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Knappes Rosinenangebot trifft steigende türkische Stützpreise – Zeitfenster für Käufer
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Knappes Rosinenangebot trifft steigende türkische Stützpreise – Zeitfenster für Käufer

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Rosinenmarkt: stärkere türkische Stützpreise, feste Lagerhaltung der Erzeuger, weichere EUR-Angebote in EU/Indien. Analyse, Ausblick und Handelstipps für die nächsten Tage.

Erzeuger- und Exportpreise für Rosinen stehen unter Aufwärtsdruck, da sich die Türkei auf eine große TMO-Intervention vorbereitet, während Landwirte Bestände zurückhalten und Importeure in EUR nach wie vor selektiv attraktive Angebote finden. Der Rosinenmarkt startet in die neue Saison mit sich verknappendem Angebot auf Betriebsebene und der Erwartung deutlich höherer türkischer Stützpreise. Noch vor einer offiziellen Ankündigung konkurrieren Exporteure darum, die verbleibenden Bestände zu sichern, während die meisten Erzeuger zu den aktuellen Rohwarenpreisen nur ungern verkaufen. Gleichzeitig zeigen internationale, in EUR notierte Angebote nur moderate Wochenzuwächse, was ein vorübergehendes Zeitfenster für Käufer eröffnet, um Volumen abzusichern, bevor sich die Neusaison-Preisbildung vollständig niederschlägt. Das Wetter im Westen der Türkei ist saisonal warm bis heiß und unterstützt die Entwicklung der Weinberge, ohne dass derzeit ein akutes Stressrisiko besteht.

Preise & Marktstruktur

Rohwarenpreise in der Türkei werden bei etwa 80–85 TRY/kg gemeldet, wobei der Markt erwartet, dass die TMO mit rund 100.000 Tonnen Rosinen eingreift. Indikative Interventionsideen konzentrieren sich auf etwa 120 TRY/kg für Grade 8 und 140 TRY/kg für Grade 9, was – sofern bestätigt – eine deutlich höhere Untergrenze gegenüber den aktuellen Erzeugerpreisen impliziert.

Exporteure rechnen für die kommende Kampagne mit saisonalen Rosinenpreisen um 5 USD/kg, auch wenn es noch zu früh ist, um zu wissen, ob dieses Niveau am Spotmarkt erreicht wird. In der Zwischenzeit versuchen Exporteure aggressiv, verbleibende Erzeugerbestände bereits vor Bekanntgabe offizieller Preise aufzukaufen, was auf Sorge über knappe Verfügbarkeiten beim Übergang in die neue Ernte hindeutet.

Aktuelles EUR-Preisbild

Jüngste EUR-Angebote zeichnen ein gemischtes, aber insgesamt festes Bild: Türkei und China definieren das zentrale Industriesegment, während Indien und Chile die Premiumspanne setzen. Leichte Woche-zu-Woche-Abschwächungen in einigen Linien stehen im Kontrast zu den hohen Erwartungen türkischer Erzeuger, die davon ausgehen, dass offizielle Stützpreise die Wiederbeschaffungskosten zur neuen Saison nach oben ziehen werden.

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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*Durchschnitt der jüngsten Gold-Angebote aus Neu-Delhi.

Angebot, Nachfrage & Handelsströme

Von September 2024 bis Mitte Juni 2025 exportierte die Türkei rund 124.400 Tonnen Rosinen zu einem durchschnittlichen Preis von knapp 3.565 USD/Tonne. Im aktuellen Vermarktungsjahr bis Mitte Juni 2026 ist das Exportvolumen auf etwa 110.600 Tonnen gesunken, und der Durchschnittspreis ist auf rund 3.354 USD/Tonne zurückgegangen, was auf eine schwächere Nachfrage oder verstärkten Wettbewerb zu Beginn der Saison hindeutet.

Wöchentliche Daten zeigen einen jüngsten Anstieg der Ausfuhren: Anfang Juni 2026 erreichten die Exporte rund 3.390 Tonnen gegenüber etwa 2.030 Tonnen in derselben Woche des Vorjahres – allerdings zu einem deutlich niedrigeren Durchschnittspreis (rund 2.947 USD/Tonne gegenüber 3.597 USD/Tonne). Dies deutet darauf hin, dass Käufer Kursrückgänge nutzen, um wieder in den Markt einzusteigen, obwohl sich die Fundamentaldaten auf Erzeugerebene in der Türkei verknappen.

