Türkische Rosinenpreise stabil, aber fest, da Wetter günstig bleibt
Konzise Aktualisierung vom späten Mai 2026 zu den türkischen Rosinenpreisen, dem Angebot-Nachfrage-Gleichgewicht, dem Wetter in wichtigen Regionen und dem kurzfristigen Handelsausblick in EUR.
Preise
Alle Preise in EUR umgerechnet mit einem indikativen Kurs von 1 USD = 0,92 EUR und 1 TRY = 0,031 EUR; die Zahlen sind ungefähr.
Die inländischen Spotpreise an der Izmir Commodity Exchange zeigen in den letzten Sitzungen praktisch kein gehandelte Volumen im Segment der Sultaninen/kernearmen Trauben, was auf einen ruhigen physischen Markt hindeutet, wobei die Referenzpreise nicht aktiv durch frische Geschäfte getestet werden. Die europäischen Großhandelspreise für frische Trauben liegen bei etwa 3,9 EUR/kg in Rungis und bieten eine obere Benchmark für den Preisvergleich von getrockneten Trauben, haben jedoch nur begrenzte kurzfristige Auswirkungen auf die Preise für bulk industrielle Rosinen.
Angebot & Nachfrage
Die Türkei bleibt einer der führenden globalen Anbieter von getrockneten Trauben, wobei die Saison 2025/26 mit relativ komfortablen Eröffnungsbeständen von etwa 40.000 Tonnen und einer projizierten Produktion von etwa 165.000 Tonnen beginnt, was ein Gesamtangebot von über 200.000 Tonnen ergibt. Die Rosinenexporte aus der Türkei erreichten im ersten Quartal 2026 etwa 107 Millionen USD und bestätigten eine solide Auslandsnachfrage und eine diversifizierte Kundenlandschaft über mehr als 60 Länder.
Auf der Nachfrageseite absorbiert Europa immer noch etwa die Hälfte der weltweiten Importe getrockneter Trauben, wobei der Konsum strukturell stabil bei etwa 3,6 kg pro Kopf in den wichtigsten Märkten ist. Dies stützt die Exportpipeline der Türkei, selbst wenn andere getrocknete Früchte mehr Volatilität erfahren. Die globale Rosinenproduktion wird für 2025/26 voraussichtlich im Vergleich zur vorherigen Saison sinken, hauptsächlich aufgrund kleinerer Ernten in Indien und Iran, was das Gesamtgleichgewicht verschärft, aber teilweise durch eine erhöhte Produktion in China ausgeglichen wird. In diesem Kontext unterstützt das stabile Angebot und die Exportinfrastruktur der Türkei ihre Rolle als Preisreferenz für Sultaninen.
Grundlagen & Wetter
Kurzfristige fundamentale Nachrichten sind in dieser Woche begrenzt, da keine neuen staatlichen Interventionen oder Lagerprogramme für Rosinen angekündigt wurden, im Gegensatz zu den kürzlichen Maßnahmen der türkischen Getreidebehörde (TMO) bei Cerealien. Der Exportkomplex für getrocknete Früchte insgesamt zeigt weiterhin eine gute Leistung: Türkische getrocknete Früchte und Produkte erreichten im ersten Quartal 2026 über 400 Millionen USD, wobei Rosinen einen erheblichen Beitrag leisten. Zusammen mit weiterhin hohen Logistik- und Dieselkosten in Europa, trägt dies dazu bei, die Exportangebotspreise fest zu halten, selbst ohne feldbedingte Angebotsstress. So fungiert ruhiges Wetter in den wichtigen türkischen Rosinenregionen derzeit als unterstützender Faktor. In Malatya werden für die nächsten drei Tage (29.–31. Mai) teilweise sonnige bis sonnige Bedingungen mit Tageshöchsttemperaturen von etwa 20–23 °C und kühlen Nächten sowie nur isolierten frühen Gewittern am 29. Mai vorhergesagt. Dieses Muster unterstützt die Rebenentwicklung und birgt kein unmittelbares Risiko für Krankheitsdruck oder Blütenbeschädigung. Saisonal klimatische Daten für westliche Produktionszonen wie Manisa weisen ebenfalls auf typische spätere Mai-Temperaturen hin, wobei in den letzten Tagen keine außergewöhnlichen Wärme- oder Frostereignisse berichtet wurden. Insgesamt ist das Wetter neutral bis positiv für die sich entwickelnde Ernte 2026.
Ausblick & Handelsstrategie
Mit der Prognose für die globale Rosinenproduktion, die im Vergleich zum Vorjahr niedriger ausfällt, und einem weitgehend stabilen Konsum, So wird der fundamentale Bias leicht unterstützend für die Preise bis in den frühen Sommer bleiben. Kurzfristig jedoch werden die Preise für türkische Sultaninen wahrscheinlich im Band bleiben: komfortable Bestände, ruhiger Spot-Handel in Izmir, und das Fehlen von Wetter-Schocks sprechen gegen einen abrupten Preiswechsel in eine Richtung.
- Importeure/Industriekäufer (EU/UK): Nutzen Sie die aktuelle Stabilität, um die Deckung moderat ins dritte Quartal zu verlängern, zu den heutigen flachen EUR-Preisen; prüfen Sie, ob Sie schrittweise einkaufen, anstatt auf starke Rückgänge zu warten, da das Abwärtsrisiko gering erscheint aufgrund engerer globaler Bilanzen.
- Türkische Verpacker/Exportierer: Halten Sie die Angebotsdisziplin aufrecht; mit soliden Q1-Exporten und unterstützenden Wetterbedingungen gibt es wenig Grund, aggressiv zu rabattieren. Überwachen Sie die Fracht- und Dieselkosten genau, da jeder erneute Anstieg kleine EUR/kg-Erhöhungen bei neuen Angeboten rechtfertigen könnte.
- Spekulative/Händlerpositionen: Kurzfristiger Handel sollte besser auf intra-Herkunftspreisen (z.B. China vs. Türkei, Standard vs. Bio) fokussiert werden, anstatt auf absolute Flachpreise, die wahrscheinlich seitwärts driften, bis klarere Signale zur Erntemenge 2026 auftauchen.
3‑Tage Regionale Preisindikation (EUR, Richtung)
- Türkei – Malatya FOB/CIF Sultaninen: Preise werden voraussichtlich im aktuellen Band bleiben (≈ EUR 1,90–2,15/kg für Hauptklassen) mit einer stabilen bis leicht festen Neigung, die mehr durch globale Grundlagen als durch lokales Wetter getrieben wird.
- EU (geliefert, ab Lager für türkische Sultaninen): Keine wesentlichen Veränderungen erwartet; moderate Kostendruck nach oben möglich von Treibstoff und Fracht in wichtige Knotenpunkte wie Rotterdam und Hamburg, wird aber voraussichtlich auf ein paar Eurocent pro kg in den nächsten drei Tagen begrenzt bleiben.