Mandelkerne bleiben fest, während Spanien und die USA auf parallelen Preisböden verlaufen
Knapper Überblick zu Preisen, Angebot, Wetter und kurzfristigem Ausblick für Mandelkerne aus Spanien und den USA, mit stabiler bis leicht fester Tendenz bei Premiumsorten.
Preise
Spanische FOB-Angebote für Mandelkerne (Madrid) bei wichtigen Sorten werden derzeit etwa wie folgt eingeschätzt:
Spanische Kassareferenzen von den Lonjas zeigen Marcona überwiegend im mittleren Bereich von 6 EUR/kg und Guara bei etwa 5,4–5,6 EUR/kg. Dies steht im Großen und Ganzen im Einklang mit den exportorientierten FOB-Niveaus und bestätigt eine stabile inländische Ausgangsbasis. Marktkommentare aus den USA heben weiterhin feste Preise im Vergleich zum Vorjahr hervor, nach kumulativen Anstiegen über die Saison 2025/26 hinweg.
Angebot & Nachfrage
Kalifornien bleibt der dominierende globale Anbieter. Für 2025/26 zeigen Branchenberichte, dass die Ausfuhren im Jahresvergleich nur geringfügig niedriger ausfallen (rund −0,6 %), während die Preise deutlich anzogen, da die Nachfrage das verfügbare Angebot aufnahm und die Unsicherheit abnahm. Die neue Ernte 2026/27 startete mit über 300 Millionen lbs an Vorwärtsverkäufen, was auf solides Exportinteresse aus wichtigen Zielländern wie Europa und Indien hindeutet.
Die spanische Produktion ist strukturell kleiner, aber strategisch wichtig für Premiumsorten wie Marcona und Valencia. Jüngste europäische Bilanzeinschätzungen gehen weiterhin von spanischen Ernten um 105.000 Tonnen aus, im Jahresvergleich stabil, was hilft, die regionale Verfügbarkeit zu sichern. Die inländische spanische Nachfrage aus der Süßwaren- und Snackindustrie, zusammen mit Abnehmern im nahen EU-Raum, nimmt das Angebot auf aktuellem Niveau auf; in den Lonja-Notierungen ist bislang nur eine geringe Preissensitivität erkennbar.
Wetter & Erntebedingungen (ES, US)
In Spanien weist das offizielle Dürremonitoring weiterhin auf Niederschlagsdefizite und moderate bis schwere Dürreherde in weiten Teilen des Mittelmeerraums im Hochsommer hin, insbesondere in den südlichen und östlichen Regionen, in denen der Mandelanbau konzentriert ist. Einige späte Frühjahrsniederschläge haben den Stress zwar gemildert, doch bleiben Speicherstände und Bodenfeuchte unter dem Durchschnitt, was den Bewässerungsbedarf hoch hält und die Produktionsrisiken für regenabhängige Anlagen moderat nach unten verschiebt.
In Kalifornien wurde in den letzten Tagen kein größerer landesweiter Wetterschock gemeldet. Die aktuellen Bedingungen während der Ernte sind saisonal warm und überwiegend trocken, was für Schütteln und Trocknen vorteilhaft ist, die Wassermanagementkosten nach früheren Hitzephasen der Saison jedoch hoch hält. Marktteilnehmer beobachten weiterhin mögliche lokale Störungen während der Ernte, die die kurzfristige Verfügbarkeit verknappen könnten, bislang sind jedoch keine preisbewegenden Ereignisse in dieser Woche aufgekommen.
Fundamentaldaten & Markttreiber
- Bestände & Übertrag: Die globalen Übertragsbestände, insbesondere in Kalifornien, bleiben erheblich, aber beherrschbar. Jüngste Branchendaten deuten darauf hin, dass schnellere Verschiffungen gegen Ende der Saison 2025/26 einen belastenden Überhang verhindert haben und damit das heutige feste, aber nicht explosive Preisumfeld unterstützen.
- Nachfrage: Eine stabile Verwendung von Kernen in Europa und eine starke, festivalgetriebene Nachfrage aus Indien und Teilen Asiens stützen das Vorwärtsinteresse an US-Nonpareil und -Carmel. Die Premiumsorte spanische Marcona behauptet ihren Qualitätsaufschlag in den Segmenten Backwaren, Schokolade und Gourmet-Snacks, was das Abwärtsrisiko begrenzt, selbst wenn die breitere Nussnachfrage nachlässt.
- Politik & Risikomanagement (Spanien): Jüngste Aktualisierungen des spanischen Agrarversicherungsrahmens für Schalenfrüchte spiegeln Sorgen über klimabedingte Ertragsschwankungen wider und zeigen, dass Erzeuger zunehmend den Fokus auf Risikodeckung statt auf eine schnelle Flächenausweitung legen. Dies begrenzt das mittelfristige Angebot strukturell.
Handelsausblick & 3-Tage-Sicht
- Kurzfristige Tendenz (3–5 Tage): Da vor den nächsten US-Positionsmeldungen keine neuen Datensignale erwartet werden und die spanischen Lonja-Sitzungen nur schrittweise Bewegungen zeigen, dürften die Preise für Kerne in Spanien und den USA kurzfristig in einer Handelsspanne bleiben, mit leichtem Aufwärtsszenario für Premiumqualitäten.
- Strategie Kaufseite: Europäische und mediterrane Käufer mit Deckungslücken für Q4–Q1 können erwägen, sich in spanische Marcona und Valencia auf aktuellem Niveau einzukaufen und kleinere Rücksetzer in den Lonja-Referenzen als Gelegenheit zu nutzen, während sie zur Diversifizierung kleine Volumen US-Carmel staffeln.
- Strategie Verkaufsseite: Erzeuger und Ursprungsexporteure in Spanien und Kalifornien dürften eher auf geduldige, gestaffelte Verkäufe setzen und das Abwärtsrisiko über Mindestpreiskonstruktionen absichern, statt aggressiv vorwärts zu verkaufen – angesichts der stützenden Nachfrageaussichten und der anhaltenden witterungsbedingten Unsicherheiten.
3-Tage-Richtungstendenz (in EUR)
- Spanien (FOB Madrid, Kerne): Marcona, Valencia, Guara – stabil bis +0,02–0,05 EUR/kg, in enger Korrelation zu kleinen Aufwärtsanpassungen an den lokalen Lonjas.
- USA (FAS/FOB Kalifornien, Kerne, in EUR umgerechnet): Carmel und Nonpareil – weitgehend stabil; Bewegungen dürften ohne neue Überraschungen bei Verschiffungen oder Wetter auf ±0,03 EUR/kg begrenzt bleiben.