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Türkische Haselnusskerne bleiben stabil, Markt beobachtet Signale zur neuen Ernte

Türkische Haselnusskerne bleiben stabil, Markt beobachtet Signale zur neuen Ernte

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Knappes Update für Juli 2026 zu türkischen Haselnusspreisen, Ernteausblick, Inlands­kosten, FX und TMO-Erwartungen, inklusive 3-tägiger EUR-Preisindikation.

Die Preise für türkische Haselnusskerne sind in EUR weitgehend stabil bis leicht fester, wobei Bio-Angebote aus İzmir etwas anziehen und konventionelle Istanbul-FOB-Niveaus unverändert bis leicht weicher tendieren. Der Markt befindet sich in einer Abwartehaltung vor den offiziellen Ernteprognosen 2026 und den TMO-Stützpreisen, während feste Erzeugerpreise in Ordu und eine schwache Lira die Exportofferten untermauern. Trotz begrenzter Spot-Liquidität wird die Preisfindung durch steigende Kostenschätzungen der Erzeuger und Erwartungen an einen höheren TMO-Interventionspreis in der neuen Saison geschärft. In Giresun und Ordu haben die offiziellen Kommissionen erst vor Kurzem mit systematischen Ertragszählungen begonnen, sodass es noch keine endgültige Ertragszahl gibt, doch frühe Bestandskontrollen deuten mindestens auf eine durchschnittliche Ernte hin. Gleichzeitig bleibt die Exportnachfrage aus Europa nach einem wertgetriebenen ersten Fünfmonatszeitraum 2026 solide, sodass das Augenmerk trotz TRY-Volatilität auf türkischen Angeboten in EUR liegt.

Preise

Auf Basis der jüngsten FOB-Türkei-Indikationen, umgerechnet in EUR mit einem ungefähren Kurs von 1 EUR ≈ 53,3 TRY per 17. Juli 2026, präsentieren sich die Kernel-Angebote aus Istanbul und İzmir im Wochenvergleich überwiegend unverändert, mit einer leichten Festigung bei einigen Bio-Linien.

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Am türkischen Inlandsmarkt werden freie Marktpreise für 50 % Ausbeute in Schale (in-shell) in Ordu per 16. Juli 2026 bei rund 170 TRY/kg gemeldet, faktisch in den vergangenen Tagen auf diesem Niveau eingefroren, während die Marktteilnehmer auf den neuen Ankaufpreis der TMO für die neue Ernte warten. Dies entspricht bei aktuellem Wechselkurs etwa 3,2 EUR/kg in Schale.

Angebot & Nachfrage

In den wichtigsten Anbauprovinzen am Schwarzen Meer hat die offizielle Ernteabschätzungskommission in Giresun erst vor Kurzem mit detaillierten Zählungen von Kätzchen und Fruchtbüscheln in repräsentativen Plantagen begonnen; die endgültigen Produktionsschätzungen 2026 werden nach rund zwei Wochen Feldarbeit erwartet. Aufgrund dieses Zeitplans arbeiten Exporteure und Käufer derzeit mit einer breiten Spanne inoffizieller Ertragserwartungen.

Früher im Jahr sind die türkischen Haselnussexportmengen in den ersten vier Monaten 2026 um rund ein Drittel zurückgegangen, obwohl die Exporterlöse gestiegen sind – ein Hinweis darauf, dass höhere Stückpreise die geringeren Ausfuhren ausgeglichen haben. Die EU-Nachfrage blieb robust, wobei Deutschland und andere zentrale europäische Süßwarenstandorte hochpreisige Kerne dank starker Markenproduktverkäufe absorbierten. Jüngere Marktforschung zeigt jedoch, dass die Türkei in bestimmten EU-Märkten begonnen hat, Anteile an neue Herkünfte wie Chile zu verlieren – vor allem aufgrund von Preiswettbewerbsfähigkeit und Volatilität.

Im Inland steht die Kosteninflation der Erzeuger im Mittelpunkt. Produzenten im westlichen Schwarzmeergebiet signalisieren, dass die Produktionskosten 2026 im niedrigen Bereich um 240 TRY/kg liegen könnten, und Bauernverbände fordern öffentlich einen TMO-Interventionspreis von mindestens 320 TRY/kg, um steigende Arbeits- und Inputkosten abzudecken. Diese Argumentation unterstützt die Zurückhaltung der Erzeuger, zu niedrigeren Niveaus im Voraus zu verkaufen, und untermauert die derzeitige Festigkeit der Erzeugerpreise und Kernel-Angebote.

