschritt der Ernte auf der Nordhalbkugel und ohne klare Anzeichen für Ertragsschocks wirkt das kurzfristige Fundament eher neutral bis leicht bärisch. Die Nachfrage aus dem Futtersektor bleibt insgesamt stabil, während die Nachfrage aus dem Lebensmittel- und Spezialsegment nicht stark genug ist, um die Bilanz auf dem aktuellen Preisniveau spürbar zu verknappen.
Fundamentaldaten & Wetter
Das Open Interest in den wichtigsten CBoT-Haferkontrakten konzentriert sich auf Dezember 2026, während die sehr niedrigen Umsätze in weiter fälligen Terminen auf begrenztes längerfristiges Hedging hindeuten. Diese Struktur, zusammen mit den jüngsten kleinen Tag-zu-Tag-Rückgängen, passt zu einem Markt ohne frische bullische Impulse.
In Europa spiegelt der Anstieg der deutschen Ab-Hof-Preise von etwa 179–188 EUR/t Ende Juli auf 195 EUR/t Mitte August den Übergang zur neuen Ernte und einige frühe Ernteunsicherheiten wider, doch das anschließende Seitwärtsmuster deutet darauf hin, dass Angebot und Nachfrage grob im Gleichgewicht sind. Die ukrainischen Preissenkungen verweisen auf eine gute Verfügbarkeit und die Notwendigkeit, gegenüber EU-Ursprüngen wettbewerbsfähig zu bleiben.
Das aktuelle Wetter in den wichtigsten Haferanbaugebieten Nordeuropas und Osteuropas ist saisonal durchwachsen, aber nicht extrem, sodass die Ernte ohne größere Unterbrechungen fortgesetzt werden kann. Sofern sich keine anhaltend nassen Bedingungen einstellen, die die Qualität beeinträchtigen, dürfte das Wetter kurzfristig kein wesentlicher bullischer Treiber werden.
Ausblick & Handelsideen
In den kommenden Wochen dürfte der Hafermarkt in einer Spanne bleiben, mit leicht abwärts gerichteter Tendenz, da Erntedruck, komfortable Versorgung und verhaltene Nachfrage auf den Preisen lasten. Die Futures könnten weiter seitwärts bis leicht schwächer tendieren, sofern nicht stärkere Volatilität im Gesamtgetreidekomplex oder unerwartete Wetterprobleme neue Impulse liefern.
- Futterkäufer (EU): Erwägen Sie, kurz- bis mittelfristigen Bedarf bei Rücksetzern in Richtung oder leicht unter das aktuelle Niveau von 195 EUR/t zu decken, insbesondere wenn sich die lokale Erntequalität als zufriedenstellend erweist.
- Erzeuger (EU, Schwarzes Meer): Nutzen Sie kleinere Kursanstiege an den Terminmärkten, um erste bzw. zusätzliche Absicherungen für 2026/27 aufzubauen, da die Kurve weiterhin akzeptable Vorwärtsrenditen im Vergleich zu historischen Tiefstständen bietet.
- Händler: Beobachten Sie die Basis zwischen CBoT-Futures und EU-Kassahafer; die aktuelle Stabilität der deutschen Preise gegenüber nachgebenden ukrainischen Angeboten könnte regionale Arbitragemöglichkeiten eröffnen.
3-Tage-Preisindikation
- CBoT-Hafer (Sep/Dec 2026): In EUR gerechnet leicht weicher bis seitwärts, unter der Annahme stabiler Wechselkurse.
- Deutschland Futterhafer EXW: Stabil um 195 EUR/t; mit nur begrenzten Bewegungen zu rechnen, während die Ernte voranschreitet.
- Ukraine Futterhafer FCA: Leichtes Abwärtsrisiko bei zunehmendem Exportwettbewerb, insgesamt aber weitgehend in einer Spanne um 190–200 EUR/t.