Indische Selleriesamen bleiben trotz schwacher Monsun-Signale stabil
Die Preise für indische Selleriesamen in Neu-Delhi bleiben fest: Knappes Angebot, Lagerhaltung durch Landwirte und ein schwacher Monsunausblick begrenzen das Abwärtspotenzial trotz nachlassender Nachfrage.
Prices
Inländische Angebote für Selleriesamen in Neu-Delhi (Indien, konventionell 99 % ganz) sind in EUR gerechnet gegenüber der Vorwoche praktisch unverändert. FCA-Neu-Delhi-Werte entsprechen etwa 0,70 EUR/kg und zeigen damit ein vernachlässigbares Minus von 1–2 % gegenüber der vorherigen Aktualisierung. FOB-Neu-Delhi-Exportangebote halten sich bei rund 1,17 EUR/kg, unverändert gegenüber der zuletzt berichteten Woche und nur geringfügig niedriger als die Indikationen von Anfang August, was eine stabile, aber feste Preissituation mit bislang sehr begrenzter Abwärtsdynamik bestätigt.
Supply & Demand
Aktuelle Marktberichte für Gewürze aus dem Juni 2026 zeigen, dass die indische Produktion von Selleriesamen aufgrund extremer Witterungseinflüsse – trotz eines Flächenzuwachses von 30 % – von anfänglich erwarteten 6.500–7.000 Tonnen auf etwa 4.500–5.000 Tonnen nach unten revidiert wurde. Diese deutliche Kürzung, kombiniert mit einem schwachen Überhang aus der Vorsaison, hat die inländischen Bestände verknappt und Erzeuger in wichtigen Anbaustaaten wie Rajasthan, Punjab und Haryana dazu veranlasst, Ware zurückzuhalten, in Erwartung höherer Erlöse.
Die Exportnachfrage blieb stützend, wobei Berichte im Mai und Juni von einem festen bis starken Preistrend und einem Anstieg von 57–60 % gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 sprechen. Aktuell zeigt sich der Spotkauf jedoch selektiver, da Importeure die erhöhten Preise gegen eine breitere Schwäche bei einigen anderen Gewürzen abwägen und zugleich das Risiko monsunnbedingter Ertragseinbußen bei alternativen Herkünften berücksichtigen. Dieses Kräfteverhältnis hält den Selleriemarkt derzeit gut unterstützt, ohne ihn kurzfristig in einen deutlich aufwärtsgerichteten Trend zu treiben.
Weather & Crop Conditions (India)
Die Langfristprognose der Indischen Meteorologischen Behörde für den Südwestmonsun 2026 deutet auf landesweit unterdurchschnittliche saisonale Niederschläge hin, mit besonderer Sorge für Teile Nordwestindiens, wo der Sellerieanbau konzentriert ist. Unabhängige Wetterbeobachter verweisen zudem auf die laufende Entwicklung eines sehr starken El Niño, der typischerweise mit trockeneren Bedingungen in Nordindien einhergeht und das Risiko von Trockenstress und niedrigeren Erträgen für die Aussaat 2026/27 erhöht, falls die Niederschlagsdefizite anhalten.
Kurzfristig deuten gemeinschaftlich erhobene Wetterberichte darauf hin, dass der August in Teilen Nordindiens und im westlichen Himalaya Phasen eines aktiven Monsuns und heftige Regenereignisse gebracht hat. Kommentatoren betonen jedoch, dass diese Episoden das übergeordnete Niederschlagsdefizit voraussichtlich nicht vollständig ausgleichen werden. Für bereits eingelagerte Selleriesamen sind unmittelbare Wettereffekte begrenzt; die Hauptsorge gilt dem bevorstehenden Pflanzfenster, in dem eine unzureichende Bodenfeuchte eine weitere Flächenausweitung bremsen und den mittelfristigen Angebotsausblick angespannt halten könnte.
Fundamentals & Market Drivers
- Knappes Marktgleichgewicht: Niedrigere tatsächlich realisierte Produktion und geringe Anfangsbestände begrenzen den exportierbaren Überschuss Indiens und stützen die FOB-Werte trotz weicherer Wochenverläufe.
- Zurückhaltendes Verkäuferverhalten der Landwirte: Die Erwartung weiterer Preissteigerungen veranlasst viele Produzenten, Verkäufe aufzuschieben, was die Liquidität im Spotmarkt einschränkt und das Abwärtspotenzial dämpft.
- Makro-Wetterrisiko: Offizielle Prognosen für unterdurchschnittliche Monsunniederschläge 2026 und die Aussicht auf ein starkes El‑Niño-Ereignis erhöhen das Risiko einer erneut begrenzten Ernte in der nächsten Saison – ein wichtiger preistreibender Hintergrundfaktor.
- Nachfragesignale: Exportanfragen bleiben regelmäßig, sind nach dem starken Anstieg im Jahresvergleich jedoch spürbar preisempfindlich; einige Käufer verschieben größere Ausschreibungen in der Hoffnung auf eine Korrektur, die bislang nicht eingetreten ist.
Trading Outlook (Next 1–2 Weeks)
- Kurzfristige Tendenz: Seitwärts bis leicht fester. Begrenzte Verkaufsbereitschaft und wetterbedingte Unsicherheit sprechen gegen ausgeprägten Abwärtsdruck, selbst wenn die Nachfrage im Promptgeschäft nicht besonders stark ist.
- Für Exporteure: Es kann sinnvoll sein, einen Teil der Lieferungen für Q4–Q1 zu den aktuellen FOB-Niveaus um 1,17 EUR/kg zu fixieren, während ein Teil des Volumens offen bleibt, um von einer möglichen Verschärfung der Knappheit bei weiterer Monsunenttäuschung zu profitieren.
- Für Importeure: Käufe staffeln; kurzfristigen Bedarf jetzt absichern, aber Überkäufe auf dem aktuell erhöhten Preisniveau vermeiden, da jede Verbesserung der Niederschlagssituation oder eine Ausweitung der Verkäufe seitens der Landwirte die FCA-Angebote in Neu-Delhi vorübergehend entlasten könnte.
- Risikofaktoren im Blick behalten: IMD-Updates zu den Niederschlägen in Rajasthan, Punjab und Haryana sowie neue Einschätzungen zur Intensität von El Niño beobachten; deutlichere Dürresignale würden sich rasch in festeren Forward-Angeboten niederschlagen.
3‑Day Price Indication (Region: IN)
- New Delhi, FCA (domestic): In EUR gerechnet in den kommenden drei Tagen stabil bis leicht fester um 0,70/kg erwartet, mit engen Intraday-Spannen, da die physische Marktaktivität moderat bleibt.
- New Delhi, FOB (export): Voraussichtlich nahe 1,17/kg mit leicht aufwärtsgerichteter Tendenz, falls neue Anfragen aus Europa oder dem Nahen Osten eingehen, vor dem Hintergrund anhaltender Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit des indischen Angebots.