Auf der Angebotsseite sind Landwirte – abgesehen von solchen mit Liquiditätsbedarf – weitgehend nicht bereit, zu den aktuellen Preisen zu verkaufen, sondern warten lieber auf Klarheit über den TMO-Eingriff und die Neusaison-Ernteerträge. Exporteure versuchen daher verstärkt, verbleibende Altware-Bestände vor jeder offiziellen Ankündigung zu sichern, was einen Teil der Verhandlungsmacht auf die Erzeuger verlagert und die Wahrscheinlichkeit eines Preissprungs erhöht, sobald die TMO-Niveaus feststehen.

Wetter & Ernteausblick

Die wichtigsten türkischen Rosinenregionen rund um Manisa sehen sich derzeit saisonal warmem bis heißem Wetter gegenüber, mit Juni-Temperaturen im oberen 20er- bis mittleren 30er-°C-Bereich laut jüngsten regionalen Prognosen und Klimadaten. Bisher gibt es keine akuten Berichte über ungünstige Wetterereignisse wie weit verbreiteten Hagel oder extreme Hitze, die die sich entwickelnde Ernte kurzfristig wesentlich gefährden würden.

Früher im Frühjahr verzeichnete ein Großteil der Westtürkei kühlere und feuchtere Bedingungen als üblich, was zu einer guten Bodenfeuchte und vitalen Weinbergen beigetragen hat. Sollten sich heiße und trockene Bedingungen im weiteren Sommer ohne ausreichende Bewässerung verstärken, könnten Qualität und Beerenkaliber unter Druck geraten; derzeit ist der Witterungshintergrund jedoch insgesamt konstruktiv für eine normale bis leicht überdurchschnittliche Ernte.

Risiken & zentrale Beobachtungspunkte

  • TMO-Einkaufspolitik: Die Bestätigung einer 100.000-Tonnen-Intervention und die tatsächlichen Ankaufspreise für Rosinen der Grade 8 und 9 werden die neue Untergrenze für türkische Erzeuger- und Exportpreise definieren.
  • Verkaufsverhalten der Landwirte: Anhaltendes Zurückhalten von Ware kann die Knappheit in der Nahfrist verschärfen und Preissteigerungen beschleunigen, sobald offizielle Stützpreise veröffentlicht werden.
  • Währung und Inflation in der Türkei: Eine weitere TRY-Abwertung könnte hohe nominale TRY-Stützpreise in EUR teilweise kompensieren, auch wenn die inländische Inflation den Abwärtsraum bei Erzeugerpreisen begrenzen dürfte.
  • Wetter im Juli–August: Hitzewellen oder späte Stürme in Manisa und Nachbarregionen könnten Qualität und endgültige exportierbare Mengen beeinträchtigen.

Handelsausblick & 3-Tage-Perspektive

  • Importeure / Industrieanwender: Die Kombination aus Lagerzurückhaltung der Erzeuger und erwarteten höheren TMO-Preisen spricht dafür, derzeitige EUR-Niveaus für eine vorsorgliche Eindeckung von mindestens 2–3 Monaten Bedarf zu nutzen, insbesondere für türkische Sultanas Typ 9 und 10.
  • Distributeure: Erwägen Sie den Aufbau begrenzt zusätzlicher Bestände in Standardqualitäten und nutzen Sie selektiv günstigere chinesische und indische Herkünfte zur Kostendurchschnittsbildung, bevor Neusaison-Angebote aus der Türkei höher eingepreist werden.
  • Produzenten / Landwirte: Sofern keine Liquidität benötigt wird, erscheint ein vorsichtiges Verkaufstempo bis zur Klarheit über die TMO-Interventionsdetails gerechtfertigt; Preisspitzen sollten jedoch genutzt werden, um das Risiko schrittweise abzubauen.

In den nächsten drei Handelstagen dürften türkische FOB- und CIF-Preise für Rosinen in EUR fest bis leicht fester bleiben, mit Potenzial für schnelle Aufwärtsbewegungen, falls neue Gerüchte über TMO-Niveaus aufkommen. Wettbewerbsherkünfte (China, Indien, Chile) werden voraussichtlich seitwärts bis leicht fester handeln, der türkischen Stimmung und den Wechselkursen folgend, bieten aber weiterhin einen gewissen relativen Wert im Vergleich zu den erwarteten Niveaus der neuen türkischen Saison.

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