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Türkische Haselnüsse finden Boden, da Nervosität zur neuen Ernte das Bild eines großen Angebots ausgleicht
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Türkische Haselnüsse finden Boden, da Nervosität zur neuen Ernte das Bild eines großen Angebots ausgleicht

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Die Preise für natürliche Haselnusskerne in der Türkei drehen nach oben, da sich das Angebot verknappt und TMO‑Intervention, EU‑Zolländerungen und US‑Konkurrenz den Haselnusshandel neu ordnen.

Die Preise für türkische natürliche Haselnusskerne haben klar einen Boden gefunden: Spotangebote stabilisieren sich und ziehen in einigen Segmenten sogar leicht an, obwohl für 2026/27 eine größere Ernte erwartet wird. Angebotsvorsicht auf der Verkäuferseite, ein potenziell aktiveres TMO sowie eine festere Nachfrage nach der neuen Ernte verschieben die Verhandlungsmacht schrittweise wieder in Richtung Angebotsseite. Das Markbild ist gemischt: Rohware, natürliche Kerne 11–13 mm DDP Mitteleuropa, liegen weiterhin deutlich unter dem Niveau des Vorquartals und des Vorjahres, doch die jüngste Woche zeigt eine spürbare Umkehr des vorherigen Abwärtstrends. Verarbeitete Produkte (geröstet, gehackt, Paste) bleiben vergleichsweise stabil, was darauf hindeutet, dass die tiefste Korrektur wahrscheinlich hinter uns liegt. Gleichzeitig kalibrieren Käufer ihre Strategien neu im Lichte der neuen EU‑Verordnung, die zollfreien Zugang für bis zu 500.000 mt US‑Nüsse gewährt und damit den Wettbewerbsdruck im Bereich Kerne und Zutaten mittelfristig erhöhen könnte. Das Wetter im türkischen Schwarzmeergürtel ist derzeit saisonal warm, ohne akute Belastung, sodass der Fokus eher auf der Ertragsbildung im Juli und August liegt als auf unmittelbaren Wetterrisiken.

Preise

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Die Gesamtentwicklungsindikatoren unterstreichen, wie tief die frühere Korrektur ausgefallen ist: Der zusammengesetzte Preisindex liegt rund 18 % unter dem Vorquartal und mehr als 61 % unter dem Niveau der letzten sechs Monate, während er immer noch etwa 37 % über dem Dreijahresdurchschnitt notiert. Dies zeigt, dass die aktuellen Niveaus historisch attraktiv für Käufer sind, von vielen Verkäufern jedoch zunehmend als nicht nachhaltig niedrig betrachtet werden. Frische FOB‑Angebote aus der Türkei bestätigen das Stabilisierungsmuster. Standard‑Naturkerne 11–13 mm aus Istanbul werden mit rund 7,3–7,4 EUR/kg FOB indiziert, nur marginal unter der Vorwoche, während 13–15 mm Größen knapp unter 7,9–8,0 EUR/kg FOB gehandelt werden. Biokerne aus Izmir bleiben deutlich fester, mit 11–13 mm nahe 19,25 EUR/kg und blanchierter gerösteter Ware um 22,7 EUR/kg FOB, was die anhaltende Prämie für zertifizierte und wertschöpfungsintensive Segmente unterstreicht.

Angebot & Nachfrage

Bei Naturkernen ist ein spürbarer Wandel im Verhalten der Verkäufer zu beobachten. Angebote für die kommende türkische Ernte fallen weniger aggressiv aus; sie spiegeln die Erwartung einer stärkeren Rolle des türkischen Getreideamts (TMO), Sorgen über möglichen Kernausfall in den Anlagen sowie eine insgesamt ausgewogenere Angebotssituation nach früheren umfangreichen Verkäufen im Zusammenhang mit Zinszahlungsverpflichtungen wider. Verfügbare Spotmengen wirken knapper, obwohl der Ausblick auf die Vorwärtsernte weiterhin relativ komfortabel bleibt. Die Käuferaktivität hat als Reaktion auf den erkennbaren Preisboden angezogen. Viele industrielle Nutzer und Händler haben bereits damit begonnen, sich Abdeckung zu sichern, was die Nachfrage erhöht und die Preise von ihren jüngsten Tiefstständen nach oben schiebt. In den verarbeiteten Kategorien (geröstet, Mehl, Paste) erscheint das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage ausgeglichener, was die geringeren Woche‑zu‑Woche‑Preisschwankungen im Vergleich zu Naturkernen erklärt. Außerhalb der Türkei dürfte der Wettbewerb intensiver werden. Die neue EU‑Verordnung 2026/1455 führt zollfreie Kontingente für bis zu 500.000 mt US‑Nüsse ein, einschließlich Haselnüssen. Dies könnte die Attraktivität von US‑Kernen für EU‑Käufer erhöhen, insbesondere in Standardqualitäten, auch wenn knappe US‑Verfügbarkeit und Logistik die unmittelbare Verdrängung türkischer Ware begrenzen dürften. Georgien erzielt weiterhin eine Prämie für hochwertige Kerne, doch dessen geringerer Umfang lässt die Türkei die dominierende Position als globaler Anbieter behalten.

