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Maispreise behaupten sich, da EU-Ernte knapper ausfällt und ukrainische Basis nachgibt

Maispreise behaupten sich, da EU-Ernte knapper ausfällt und ukrainische Basis nachgibt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Kompaktes Maismarkt-Update: stabile deutsche und französische Preise, weichere ukrainische Exportbasis und wetterbedingte Angebotsrisiken. Einschließlich 3-Tage-Ausblick für BR, DE und UA.

Die Maispreise zeigen sich an den wichtigsten Ursprüngen weitgehend stabil bis leicht schwächer. Deutsche und französische Notierungen werden durch eine dürrebedingt schwache EU-Ernte gestützt, während ukrainische Exportwerte an den Donauhäfen nachgeben. Spot-Benchmarks zeigen unveränderten Mais CPT Odessa, doch die Gebote an den Donauhäfen sind gesunken. Dadurch bleiben Schwarzmeerwerte trotz des höheren offiziellen ukrainischen Mindestexportpreises wettbewerbsfähig. Insgesamt befindet sich der Markt im Spannungsfeld zwischen einem strukturell knapperen EU-Angebot und weiterhin reichlicher ukrainischer Exportverfügbarkeit sowie saisonal verbesserten Aussichten in Brasilien. Kurzfristig deutet dies auf seitwärts tendierende bis leicht festere Preise an den wichtigsten EU-Ursprüngen hin, während die ukrainische Basis an den Nebenhäfen unter leichtem Druck bleibt. Das Wetter in den wichtigsten Anbauregionen dürfte in den kommenden drei Tagen keine größeren Störungen verursachen. Dadurch bleiben unmittelbare Angebotsschocks begrenzt, während der Markt für weitere Nachrichten zur ukrainischen Exportpolitik und zur EU-Nachfrage nach Futtergetreide sensibel bleibt.

Preise

Aktuelle indikative EUR-Preise:

UrsprungOrtSpezifikationLieferungPreis (EUR/kg)Veränderung ggü. zuvor
UkraineOdessaMais, Futterqualität, max. 14 % Feuchtigkeit, 98 % ReinheitCPT0.165↓ von 0.172
UkraineOdessaMais, nicht spezifiziertFOB0.159↓ von 0.166
UkraineOdessaMais, gelbe Futterqualität, max. 14,5 % FeuchtigkeitFCA0.18unverändert
FrankreichParisMais, gelbFOB0.25unverändert
DeutschlandDrentwedeMais, Futterqualität, max. 14 % FeuchtigkeitEXW0.295↓ von 0.3
BrasilienDordrecht (NL)PopcornFCA0.8unverändert
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.Charts öffnen →

Indikative ukrainische Export-Benchmarks für Mais in USD bleiben laut SPIKE Spot Index gegenüber der Vorwoche rund um CPT Odessa unverändert; der Index lag am 18. September 2026 unverändert. Gleichzeitig sind die Gebote an den Donauhäfen für ukrainischen Mais der neuen Ernte bis zum 17. September auf etwa 165–170 USD/t auf CPT-Hafen-Basis gesunken. Dies verdeutlicht einen moderaten Abwärtsdruck auf nachrangige Exportwege.

Angebots- und Nachfragefaktoren

Das EU-Angebot bleibt strukturell knapp. Französische amtliche Statistiken weisen für 2026 eine Körnermaisproduktion von rund 8,1 Millionen Tonnen aus – den niedrigsten Stand seit 1980 –, nachdem Sommerhitze und Trockenheit die Erträge beeinträchtigt und einen Teil der Flächen in Silage umgewandelt haben. Breitere Berichte aus Frankreich unterstreichen erhebliche Defizite bei Futter und Mais infolge von Dürre und Hitze. Viehhalter müssen dadurch ihre Futterreserven abbauen und alternative Futtermittel beschaffen. Dieses Umfeld stützt die französischen und deutschen Maiswerte trotz des Erntedrucks.

In der Ukraine wirken Politik und Logistik in entgegengesetzte Richtungen. Die Regierung hat den zulässigen Mindestexportpreis für Mais im September im Rahmen ihres Export-Sicherheitsregimes kürzlich auf 195 USD/t CPT und 187 USD/t FOB angehoben und damit die formale Untergrenze für Exportdeklarationen erhöht. Gleichzeitig zeigen Spotmarkt-Indikationen von den Donauhäfen, dass Käufer niedrigere Preise durchsetzen wollen. Dies deutet darauf hin, dass die tatsächlich gehandelten Preise an den Nebenhäfen diese politisch vorgegebene Untergrenze testen. Zusammen mit den unveränderten SPIKE-CPT-Odessa-Benchmarks spiegelt dies ein ausreichendes kurzfristiges ukrainisches Angebot und starken Exportwettbewerb wider.

In Deutschland deuten regionale Marktberichte Mitte September auf stabile Futtermaispreise von etwa 0,295 EUR/kg EXW im Nordwesten Deutschlands hin. Dies entspricht den aktuellen Indikationen für Drentwede und wird durch die dürrebedingt angespannte EU-Getreidebilanz gestützt. Zusammen mit der historisch niedrigen französischen Produktion hält dies die Importnachfrage nach Schwarzmeermais im Fokus, auch wenn die lokalen Kassamärkte die Ernte verarbeiten.

