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Türkische Haselnusspreise geben nach – Größere Ernte und schwache Nachfrage drücken den Markt

Türkische Haselnusspreise geben nach – Größere Ernte und schwache Nachfrage drücken den Markt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Die Preise für türkische Haselnusskerne geben Ende Juni 2026 nach, da eine größere Ernte 2026/27 und schwache Nachfrage auf den Markt drücken. Überblick über FOB-Preisniveaus, Treiber und 3-Tage-Ausblick.

Die Preise für türkische Haselnusskerne haben sich Ende Juni leicht abgeschwächt. Dies spiegelt eine schwache Exportnachfrage und die Erwartung einer deutlich größeren Ernte 2026/27 wider, während die Aufschläge für Bio-Ware weiterhin sehr hoch bleiben. In EUR gerechnet sind türkische Kerne FOB inzwischen im Großen und Ganzen wettbewerbsfähig gegenüber Niveaus in Mitteleuropa, stoßen jedoch bei Süßwarenherstellern wegen schleppender Verkäufe weiterhin auf Widerstand. Der Spot-Handel bleibt ruhig, da industrielle Nutzer auf klarere Signale zum neuen Interventionspreis und zur endgültigen Erntegröße warten. Offizielle Prognosen deuten für die Türkei 2026/27 auf einen starken Produktionsanstieg gegenüber dem Vorjahr hin, was trotz nur moderaten Nachfragewachstums ein komfortables globales Gleichgewicht untermauert. Inländische Erzeuger zeigen sich mit den Erzeugerpreisen in der Schwarzmeerregion unzufrieden, doch Exporteure sind vorsichtig, um vor der Ernte keine überhöhten Preise zu zahlen. Das Wetter in den wichtigsten Küstenprovinzen ist saisonüblich mild ohne unmittelbare Frost- oder Hitzebelastung, sodass sich die Marktaufmerksamkeit eher auf politische Entscheidungen und Währungsbewegungen als auf Wetterrisiken richtet.

Preise

Alle unten genannten Preise sind Näherungswerte und wurden in EUR umgerechnet, basierend auf einem EUR/TRY-Kurs Ende Juni 2026 von etwa 53,2 sowie aktuellen EUR/USD-Indikationen.

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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  • Die Preise für türkische Kerne in EUR liegen rund 2–3 % unter dem Vorwochenniveau und setzen damit den seit Anfang Juni zu beobachtenden leichten Abwärtstrend fort, da die Exportnachfrage gedämpft bleibt und Anbieter mit einer größeren kommenden Ernte rechnen.
  • Erzeugerpreise in Schwarzmeerstädten wie Ordu, Giresun und Trabzon werden als schwach und unter den Erwartungen der Anbauer gemeldet, was auf Druck am Ursprung bereits vor der neuen Ernte hinweist.
  • Deutsche Spot-Einzelhandels-/Großhandelspreise von rund 9,70 €/kg für Kerne machen deutlich, dass türkische FOB-Niveaus wettbewerbsfähig bleiben, aber nur begrenzten Spielraum für weitere Abwärtsbewegungen lassen, ohne die Erzeuger unter Druck zu setzen.

Angebot & Nachfrage

Die Türkei steuert in die Saison 2026/27 mit der Erwartung einer deutlich größeren Haselnussernte nach der witterungsbedingt schwächeren Vorjahresernte. Vorläufige Schätzungen aus Industrie und Medien gehen von einer türkischen Produktion von rund 810.000 Tonnen in Schale aus, mehr als 50 % über dem Vorjahr. Dies würde die Exportbilanz spürbar entspannen.

Trotz dieser Angebots­erholung erreichten die türkischen Exporterlöse von Januar bis Mai 2026 rund 1,2 Mrd. USD, die Mengen liegen jedoch unter dem Vorjahresniveau. Dies spiegelt sowohl die zuvor zäh nachgebenden hohen Preise als auch eine langsamere Abnahme seitens europäischer Süßwarenhersteller wider. Käufer reagieren mit vorsichtigerer Vorwärtsdeckung und stützen sich auf bestehende Bestände sowie alternative Herkünfte wie Georgien und geeignete EU-Produzenten.

Das weltweite Nachfragewachstum bleibt verhalten. Marktinformationen deuten auf eine zurückhaltende Beschaffung der großen Schokoladen- und Aufstrichhersteller in Europa hin, die ihre gesamten Rohstoffkosten vor dem Hintergrund schwacher Einzelhandelsnachfrage und weiterhin hoher Endproduktpreise steuern. Damit sieht sich die Türkei zur Saison 2026/27 mit einem potenziell reichlichen Angebot, aber nur allmählich anziehender Nachfrage konfrontiert – eine Konstellation, die Aufwärtspotenzial bei FOB-Kernpreisen strukturell begrenzt, sofern keine kräftige politische Unterstützung erfolgt.

