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Walnussmarkt zieht an, da US-Exporten in Schale steigen und China Kernel-Angebote anhebt

Walnussmarkt zieht an, da US-Exporten in Schale steigen und China Kernel-Angebote anhebt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Kurze Walnussmarktanalyse: US-Exporte in Schale mehr als verdoppelt, MENA und Asien treiben Nachfrage, China erhöht Kernel-Angebote und kurzfristige EUR-Preise ziehen an.

Die Fundamentaldaten des US-Walnussmarktes haben sich deutlich verknappt, da die Ausfuhren von Walnüssen in Schale im Jahresvergleich mehr als doppelt so hoch sind – getrieben von aggressiven Käufen aus dem Nahen Osten, Afrika und ausgewählten asiatischen Märkten. Die Exportnachfrage absorbiert einen großen Teil des verfügbaren Angebots, während China seine Exportangebote für Kerne anhebt und damit kurzfristig eine festere globale Preisuntergrenze stützt. Die laufende Vermarktungssaison ist durch eine ausgeprägte geographische Neugewichtung der Nachfrage gekennzeichnet. Kalifornische Händler lenken deutlich größere Volumina in schnell wachsende Schwellenmärkte, insbesondere in die Türkei und mehrere MENA-Zielländer, während Europa und Indien sich zurückziehen. Gleichzeitig expandiert der Handel mit geschälten Walnüssen in soliden Tempo, und die chinesischen Kernelpreise steigen, was zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die internationalen Notierungen ausübt. Da Spotangebote für Kerne in Europa und Asien weitgehend stabil, aber nicht mehr billig sind, stehen Käufer mit offener Deckung einem Markt gegenüber, der sich von überversorgt hin zu zunehmend nachfragegetrieben verschiebt.

Preise

Die chinesischen und US-Walnusspreise bewegen sich von ihren Tiefstständen weg, da Exportnachfrage und höhere Wiederbeschaffungskosten für einen festeren Ton sorgen. Jüngste chinesische FOB-Angebote für Kerne bleiben wöchentlich in Euro betrachtet stabil, doch die zugrunde liegenden Dollar-Indikationen aus China sind gestiegen und spiegeln den gemeldeten Anstieg der Kernel-Exportangebote um rund 70–160 $ pro Tonne in der jüngsten Berichts­woche wider.

In EUR umgerechnete Spot-Indikationen für Kerne zeigen eine klare Preishierarchie zwischen Herkünften und Qualitäten, wobei Bio-Ware aus den USA und Indien die höchsten Aufschläge erzielt:

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Unveränderte Wochenpreise im Preisblatt verdecken die zugrunde liegende Verengung: Mit stark steigenden US-Exporten in Schale und höheren chinesischen Kernel-Angeboten in Dollar sind die zukünftigen Wiederbeschaffungskosten höher als die Spotpreise, was auf begrenztes Abwärtspotenzial für die kurzfristigen EUR-Preise hindeutet.

Angebot & Nachfrage

Die US-Exporte von Walnüssen in Schale in der laufenden Vermarktungssaison haben sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt und nähern sich auf Saisonbasis 300 Millionen Pfund. Die Exportvolumina sind der Haupttreiber und liegen 114 % höher, während die Inlands­lieferungen um 47 % gestiegen sind – ein Hinweis auf eine breit abgestützte Nachfragestärke und nicht nur einen rein exportgetriebenen Ausschlag.

Die Ausfuhren in Schale im Mai erreichten 12,86 Millionen Pfund, mehr als doppelt so viel wie die 5,56 Millionen Pfund im Mai 2025. Auf Exporte entfielen rund 12,50 Millionen Pfund, verglichen mit nur 5,23 Millionen Pfund im Vorjahr, während inländische Lieferungen in Schale um 11 % auf 364.000 Pfund zulegten. Diese Beschleunigung bestätigt, dass Pipeline-Bestände aktiv abgebaut werden.

Die regionale Nachfrage ist stark unausgewogen. Die Lieferungen in den Nahen Osten und nach Afrika schnellten von 37 Millionen Pfund auf 183 Millionen Pfund nach oben – ein Plus von 395 % – mit kräftigen Zuwächsen in der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Algerien, Libanon, Irak und Marokko. Allein die Türkei entwickelte sich zu einem der am schnellsten wachsenden Absatzmärkte; die Käufe stiegen nahezu auf das Fünffache und machten das Land zu einem wichtigen Auslassventil für kalifornische Ware in Schale.

Im Gegensatz dazu hat die europäische Nachfrage nachgelassen. Die gesamten Lieferungen in Schale nach Europa sanken um 5 % auf 53,1 Millionen Pfund von 55,8 Millionen Pfund, wobei Spanien 13 % niedriger und Italien 15 % höher lag. In Asien gingen die Importe Indiens um etwa 10 % zurück, wurden jedoch mehr als kompensiert durch eine robuste Nachfrage in anderen Ländern der Region, insbesondere durch einen Anstieg der Lieferungen nach Vietnam um 88 %, was die gesamten In-Shell-Volumina im asiatisch-pazifischen Raum um 5 % anhob.

