Mandelpreise stabil, während sich Hitzerisiken in Spanien und Kalifornien aufbauen
Kurzes Update zum Mandelmarkt: stabile Kernpreise in Spanien und den USA, ausreichende kalifornische Ernte 2026, Hitzerisiken in Schlüsselregionen und 3‑Tage-EUR-Preisausblick.
Preise
Ausgehend von einem indikativem EUR/USD-Kurs von 1,10 entsprechen die Angebote für Mandeln US-Ursprung Ende Juli etwa 5,95–6,00 EUR/kg für konventionelle Carmel SSR (FAS US) und rund 8,35 EUR/kg für biologische Nonpareil 27/30. Spanische Mandeln der Herkunft Marcona und Valencia (FOB ES) liegen überwiegend zwischen 5,45 EUR/kg (Guara bajo Industrietypen) und 8,75 EUR/kg (Premium Marcona S/16), mit Bio-Nonpareil um 11,35 EUR/kg.
Spanische Einzelhandelspreise bestätigen ein stabiles Bild in der nachgelagerten Kette: Naturbelassene Mandeln unter großen Supermarktmarken werden zum 28. Juli 2026 nahe 11,50 EUR/kg notiert, unverändert seit dem Frühjahr, was auf begrenzten jüngsten Kostendruck oder Nachfrageschocks auf Verbraucherebene hindeutet.
Angebot & Nachfrage
Kalifornien bleibt der dominante globale Anbieter. Die jüngste offizielle Prognose vom Mai 2026 veranschlagt die kalifornische Mandelernte 2026 auf rund 2,70 Milliarden Pfund (geschälte Basis), nur 1 % unter dem Vorjahr, was insgesamt auf eine ausreichende Rohwarenverfügbarkeit für den Export 2026/27 hindeutet. Monatliche Positionsberichte bis Juni bestätigen solide Verschiffungen und komfortable Endbestände, was den unmittelbaren Aufwärtsdruck durch ein knappes Angebot begrenzt.
In Spanien zeigen jüngste staatliche Marktbeobachtungen, dass die Kampagne 2025/26 für Ölsaaten und Schalenfrüchte mit stabilen Inlandspreisen voranschreitet und im jüngsten Juli-Bericht keine akuten Angebotsschocks vermerkt sind. Die diversifizierten spanischen Mandelanbaugebiete (Valencia, Murcia, Andalusien, Aragon und Balearen) beliefern weiterhin Nischen- und hochwertige Sorten wie Marcona und stützen damit den Preisaufschlag gegenüber kalifornischen Standardsorten.
Wetter & Erntebedingungen (ES, US)
Das kalifornische Central Valley hat 2026 wiederholt Hitzeepisoden erlebt, darunter eine rekordverdächtige Hitzewelle im März, auf welche die Staatsbehörden hingewiesen haben. Die aktuellen Prognosen des National Weather Service für das nördliche Central Valley gehen in der kommenden Woche von typischen heißen, trockenen Sommerbedingungen mit Höchsttemperaturen überwiegend im mittleren 30er‑Bereich °C und klarem Himmel aus. Dieses Muster unterstützt die Nussausbildung, erhöht jedoch den Bewässerungsbedarf; bislang gibt es keine offiziellen Berichte über weit verbreitete Hitzeschäden in Obstplantagen.
In Spanien ist derzeit eine vierte europäische Hitzewelle im Gange, mit Berichten über hohe Temperaturen in mehreren Ländern, darunter Spanien, Ende Juli. Eine solche Hitze kann bei anhaltendem Verlauf den Stress in nicht bewässerten oder grenzwertigen Plantagen erhöhen, insbesondere im Binnenland von Andalusien und Aragon. Allerdings wurden in den jüngsten offiziellen Marktnotizen bislang keine deutlichen Ertragsherabstufungen für spanische Mandeln veröffentlicht. Insgesamt sind Wetterriskiken vorhanden, schlagen sich jedoch noch nicht in bestätigten Produktionsverlusten für 2026/27 nieder.
Fundamentaldaten & Markttreiber
- Komfortables globales Angebot: Eine nahezu unveränderte Ernteprognose für Kalifornien und normale Lagerbestände stützen einen insgesamt gut versorgten Markt und begrenzen Aufwärtsbewegungen, solange kein größerer Wetterschock eintritt.
- Nachfrage stabil, nicht boomend: Einzelhandelspreise in Spanien liegen seit Jahresbeginn konstant um 11,5 EUR/kg, was auf eine stabile Verbrauchernachfrage, aber kaum Anzeichen für einen starken nachfragegetriebenen Preisschub hindeutet.
- Sorgen um Hitze und Wasser: Wiederholte Hitzewellen in Kalifornien und Debatten um die Wasserversorgung im Central Valley halten langfristige Produktionskosten und Nachhaltigkeit im Fokus, bleiben jedoch eher mittelfristige als unmittelbare Preistreiber.
- Regionale Prämien: Spanische Marcona und Bio-Nonpareil behaupten einen deutlichen Aufschlag gegenüber Standard-US-Carmel, bedingt durch Sortenpräferenzen und ein begrenzteres Angebot, insbesondere im Bereich Süßwaren und Premium-Snacks.
Handelsausblick & 3‑Tage-Preisprognose
- Für Käufer (Röster, Verarbeiter): Da kalifornische und spanische Kerne insgesamt stabil sind, erscheint dieses Zeitfenster geeignet, um kurzfristige Bedarfe in Standardsorten zu decken, insbesondere wenn Sie für das 4. Quartal 2026 unterdeckt sind. Erwägen Sie gestaffelte Käufe, um das verbleibende Wettrisiko der neuen Ernte zu managen.
- Für Verkäufer (Erzeuger, Genossenschaften): Das Fehlen klarer bullischer Katalysatoren spricht für einen disziplinierten, schrittweisen Verkauf statt aggressiver Vorwärtsverkäufe. Die Zurückhaltung eines unbepreisten Volumens bis zur Haupternte auf der Nordhalbkugel kann Aufwärtspotenzial bewahren, falls Hitzestress die Erträge später beeinträchtigt.
- Für Händler: Flache Kassapreise und gut versorgte Fundamentaldaten deuten auf ein Umfeld für Carry- und Spread-Strategien statt eines klaren, richtungsweisenden Long-Engagements hin. Beobachten Sie kommende US-Positionsberichte und neue spanische Ernteeinschätzungen als mögliche Katalysatoren.
3‑Tage-Richtungsausblick (auf EUR-Basis):
- Spanien (FOB ES Kerne): Seitwärts bis leicht fester; Hitzewellen-Schlagzeilen könnten eine geringe Wetterprämie aufrechterhalten, aber bis zum 3. August wird keine starke Bewegung erwartet.
- USA (FAS/FOB-Angebote in die EU, in EUR gerechnet): Seitwärts; Wechselkursschwankungen können kleinere Anpassungen verursachen, aber die zugrunde liegenden Dollar-Angebote wirken kurzfristig stabil.