Mandelpreise ziehen an, da Kalifornien zulegt und Spanien stabil bleibt
Kompakter Marktbericht zu Mandeln: feste bis steigende Preise in Kalifornien und Spanien, starke Exportnachfrage, gesunder Schlussbestand und neutrales Wetter halten die Tendenz leicht bullisch.
Preise
Alle Preise in EUR umgerechnet mit einem indikativem Kurs von 1 USD = 0,92 EUR.
- Spanische Marcona- und Valencia-Qualitäten verzeichnen in der letzten Woche einen stetigen Anstieg von etwa 0,05 EUR/kg und festigen damit die vorherigen Aufschläge.
- US-Carmel- und Bio-Nonpareil-Angebote liegen in EUR gerechnet leicht höher, im Einklang mit der allgemein festeren Preislage in Kalifornien, wie von Händlern und Marktanalysten berichtet.
Angebot & Nachfragetreiber
Aktuelle Positionsberichte aus Kalifornien und Kommentare der Verarbeiter beschreiben das Erntejahr 2025/26, das mit Versandmengen im Juli endete, die rund 3 % über dem Vorjahr lagen, während die gesamten Jahresausfuhren im Wesentlichen unverändert blieben – allerdings auf historisch hohem absoluten Niveau. Die Zuwächse wurden vor allem von der Exportnachfrage getragen, während die Inlandsabnahme in den USA etwas verhaltener ist.
Der Schlussbestand am Ende der Saison 2025/26 wird auf etwa 19 % der Jahresausfuhren geschätzt – ein Niveau, das weithin als gesund eingestuft wird und weit entfernt von den belastenden Lagerbeständen früherer Jahre ist. Dieses Gleichgewicht, kombiniert mit einer kleineren Ernte als ursprünglich prognostiziert und starken Exporten in der Spätsaison, hat die Referenzpreise für Kalifornien bis Mitte August im Jahresvergleich um rund 25–27 % nach oben getrieben.
Spanien bleibt strukturell knapp versorgt und als Preisnehmer von Kalifornien abhängig, doch die Inlandsnachfrage nach traditionellen Typen (Marcona, Valencia, Guara) und für Süßwarenanwendungen stützt die lokalen Aufschläge. Begrenzte, sehr aktuelle öffentliche Daten zur spanischen Erntegröße bedeuten, dass Händler auf private Schätzungen und beobachtete Festigkeit der Angebote angewiesen sind, die derzeit keine Anzeichen für Abschläge gegenüber US-Ursprung zeigen.
Wetter- & Erntebedingungen (ES, US)
Im kalifornischen Central Valley deuten Kurzfristprognosen für die nächsten 3 Tage auf saisonal warme, trockene Bedingungen mit stabilen Temperaturen und ohne nennenswerte Stürme während des frühen Erntefensters hin. Dies unterstützt ununterbrochene Schüttel-, Ernte- und Schälvorgänge, trägt zur Begrenzung von Qualitätsrisiken bei und erleichtert reibungslose Logistik.
In den wichtigsten spanischen Anbaugebieten (Andalusien, Murcia, Valencia und Aragonien) zeigen die Früh-September-Prognosen ebenfalls überwiegend trockenes, heißes Spätsommerwetter mit nur vereinzelten, leichten Schauern in höheren Lagen. Solche Muster wirken insgesamt neutral bis leicht positiv für die verbleibenden Arbeiten auf dem Feld und die Trocknung der Nüsse und stellen derzeit keine Bedrohung für Ertrag oder Qualität dar.
Fundamentaldaten & Markttendenz
- US-Fundamentaldaten: Starke Versandmengen in der Spätsaison, Erwartungen einer durchschnittlich großen 2026er Ernte und ein gesunder, nicht übermäßiger Schlussbestand stützen die jüngste Preisrally und halten die Verkäufer diszipliniert.
- Preisniveau: Branchenberichte heben hervor, dass die Mandelpreise in Kalifornien nun auf dem höchsten Stand seit rund einem Jahrzehnt liegen, was die preisempfindlichere Nachfrage nach und nach dämpfen könnte, bislang jedoch noch keine sichtbare Abschwächung in wichtigen Exportmärkten ausgelöst hat.
- Spanien: Inländische Kerne folgen der Entwicklung in Kalifornien, behalten aber einen Aufschlag für Spezialitäten; aktuelle Angebote deuten auf zurückhaltende Verkäufe der Erzeuger hin, gestützt durch eine starke Nachfrage aus Süßwaren- und Snacksegmenten im Vorfeld des Jahresendes.
- Logistik: Da in den letzten Tagen keine gravierenden Logistikstörungen gemeldet wurden und das Wetter stabil ist, hängt die kurzfristige Verfügbarkeit eher von der Preisverhandlung als von einem physischen Mangel ab.
Handelsausblick (kurzfristig)
- Käufer (Röster, Süßwarenhersteller): Erwägen Sie, den Bedarf für Q4 bei verbleibenden Rücksetzern abzusichern, insbesondere für spanische Marcona/Valencia und US-Nonpareil, da Fundamentaldaten und Stimmung derzeit keine kurzfristige Preiskorrektur nahelegen.
- Importeure in die EU: Halten Sie ein ausgewogenes Buch; die Aufschläge für spanischen Ursprung könnten sich moderat ausweiten, falls sich die Differenzen für Kalifornien weiter verengen, sodass eine Mischung von US- und ES-Ursprüngen, wo die Qualität es zulässt, die durchschnittlichen Kosten senken kann.
- Erzeuger/Verarbeiter: Bei Preisen auf Mehrjahreshochs ist ein schrittweiser Vorwärtsverkauf zusätzlicher Volumina gerechtfertigt, doch ein Teilbestand für mögliche weitere Aufwärtspotenziale bleibt angesichts der anhaltend stabilen Exportnachfrage sinnvoll.
3‑Tage-Richtungstendenz der Preise (EUR)
- US-Ursprung (FOB/FAS, EU-äquivalent): Leicht bullische Tendenz; bei anhaltender Nachfrage und ausbleibenden negativen Makromeldungen ist in den nächsten 3 Tagen mit unveränderten bis +0,05 EUR/kg zu rechnen.
- Spanischer Ursprung (FOB ES): Ebenfalls leicht bullisch; zurückhaltende Verkäufe und starke lokale Nachfrage sprechen für stabile bis leicht festere Notierungen, insbesondere für Marcona und Bio-Qualitäten.