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Wetterüberblick (BR, DE, UA)

Brasilien (BR): Da der größte Teil des Maises der zweiten Ernte 2026/27 bereits eingebracht ist, hat das kurzfristige Wetter derzeit nur begrenzten unmittelbaren Einfluss auf die Preise. Die jüngste offizielle brasilianische Erntebeobachtung von Mitte September weist allgemein günstige Bedingungen für die verbleibenden Sommerfrüchte aus; akuter neuer Stress beim Mais wurde nicht gemeldet. Für die kommenden drei Tage prognostizieren die Vorhersagen in den wichtigsten Anbaustaaten der Zentral-Süd-Region saisonal milde Temperaturen und vereinzelte Schauer. Dies unterstützt die Bodenfeuchtigkeit vor dem nächsten Aussaatzyklus.

Deutschland (DE): Kurzfristige Vorhersagen für Norddeutschland deuten auf relativ kühle, frühherbstliche Bedingungen mit leichten Regenschauern und ohne größere Extreme hin. Dies trägt zur Stabilisierung der Ertragserwartungen für verbleibende späte Bestände bei und mindert den Erntestress. Zusammen mit der vorangegangenen Sommerhitze und Trockenheit in anderen Teilen der EU begünstigt dies einen stabilen bis leicht unterstützenden Ton bei den lokalen Futtermaispreisen statt aggressiver Verkäufe während der Ernte.

Ukraine (UA): In der Südukraine und der Region Odessa zeigen die 3-Tage-Prognosen überwiegend trockenes bis nur leicht schauerartiges Wetter mit moderaten Tagestemperaturen. Dies ist günstig für die Fortsetzung der Maisernte und eine reibungslose Logistik zu den Schwarzmeer- und Donauhäfen. Da keine unmittelbaren Wetterrisiken bestehen, dürfte die Preisentwicklung in der Ukraine weiterhin stärker von Exportpolitik, Logistikkapazität und der Nachfrage am Bestimmungsort als von kurzfristigen Ernterisiken bestimmt werden.

Fundamentaldaten und Marktstimmung

  • Knappheit in der EU: Die historisch niedrige französische Maisproduktion und die dürrebedingt beeinträchtigten Getreidebestände in Frankreich und Deutschland verknappen die regionale Futtergetreidebilanz und bilden eine Untergrenze für deutsche und französische Maispreise.
  • Wettbewerbsfähigkeit der Ukraine: Trotz des höheren offiziellen Mindestexportpreises für September bleibt ukrainischer Mais wettbewerbsfähig. Die Gebote an den Donauhäfen sind auf 165–170 USD/t CPT-Hafen gesunken, während SPIKE unveränderte CPT-Odessa-Werte anzeigt. Dies deutet auf solide Angebotsfundamentaldaten im kurzfristigen Zeitraum hin.
  • Brasilianischer Hintergrund: Brasiliens große Safrinha-Ernte 2026 und das allgemein günstige Wetter zum Saisonende halten die globale Exportverfügbarkeit komfortabel. Dies wirkt eher als mittelfristige Begrenzung von Erholungen denn als unmittelbarer Treiber der europäischen Kassamärkte.

Handelsausblick und 3-Tage-Preissignale

  • Für Käufer (EU-Futtermittelnutzer): Deutscher EXW- und französischer FOB-Mais halten sich auf relativ erhöhten, aber stabilen Niveaus. Bei einem knappen EU-Angebot und ohne unmittelbaren negativen Schock erscheint es sinnvoll, moderate Rückgänge für Deckungskäufe zu nutzen, insbesondere gegenüber ukrainischen Angeboten, statt auf einen erheblichen Erntedruck zu warten.
  • Für Verkäufer (ukrainische Exporteure): Die Kombination aus politisch bestimmten Mindestpreisen und weicheren Donaugeboten spricht für selektive Verkäufe. Höher zahlende Schwarzmeerabsatzwege und kurzfristig ausführbare Geschäfte sollten priorisiert werden, während weitere Anpassungen der offiziellen Mindestpreise beobachtet werden.
  • Für Risikomanager: Das Basisrisiko zwischen den EU-Inlandsmärkten und den ukrainischen Exportplätzen dürfte erhöht bleiben. Es sollte erwogen werden, den Festpreis über Futures abzusichern und gleichzeitig Ursprungs- und Hafenbasis getrennt zu steuern, insbesondere dort, wo die Donauquotierungen von den Schwarzmeer-Benchmarks abweichen.

Regionaler 3-Tage-Richtungsausblick (Preise in EUR nicht geschätzt, nur Richtung):

  • Brasilien (BR, exportorientierter Mais/Popcorn): Seitwärts – es werden keine größeren Wetter- oder Politikschocks erwartet, die die kurzfristigen Angebote verändern könnten.
  • Deutschland (DE, Futtermais EXW): Seitwärts bis leicht fester – eine knappe EU-Bilanz und stabile Nachfrage gleichen den lokalen Erntedruck aus.
  • Ukraine (UA, Mais FCA/CPT/FOB): An den Donauhäfen leicht schwächer, rund um Odessa weitgehend stabil – starker Wettbewerb und der Widerstand der Käufer gegen höhere offizielle Untergrenzen könnten den Druck auf schwächere Absatzwege aufrechterhalten.
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