Fundamentaldaten & Politik

Die Preisentwicklung über verschiedene Zeiträume zeichnet das Bild eines Marktes im Übergang. Auf Jahressicht liegen die Preise für türkische Haselnusskerne noch immer fast 18 % niedriger, was die Korrektur von den extremen Hochs während früherer schwacher Erntejahre widerspiegelt. Über drei und fünf Jahre sind die Preise jedoch um grob ein Drittel gestiegen, während der Zehnjahresanstieg knapp über 9 % liegt – ein Hinweis darauf, dass strukturell höhere Kosten und politisch gesetzte Preisböden das langfristige Basisniveau stetig angehoben haben. TMO dürfte in der Kampagne 2026/27 erneut eine aktive Rolle übernehmen, sowohl zur Stabilisierung der landwirtschaftlichen Einkommen als auch zur Steuerung der internen Preiserwartungen. Während das offizielle Interventionsniveau für Haselnüsse noch nicht festgelegt ist, deuten die jüngst bekannt gegebenen Ankaufspreise für Getreide 2026 sowie laufende Debatten über Produktionskosten in der Türkei auf eine Regierungsposition hin, die die starke Kosteninflation für Erzeuger anerkennt. Die monetären Rahmenbedingungen und der FX‑Markt liefern derzeit keinen größeren zusätzlichen Impuls. Der Devisenmarkt bewegt sich innerhalb seiner üblichen Schwankungsbreite, sodass die jüngsten Preisänderungen bei Haselnüssen primär durch physische Fundamentaldaten und Stimmung und nicht durch Lira‑Volatilität getrieben sind. Produktions‑, Arbeits‑ und Verarbeitungskosten bleiben hoch und verstärken die Wahrnehmung vieler Erzeuger und Schalenbetriebe, dass die aktuellen freien Marktpreise für Kerne nahe an oder sogar unter nachhaltigen Niveaus liegen.

Wetter & Ernteausblick

Das Wetter im türkischen Schwarzmeer‑Haselnussgürtel ist saisonal warm, während der Markt in das entscheidende Fenster der Ertragsbildung eintritt. Jüngste regionale Kommentare verweisen auf normale bis günstige vegetative Bedingungen in den wichtigsten Provinzen, ohne bislang weit verbreitete Berichte über ernsthafte Belastungen. Typische Juli‑Bedingungen in den türkischen Binnen‑ und Küstenregionen bestehen aus Tageshöchstwerten um 30–33 °C und überwiegend trockenem Wetter, unterbrochen von gelegentlichen Schauern. Diese Muster würden, sofern sie sich für die kommenden Wochen bestätigen, die Kernfüllung unterstützen, gleichzeitig aber die Bedeutung lokaler Sturm‑ oder Hitzeepisoden für die Enderträge erhöhen. Marktteilnehmer beobachten aufmerksam mögliche Anzeichen von Kernausfall oder Krankheitsdruck. Jeglicher bestätigter Schaden könnte rasch wieder einen Wetterrisikoaufschlag in die Preise einpreisen, insbesondere für Naturkerne, während ein problemloser Juli–August das Narrativ einer großen Ernte intakt lassen und Kursanstiege begrenzen könnte.

Handelsausblick (nächste 1–3 Wochen)

  • Industrielle Käufer (EU Süßwaren, Backwaren): Erwägen Sie, die derzeit stabilisierten Niveaus im Bereich 7,3–7,9 EUR/kg FOB für türkische Naturkerne zu nutzen, um die Abdeckung bis Anfang 2027 zu verlängern, insbesondere für die Kerngrößen 11–13 mm und 13–15 mm. Konzentrieren Sie sich auf gestaffelte Käufe statt auf Vollengagements, um flexibel zu bleiben, falls sich das Großernte‑Szenario voll bestätigt.
  • Käufer von Bio‑ und Premiumqualitäten: Prämien sind strukturell hoch, aber stabil. Nutzen Sie etwaige kurzfristige Rücksetzer, um mindestens den Bedarf für Q4 2026 abzusichern, da das Aufwärtspotenzial durch ein engeres Spezialitätenangebot und anhaltende Zertifizierungskosten erheblich bleibt.
  • Verkäufer und Verarbeiter: Da der Verkaufsdruck aus zinsbedingten Bedürfnissen weitgehend absorbiert ist und die Nachfrage sich verbessert, sollte übermäßiges Diskontieren bei Vorwärtsverkäufen vermieden werden. Ziehen Sie moderate Preiserhöhungen für neue Ernte‑Naturkerne in Betracht, falls das TMO ein festes Interventionsniveau signalisiert oder bestätigte Wetterprobleme auftreten.

3‑Tage‑Richtung für die Preisindikation

  • Istanbul FOB Naturkerne (11–13 mm, 13–15 mm): Seitwärts bis leicht fester (0 bis +1 %), da sich Geld‑/Brief‑Spannen verengen und Verkäufer höhere Niveaus testen.
  • Verarbeitete türkische Kerne (geröstet, Mehl, gehackt): Weitgehend stabil (±0,5 %) mit gutem Zwei‑Wege‑Interesse und begrenzten neuen fundamentalen Nachrichten.
  • Bio‑türkische Kerne (Izmir FOB): Fester Ton, potenziell +0–1 % aufgrund begrenzter Spotverfügbarkeit und stabiler EU‑Nachfrage.
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