Mandelpreise bleiben stabil, während Hitzewellen US‑ und spanische Plantagen belasten
Mandelpreise in den USA und Spanien bleiben trotz anhaltender Hitzewellen und Dürregefahr stabil. Überblick über Angebot, Nachfrage und 3‑Tage-Preisausblick in EUR.
Preise
Alle unten aufgeführten Preise sind indikative Export-Paritätspreise, umgerechnet in EUR zu ~0,92 EUR/USD und gerundet.
Im vergangenen Monat haben sowohl US-Nonpareil- als auch spanische Marcona-/Valencia-Typen in einer engen Handelsspanne notiert, was das Ausbleiben neuer Angebotsschocks und die abwartende Haltung des Marktes vor vollständigen Erntedaten widerspiegelt.
Angebot & Nachfrage
Kalifornien bleibt der dominierende weltweite Anbieter und steht für rund die Hälfte der globalen Mandelproduktion, gefolgt von Spanien. Die jüngste offizielle subjektive Schätzung der US-Behörden veranschlagt die kalifornische Mandelproduktion 2026 auf etwa 2,70 Milliarden Pfund (geschält) und damit leicht unter dem Niveau der Vorsaison. Dies impliziert nur ein geringes Wachstum des globalen Angebots, wenn die höhere australische Produktion und ein stabiles spanisches Aufkommen berücksichtigt werden.
Die globalen Anfangsbestände für 2025/26 sind moderat statt belastend, wobei ein Anstieg der weltweiten Endbestände erwartet wird, der jedoch weit von Krisenniveaus entfernt bleibt. Der Verbrauch wächst in wichtigen Importmärkten wie der EU und Indien stetig weiter, gestützt durch den anhaltenden Trend zu pflanzlichen Proteinen und Snack-Nüssen, was die Nachfrageseite der Bilanz fest hält. Vor diesem Hintergrund preist der Markt derzeit einen ausgeglichenen, aber leicht knappen Ausblick ein, insbesondere für Premiumqualitäten.
Wetter & Feldbedingungen (US, ES)
In Kalifornien herrscht ein anhaltendes sommerliches Hitzemuster mit erhöhter Brandgefahr, und die saisonalen Prognosen gehen von überdurchschnittlich warmen Bedingungen bis in den August hinein aus. Obwohl Mandeln rund um die Ernte relativ hitzetolerant sind, können anhaltende Hitzewellen den Bewässerungsbedarf erhöhen und die Bäume unter Stress setzen, was die Kostenbasis der Erzeuger erhöht und die Sorgen um das zukünftige Ertragspotenzial verstärkt. Die jüngste öffentliche Diskussion in der Region hebt die anhaltenden Spannungen über die Wassernutzung in Mandelplantagen hervor und unterstreicht langfristige Risiken für die Nachhaltigkeit.
Der Mandelgürtel Spaniens entlang der südlichen und östlichen Küsten bleibt chronischer Wasserknappheit und wiederkehrenden Dürrephasen ausgesetzt, wie jüngste wissenschaftliche Bewertungen für Südspanien und die gesamte Iberische Halbinsel zeigen. In den letzten drei Tagen wurde jedoch kein neues, akutes Wetterereignis gemeldet, das die Ernteaussichten 2026 wesentlich verändern würde. Strukturelle Trockenheit und hohe Sommertemperaturen begrenzen weiterhin das Ertragspotenzial und verhindern eine aggressive Expansion, was dazu beiträgt, die spanischen Kernpreise im Vergleich zu kalifornischer Ware zu stützen.
Fundamentaldaten & Markttreiber
- Bestände und Bilanzen: Branchendaten zeigen, dass die US-Anfangsbestände für 2025/26 erhöht, aber beherrschbar sind, wobei die weltweiten Endbestände voraussichtlich nur moderat zunehmen – nicht in einem Ausmaß, das einen Preiseinbruch auslösen würde.
- Konkurrenzherkünfte: Australien dürfte 2025–26 eine größere Mandelernte liefern, was Käufern eine zusätzliche Quelle für Nonpareil-Typen bietet und jede starke Rallye begrenzt, die allein durch Probleme in den USA oder Spanien getrieben wäre.
- Kosten und Risikoprämien: Höhere Bewässerungsanforderungen in Kalifornien und Spanien infolge von Hitze und struktureller Dürre halten die Produktionskosten erhöht und schlagen sich in moderaten Risikoprämien in Vorwärtsangeboten nieder.
- Nachfrageton: Die Nachfrage nach Mandeln im Einzelhandel und in der weiterverarbeitenden Industrie in der EU und Asien bleibt robust, doch Käufer zeigen Preissensitivität und bevorzugen eine kurzfristige Eindeckung, was trotz solider Fundamentaldaten die Aufwärtsdynamik begrenzt.
Handelsausblick & 3‑Tage-Sicht
Handelsausblick (nächste 2–4 Wochen)
- Käufer (Röster, Chocolatiers, Industrie): Eine hand-to-mouth-Eindeckung erscheint sinnvoller als eine aggressive Ausweitung der Positionen, da die aktuellen Preise bereits eine moderate Wetterrisikoprämie, aber keinen klaren Angebotsschock widerspiegeln.
- Importeure in Europa: Die Spannen zwischen kalifornischer Ware und spanischen Marcona-/Valencia-Typen im Blick behalten; die derzeitige Stabilität begünstigt eine selektive Umstellung auf US-Herkunft für Standardqualitäten, während spanische Ware für Spezialanwendungen gesichert wird.
- Erzeuger und Händler: Da die Ernte noch nicht vollständig eingebracht ist, sollten tiefe Rabatte vermieden werden; knappe globale Bilanzen und Wetterrisko sprechen dafür, die aktuellen Angebotsniveaus zu verteidigen, insbesondere bei Premiumsorten und Bio-Ware.
3‑Tage-Richtungstendenz der Preise (ES, US)
- USA (Carmel, Nonpareil, FAS/FOB): Seitwärts. Anhaltende Hitze und Brandgefahr sind bereits eingepreist; in den nächsten drei Tagen werden keine neuen offiziellen Erntedaten erwartet, die eine starke Bewegung rechtfertigen würden.
- Spanien (Marcona, Valencia, Guara, FOB): Seitwärts bis leicht fester. Strukturelle Wasserrestriktionen und ein knappes lokales Angebot stützen eine leicht aufwärtsgerichtete Tendenz, aber der sehr kurze 3‑Tage-Horizont begrenzt tatsächliche Preisbewegungen auf kleinere Anpassungen.