Zum Hauptinhalt springen
CMB Emblem
Haferpreise geben bei dünner CBOT‑Liquidität nach, während EU-Futterpreise nachlassen

Haferpreise geben bei dünner CBOT‑Liquidität nach, während EU-Futterpreise nachlassen

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

CBOT-Hafer tendiert bei geringem Volumen schwächer, während deutsche und ukrainische Futterhaferpreise nachgeben. Überblick über Preise, Angebots-Nachfrage-Treiber, Wetter und kurzfristigen Ausblick.

Die CBOT-Haferfutures tendieren bei sehr dünnem Umsatz schwächer, während die europäischen Futterhaferpreise in Deutschland und der Ukraine moderat nachgeben – ein Zeichen für entspannte kurzfristige Versorgung und verhaltene Nachfrage aus dem Futtersektor. Der weltweite Hafermarkt wird derzeit in einem Umfeld mit geringer Liquidität und hoher Wetterabhängigkeit gehandelt. CBOT-Kontrakte ab September 2026 haben in den letzten Sitzungen nachgegeben, mit besonders schwachen Notierungen am langen Ende der Kurve, während physischer Futterhafer in Deutschland und der Ukraine einen leichten Abwärtstrend zeigt, insgesamt aber weitgehend innerhalb der Spanne bleibt. Witterungsrisiken in wichtigen Anbaugebieten Nordamerikas und Europas werden genau beobachtet, erscheinen derzeit jedoch nicht akut genug, um eine ausgeprägte Risikoprämie auszulösen. Käufer verfügen über gute Optionalität zwischen verschiedenen Futtergetreiden, sodass Hafer preislich eher den größeren Getreiden folgt als als treibender Markt zu fungieren.

Preise

CBOT-Hafer steht am 7. August 2026 unter leichtem Druck. Der nächstfällige September-2026-Kontrakt notiert zuletzt bei 308,75 USc/bu (minus 1,00 Cent, -0,32 % zum Vortag) bei sehr geringem Handelsvolumen. Der Dezember-2026-Kontrakt zeigt sich etwas fester bei 328,50 USc/bu (+0,50 Cent, +0,15 %). Weiter hinausgeschobene Positionen (März–September 2027 und darüber hinaus) verzeichneten in der vorangegangenen Sitzung deutlichere Rückgänge von rund -1,5 % bis -1,6 %, was auf eine moderate Abschwächung der Kurve am hinteren Ende hindeutet, wo die Liquidität ohnehin äußerst dünn ist.

Am physischen Markt deuten jüngste, in EUR umgerechnete Angebote auf weiche, aber keineswegs einbrechende Preise hin. Deutscher Futterhafer (EXW Drentwede) hält sich bei rund 0,188 EUR/kg (188 EUR/t) und liegt damit leicht unter dem Niveau von Ende Juli. Ukrainischer Futterhafer (FCA Odessa, 98 % Reinheit) fiel von etwa 0,24 EUR/kg auf 0,20 EUR/kg Ende Juli/Anfang August und signalisiert damit eine wettbewerbsfähige Schwarzmeerherkunft im Futtersegment. Insgesamt sorgt die Kombination aus schwachen Futures und nachgebenden Angeboten aus dem Schwarzmeerraum für einen leichten Abwärtsbias bei den europäischen Haferwerten.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

*Indikative Umrechnung von USc/bu in EUR/t unter Verwendung eines Standard-Bushelgewichts und aktueller Wechselkurse; nur zur Orientierung.

Angebot & Nachfrage

Die Angebotslage erscheint kurzfristig komfortabel. Die weiche CBOT-Haferkurve und das niedrige Open Interest unterstreichen, dass der US-Terminmarkt derzeit keine gravierenden Engpässe einpreist. In Nordamerika deutet der Feldfrüchte-Hauptbericht Juni 2026 von Statistics Canada darauf hin, dass die Haferfläche trotz einiger Aussaatverzögerungen weiterhin gut versorgt ist, was die Erwartung eines ausreichenden kanadischen Exportangebots in 2026/27 stützt.

Auf der Nachfrageseite spielt Hafer in Futterrationen weiterhin eine Nebenrolle im Vergleich zu Mais und Gerste. Da konkurrierende Futtergetreide weitgehend verfügbar sind und die jüngste Volatilität bei Weizen und Mais mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht, haben Käufer wenig Druck, ihre Haftereindeckung aggressiv nach vorne zu ziehen. In Europa deuten nachgebende Angebote aus der Ukraine und stabile deutsche Preise auf ausreichende lokale und regionale Verfügbarkeit hin, um den aktuellen Bedarf an Futter- und Speisehafer zu decken, auch wenn witterungsbedingter Stress in einigen EU-Getreideregionen eher bei den Hauptgetreidearten als speziell bei Hafer Besorgnis auslöst.