Wetter & Pflanzenentwicklung (TR)

Die Haselnussplantagen entlang der zentralen und östlichen Schwarzmeerküste (Ordu, Giresun, Trabzon und angrenzende Provinzen) treten unter saisonal warmen und feuchten Bedingungen in die Vorerntephase ein. Kurzfristige lokale Prognosen deuten auf typisches Schwarzmeerwetter im Juli mit häufiger Bewölkung, vereinzelten Schauern und moderaten Temperaturen hin, statt extremer Hitzewellen.

Bisher wurden in den wichtigsten Haselnussgebieten in den letzten Tagen keine gravierenden witterungsbedingten Schäden gemeldet, und aktuelle Feldbegehungen deuten – vorbehaltlich der abgeschlossenen offiziellen Ertragsaufnahmen in Giresun und Ordu – auf eine weitgehend normale Ernte hin. Folglich wird die kurzfristige Preisstützung derzeit eher von Kosteninflation, Wechselkursentwicklung und politischen Erwartungen als von akuten Wetterrisiken bestimmt.

Fundamentaldaten & Makroumfeld

Die türkische Lira bleibt strukturell schwach und volatil, wobei der EUR/TRY-Kurs sich im Bereich der niedrigen 50er bewegt. Dadurch bleiben die internationalen Haselnusspreise in EUR relativ stabil, selbst wenn sich die in TRY notierten Erzeugerpreise verändern. Dieses FX-Umfeld ist für Exporteure, die langlaufende Verträge in die europäischen Schokoladen- und Backwarensektoren bepreisen, von zentraler Bedeutung.

Aus Bestands-Perspektive ist die Türkei mit komfortablen, aber nicht übermäßigen Vorräten in das Wirtschaftsjahr 2025/26 gestartet – nach einer kleineren Vorjahresernte und einem soliden Exportprogramm. Jüngste internationale Analysen heben hervor, dass die Türkei zwar weiterhin den globalen Haselnussmarkt dominiert, ihre Preissetzungsmacht jedoch durch Konkurrenz und die Notwendigkeit begrenzt wird, Marktanteile in wichtigen Importländern zu halten. Insofern wird das Niveau, auf dem die TMO ihren neuen Stützpreis festlegt, entscheidend sein: Zu hoch – und es könnte die Wettbewerbsfähigkeit weiter aushöhlen; zu niedrig – und Unzufriedenheit der Erzeuger könnte das frühzeitige Marktangebot in der Saison begrenzen.

Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen

  • Preistendenz (nächste 1–2 Wochen): Mit inländischen Preisen für Ware in Schale in Ordu um 170 TRY/kg und noch ohne endgültige Ernteprognose dürften EUR-basierte Kernel-Angebote aus der Türkei in einer engen Spanne bleiben, mit leichtem Aufwärtspotenzial, falls die TMO einen stärkeren Stützpreis signalisiert.
  • Für Käufer: Es bietet sich an, einen Teil des Bedarfs für Q4–Q1 zu den aktuellen EUR-Niveaus zu decken, insbesondere bei Bio-Kernen, wo die Angebote bereits leicht anziehen. Ein Restvolumen sollte offen bleiben, um zu profitieren, falls die letztendliche Ernteschätzung positiv überrascht und die TMO-Preisgestaltung weniger aggressiv ausfällt als von den Erzeugern erwartet.
  • Für Verkäufer / Exporteure: Preisdiziplin wahren, aber zu selektiven Zugeständnissen bei Großmengen oder strategisch wichtigen EU-Kunden bereit sein, angesichts von Hinweisen, dass erhöhte türkische Preise bereits einen Teil der Nachfrage auf alternative Herkünfte verlagert haben. Fokus auf höherveredelte und Bio-Produkte, bei denen die Türkei weiterhin einen Qualitätspremium hält.
  • Zu beobachtende Risikofaktoren: Endgültige Ernteschätzungen für Giresun und Ordu in den nächsten zwei Wochen, die Bekanntgabe des neuen TMO-Ankaufspreises sowie mögliche starke Bewegungen im EUR/TRY, die Exportparitäten rasch verändern könnten.

3-tägige regionale Preisindikation (EUR, Richtung)

  • TR, Istanbul FOB konventionelle Kerne: Seitwärts bis leicht weicher in EUR, die meisten Exporteure halten ihre Angebote, sind aber für kleinere Abschläge bei Volumengeschäften offen.
  • TR, İzmir FOB Bio-Kerne: Leicht festerer Bias in EUR, da Nischennachfrage und begrenztes Angebot insbesondere bei größeren Kalibern und gerösteter Ware aufeinandertreffen.
  • Inländische TR-Ware in Schale (Ordu, Giresun): Lokale TRY-Preise dürften in den nächsten drei Tagen nahe dem aktuellen Niveau von 170 TRY/kg bleiben, in EUR gerechnet damit faktisch stabil bei moderaten FX-Bewegungen.
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