Auch bei geschälten Walnüssen sind lebhaftere Ströme zu beobachten. Die Lieferungen von Kernen erreichten im Mai 39,27 Millionen Pfund, ein Plus von 23 % gegenüber 31,82 Millionen Pfund im Vorjahr. Die Exportlieferungen von Kernen legten um 41 % zu, während die inländische Kerne­nachfrage moderat wuchs – ein Zeichen dafür, dass preissensible Auslands­käufer weiterhin aktiv zwischen Kernen und Ware in Schale wechseln, je nach relativer Attraktivität.

Fundamentaldaten & externe Treiber

Der Sprung der US-Exporte, insbesondere in den Nahen Osten und nach Afrika, sorgt rasch für eine Neubalance einer zuvor belastenden Angebotssituation. Die starke Aufnahme von Walnüssen in Schale durch preissensitive Schwellenländer deutet darauf hin, dass das aktuelle Preisniveau im Vergleich zu konkurrierenden Schalenfrüchten weiterhin attraktiv ist, was hilft, Bestände abzubauen und den Markt zu festigen.

Zugleich signalisiert die Entscheidung Chinas, die Exportangebote für Kerne innerhalb einer einzigen Berichts­woche um rund 70–160 $ pro Tonne anzuheben, eine knapper werdende Verfügbarkeit sowie eine stärkere inländische oder regionale Nachfrage. Für internationale Käufer verengt dies die Preisdifferenz zwischen chinesischen und kalifornischen Kernen und reduziert die Arbitrage, die zuvor aggressiven Spotkäufen aus China Vorschub geleistet hat.

Die europäische Nachfrage bleibt das wichtigste Schwächefeld in der globalen Bilanz, doch das Volumen der Käufe aus dem Nahen Osten, Afrika und ausgewählten asiatischen Märkten mehr als kompensiert die langsamere Abnahme in Spanien und Teilen der EU. Der Rückgang der indischen Importe um rund 10 % scheint eher kurzfristige Nachfrage- oder Bestandsanpassungen widerzuspiegeln als einen strukturellen Rückgang, zumal gleichzeitig eine ausgeprägte Stärke in benachbarten asiatischen Märkten wie Vietnam zu beobachten ist.

Wetterbedingungen im kalifornischen Central Valley und in den wichtigsten chinesischen Walnussanbauprovinzen bleiben saisonal wichtig, doch basierend auf den verfügbaren Informationen der letzten Tage gibt es keine bestätigten akuten Wetterschocks, die die Ertragserwartungen im aktuellen Analysezeitraum wesentlich verändern würden. Daher sind Handelsströme und die Preiswettbewerbsfähigkeit der Herkünfte die dominierenden Treiber der kurzfristigen Fundamentaldaten.

Kurzfristiger Ausblick & Handelsstrategie

Angesichts des starken Anstiegs der US-Lieferungen und höherer chinesischer Kernel-Angebote befindet sich der Walnussmarkt im Übergang von einem Käufermarkt zu einem ausgewogeneren, nachfragegetriebenen Umfeld. Kurzfristige Abwärtspotenziale erscheinen nun begrenzt, während das Aufwärtsrisiko wächst, falls die Nachfrage aus MENA und Asien bis in die neue Erntesaison hinein stark bleibt.

  • Käufer (Röster, Abpacker, Einzelhändler): Erwägen Sie eine Vorverlagerung der Deckung für Q4 2026–Q1 2027, insbesondere für Ware in Schale und Standardqualitäten bei Kernen, solange die Spotpreise in EUR stabil bleiben. Konzentrieren Sie sich darauf, US- und chinesische Herkünfte zu sichern, bevor höhere Wiederbeschaffungskosten vollständig in die Angebotspreise eingepreist sind.
  • Importeure in MENA und Asien: Halten Sie mindestens normale bis leicht überdurchschnittliche Lagerbestände. Da die Exporte aus Kalifornien bereits um 114 % gestiegen sind und chinesische Kernel-Notierungen anziehen, könnte ein Hinauszögern der Käufe zu deutlich strafferen Angeboten führen, insbesondere für Premiumgrößen und hellere Farben.
  • Europäische Käufer: Die schwache regionale Nachfrage verschafft etwas Verhandlungsmacht, doch die globale Bilanz zieht an. Nutzen Sie etwaige kurzfristige Rücksetzer, um strategische Deckung aufzubauen, statt auf anhaltende Schwäche bis in die neue Saison hinein zu setzen.
  • Erzeuger und Händler: Die aktuelle Nachfragestärke spricht für eine disziplinierte Vermarktung. Ein schrittweiser Abverkauf verbleibender Altbestände in eine Hausse hinein – statt aggressiver Preisnachlässe – erscheint gerechtfertigt, solange der Exportfluss kräftig bleibt.

3‑tägige richtungsweisende Preisindikation (EUR)

  • Chinesische Kerne FOB Dalian (alle Qualitäten): Seitwärts bis leicht fester in den nächsten 3 Handelstagen, mit Aufwärtstendenz durch höhere Wiederbeschaffungskosten und stärkere Exportnachfrage.
  • US-Bio „light halves“ FOB Europa: Stabil mit fester Tendenz; begrenzte Liquidität und starke Nischennachfrage stützen die aktuellen Aufschläge um 4,50 EUR/kg.
  • Indische Bio „light halves“ FOB Neu-Delhi: Stabil auf erhöhtem Niveau nahe 5,30 EUR/kg; kurzfristig keine Anzeichen für Entspannung, angesichts starker regionaler Nachfrage und höherer globaler Benchmarkpreise.
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Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
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