Wetter & Bestandsentwicklung

Das Wetter ist gemischt, aber für Hafer bislang nicht kritisch. In den kanadischen Prärien schwankten die Bedingungen früher in der Saison zwischen ungewöhnlich trocken und regional sehr nass, doch zuletzt zeigt sich ein eher typisches sommerliches Muster mit lokalen Gewittern und gelegentlichen Hitzephasen, ohne klare Hinweise auf einen größeren Produktionseinbruch bei Hafer in diesem Stadium.

In Europa hat die extreme Hitze im Juni Teile des Getreidekomplexes, insbesondere Weizen und Mais, geschädigt und schätzungsweise 2 Mrd. EUR vom Wert der EU-Getreideernte vernichtet. Hafer spielt in diesen Bewertungen zwar eine geringere Rolle, doch dieselben Hitze- und Trockenphasen in Teilen West- und Mitteleuropas könnten regional Erträge und Qualitäten schmälern. Angesichts der geringeren Haferfläche und einer relativ flexiblen Nachfragebasis bewertet der Markt diese Problematik bislang jedoch als handhabbar und nicht als systemisch.

Fundamentaldaten & Marktstruktur

Fundamental bleibt Hafer ein dünner, nachlaufender Markt. Aktuelle CME-Daten zeigen ein sehr geringes Open Interest in Haferfutures im Vergleich zu anderen Getreiden, was auf eine begrenzte spekulative Beteiligung und eine starke Dominanz kommerzieller Absicherungsströme hinweist. Der jüngste Rückgang von 1,5–1,6 % über die gestreckten CBOT-Haferkontrakte am 6. August 2026 erfolgte bei minimalem Volumen und unterstreicht, dass kleine Umsätze die Preise überproportional bewegen können.

Der jüngste USDA-Feedgrain-Ausblick stellt Hafer weiterhin als eine Nebenkomponente der nordamerikanischen Futternutzung dar, wobei die USA stark von Importen höherwertiger Speisehaferqualitäten aus Kanada abhängig sind. Vor diesem Hintergrund ist die globale Haferbilanz insgesamt relativ stabil, und Preissignale werden eher durch die relative Bewertung gegenüber konkurrierenden Getreiden und durch Logistik (z. B. Exporte aus dem Schwarzmeer- und Ostseeraum) als durch absolute Knappheit bestimmt.

Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen

In den nächsten Tagen dürfte der Hafermarkt eher richtungslos bis leicht schwächer tendieren, wobei Wetterschlagzeilen sowie Bewegungen bei Weizen und Mais stärkeren Einfluss ausüben als spezifische Hafernachrichten. In den letzten 72 Stunden hat sich keine unmittelbare, akute Wetterbedrohung herauskristallisiert, die eine deutliche Risikoprämie bei Hafer rechtfertigen würde, auch wenn anhaltende Hitze und lokale Trockenheit in Teilen Europas und Nordamerikas weiterhin als Beobachtungspunkte für Qualität und Enderträge gelten.

  • Futterkäufer (EU): Erwägen Sie, die Deckung auf dem aktuellen Preisniveau schrittweise zu verlängern, insbesondere aus wettbewerbsfähigen Schwarzmeerherkünften, vermeiden Sie aber Überengagement; das fundamentale Umfeld und die CBOT-Kurve sprechen kurzfristig für ein nur begrenztes Aufwärtspotenzial.
  • Erzeuger (EU & Schwarzmeerraum): Preisen Sie einen Teil der neuen Ernte bei Aufschlägen in verwandten Getreidesorten ein, anstatt auf spezifische Haferhochs zu warten, und nutzen Sie die derzeit leichte Backwardation/Schwäche in den gestreckten CBOT-Kontrakten als Warnsignal, dass eine späte Vermarktung von der geringen Liquidität möglicherweise nicht belohnt wird.
  • Händler: Beobachten Sie Hafer–Gerste- und Hafer–Mais-Spreads; die aktuelle Schwäche von Hafer im Vergleich zu anderen Futtergetreiden könnte Chancen bieten, falls Wetter oder Logistik das kurzfristige Angebot unerwartet verknappen.

3‑Tage-Richtungseinschätzung (EUR-basiert)

  • CBOT-Hafer (EUR/t, nächster Termin): Leichter Abwärtsbias, Bewegungen jedoch voraussichtlich durch sehr geringe Umsätze begrenzt.
  • Deutschland EXW Futterhafer: Überwiegend seitwärts; mögliche kleine Abschläge, wenn Erntedruck zunimmt oder Angebote aus dem Schwarzmeerraum aggressiv bleiben.
  • Ukraine FCA Odessa Futterhafer: Leicht bärisch, mit Spielraum für weiteres geringfügiges Nachgeben, sofern die Exportlogistik funktionsfähig bleibt und der regionale Wettbewerb im Futtergetreidesegment anhält.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
PREMIUM
KI-Agent
Was treibt aktuell die Chilli-Prämie?
Knappe Guntur-Bestände, feste EU-Exportnachfrage und geringere Andhra-Anlieferungen — volle Analyse in deinem Dashboard.
Frag die CMB-KI zu Preisen, Marktreibern und Handelsströmen — trainiert auf den Daten unserer Redaktion.
KI-Agent öffnen →