Fundamentaldaten & Politik

Jüngste Berichte heben hervor, dass das Türkische Getreideamt (TMO) seine Preisstützungsrolle im Haselnusssektor voraussichtlich fortsetzen wird. Marktteilnehmer spekulieren bereits über eine mögliche Anhebung des bevorstehenden Interventionspreises, um Erzeuger vor dem Druck einer großen Ernte zu schützen. Diese Politik wirkt als Untergrenze für die Erzeugerpreise, begrenzt aber zugleich, wie weit Exportangebote fallen können, ohne entlang der Kette Verluste zu verursachen.

Zugleich stützt die schwache türkische Lira gegenüber dem Euro weiterhin die internationale Wettbewerbsfähigkeit türkischer Kerne in EUR gerechnet, selbst wenn die in TRY ausgedrückten Einkommen der Landwirte enttäuschend wirken. Internationale Käufer beobachten das Zusammenspiel von TMO-Politik und Wechselkursentwicklung genau; ein höherer Interventionspreis in Kombination mit einer Aufwertung der Lira könnte die Margen rasch einengen und Rabatte für europäische Kunden begrenzen.

Bio-Haselnusskerne bleiben strukturell knapper, was sich in stabilen Preisen von rund 18–22 €/kg FOB ab İzmir und einem sehr hohen Aufschlag gegenüber konventioneller Ware widerspiegelt. Begrenzte zertifizierte Anbauflächen und eine starke Nachfrage aus Premium-Schokoladen- und Gesundheitslebensmittelsegmenten bedeuten, dass diese Preise bislang kaum auf die Abschwächung im konventionellen Segment reagiert haben.

Wetterausblick – Schwarzmeer-Anbaugebiet (TR)

Das Wetter Ende Juni im wichtigsten türkischen Haselnussgürtel (Ordu, Giresun, Trabzon, Sakarya) ist saisonüblich mild und überwiegend trocken bis schaueranfällig, mit Tagestemperaturen meist im mittleren 20er-Gradbereich (°C) und ohne Prognose extremer Hitze oder schädlicher Stürme in den nächsten Tagen. Solche Bedingungen sind insgesamt günstig für Nussfüllung und Schädlingsmanagement, während die Plantagen in die entscheidende Vorerntephase Juli–August eintreten.

Nach einem ungewöhnlich nassen Winter und einem kühler als durchschnittlichen Frühling, der zunächst Sorgen hinsichtlich Krankheitsdruck aufkommen ließ, deuten die aktuellen kurzfristigen Prognosen nicht auf akuten Wetterstress hin, der die erwartete Erntegröße 2026/27 wesentlich verändern würde. Daher hängen die fundamentalen Preistreiber in der sehr kurzen Frist stärker von politischen Signalen und Handelsströmen als von Wetterrisiken ab.

Handelsausblick & 3-Tage-Preisprognose

  • Kurzfristige Tendenz (nächste 1–2 Wochen): Leicht bärisch bis seitwärts für konventionelle türkische Kerne. Reichliche Altbestände, die Erwartung einer größeren neuen Ernte und schwache Nachfrage sprechen für begrenztes Aufwärtspotenzial, während TMO-Mindestpreise und der Widerstand der Erzeuger stärkere Rückgänge begrenzen.
  • Für Importeure/Verwender: Erwägen Sie, eine gewisse nahe liegende Deckung auf aktuellem Niveau für Standardqualitäten 11–13 mm und 13–15 mm aufzubauen, während Sie für Lieferungen im 4. Quartal und 1. Quartal flexibel bleiben, falls Erntedruck zusätzliche Abschläge bringt. Konzentrieren Sie sich auf Lieferanten mit starker Qualitätskontrolle angesichts des Krankheitsrisikos in den dieses Jahr stark niederschlagsreichen Plantagen.
  • Für türkische Verkäufer/Exporteure: Halten Sie wettbewerbsfähige EUR-Angebote aufrecht und stellen Sie sich auf weitere Verhandlungen mit EU-Käufern ein, die türkische Kerne mit alternativen Herkünften aus Europa und dem Kaukasus vergleichen. Vermeiden Sie übermäßige Vorwärtsverpflichtungen, bevor der TMO seinen Interventionspreis für die Ernte 2026/27 bekannt gibt.
  • Für Akteure im Bio-Segment: Angesichts stabiler, hoher Prämien und knapperer Verfügbarkeit können sowohl Käufer als auch Verkäufer mit relativ festen Preisen rechnen; opportunistische Rücksetzer dürften gering ausfallen, sofern die Gesamtnachfrage nicht deutlich nachlässt.

3-Tage-Richtungsausblick (EUR, Ursprung TR, FOB):

  • Natürliche Kerne 11–13 mm, Istanbul FOB: leicht weicher bis unverändert (begrenzter Handel, moderater Abwärtsdruck).
  • Natürliche Kerne 13–15 mm, Istanbul FOB: unverändert bis leicht weicher, Käufer testen niedrigere Gebote, Verkäufer orientieren sich jedoch an den Erwartungen zum TMO.
  • Geröstete Produkte (Mehl, gehackt), Istanbul FOB: überwiegend stabil; Verarbeitungsspannen wirken als Puffer gegen weitere kurzfristige Rückgänge.
  • Bio-Kerne, İzmir FOB: stabil; in den nächsten Tagen gibt es keinen unmittelbaren Auslöser für Preisänderungen.
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