Zum Hauptinhalt springen
CMB Emblem
Deutsche Futtergerstenpreise geben leicht nach, da EU-Exporte nachlassen

Deutsche Futtergerstenpreise geben leicht nach, da EU-Exporte nachlassen

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Die deutschen Futtergerstenpreise sind Ende September 2026 leicht schwächer, werden jedoch durch das knappere EU-Angebot gestützt. Überblick zu Preisen, Angebot, Wetter und 3-Tage-Ausblick.

Die Preise für deutsche Futtergerste geben leicht nach, bleiben jedoch durch das knappe EU-Angebot und einen witterungsbegünstigten Abschluss der Ernte gestützt. Ein moderater Rückgang der Exportwerte und schleppende EU-Gersteexporte begrenzen das Aufwärtspotenzial, doch Risiken im Schwarzen Meer und eine stabile Futternachfrage sorgen kurzfristig weiterhin für eine klare Preisuntergrenze. Die deutschen Futtergerstenmärkte verarbeiten derzeit eine komfortable Inlandsernte und das langsamere EU-Exporttempo, während sie die Logistik im Schwarzen Meer und die globalen Preise für Futtergetreide als Richtungsindikatoren beobachten. Neue Daten von COCERAL und der EU bestätigen eine kleinere europäische Gerstenernte 2026 gegenüber dem Vorjahr, auch wenn Deutschland selbst größere Ertragseinbußen vermieden hat. Gleichzeitig liegen die EU-Gersteexporte seit Juli fast 40 % unter dem Vorjahresniveau, was die Verladungsaktivität bremst und die kurzfristigen Basisniveaus verengt. Bei stabilem Wetter in Norddeutschland und nur begrenzten Ernteverzögerungen ist das lokale Angebot gut verfügbar. Für die nächsten Tage wird erwartet, dass die Preise innerhalb der jüngsten Handelsspannen seitwärts bis leicht schwächer tendieren, da die Käufer abwartend bleiben.

Preise

Deutsche Futtergerste aktuell (Gerstensaatgut, Futterqualität, Feuchtigkeit max. 14 %, Ursprung DE, EXW Drentwede) wird mit 0,22 EUR/kg EXW notiert, leicht unter den Ende vergangener Woche angezeigten 0,225 EUR/kg. Dies signalisiert eine leichte Abschwächung, jedoch keine starke Korrektur.

Ukrainisches Gerstensaatgut für Futterzwecke (Ursprung UA, FCA Odessa) liegt unverändert bei 0,16 EUR/kg FCA, während FCA Kiew mit 0,14 EUR/kg notiert wird, nach 0,15 EUR/kg zuvor. Gerste für Rinderfutter FOB Odessa wird mit 0,137 EUR/kg FOB angegeben, geringfügig niedriger als zuvor. Damit bleibt ein deutlicher Abschlag gegenüber Deutschland bestehen, was die Exportwettbewerbsfähigkeit deutscher Ware in nahegelegene EU-Destinationen unterstützt.

Ursprung Ort / Basis Produkt Letzter Preis (EUR/kg) Trend gegenüber der vorherigen Notierung
Deutschland (DE) Drentwede, EXW Gerstensaatgut, Futterqualität, max. 14 % Feuchtigkeit 0.22 Schwächer gegenüber 0.225
Ukraine (UA) Odessa, FCA Gerstensaatgut, Futterqualität, max. 14 % Feuchtigkeit, 98 % Reinheit 0.16 Stabil
Ukraine (UA) Kiew, FCA Gerstensaatgut, Futterqualität, max. 14 % Feuchtigkeit, 98 % Reinheit 0.14 Leicht niedriger (von 0.15)
Ukraine (UA) Odessa, FOB Gerstensaatgut, Rinderfutter 0.137 Leicht niedriger
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.Charts öffnen →

Angebot & Nachfrage

Die jüngste Getreideprognose von COCERAL für die EU-27 und das Vereinigte Königreich (22. September 2026) beziffert die Gerstenproduktion 2026 auf 57,9 Mio. t. Damit liegt sie leicht über der vorherigen Schätzung, jedoch deutlich unter den 63,3 Mio. t des Vorjahres, was ein strukturell knapperes europäisches Gleichgewicht bestätigt. Dies stützt eine Risikoprämie für qualitativ höherwertige Futtergerste, insbesondere in Regionen mit Importdefiziten.

Trotz der geringeren Produktion erreichten die EU-Gersteexporte zwischen dem 1. Juli und dem 13. September 2026 nur rund 1,7 Mio. t und lagen damit fast 40 % unter dem Vorjahreszeitraum. Dies spiegelt den starken Wettbewerb aus dem Schwarzmeerraum und die begrenzte chinesische Nachfrage wider. Das langsamere Exporttempo nimmt den kurzfristigen Druck auf deutsche Häfen und die Binnentransportlogistik, sodass Käufer aus der Mischfutterindustrie ihre Gerstenversorgung ohne aggressive Gebote sichern können.

Indikative internationale Bewertungen sehen deutsche Gerste FOB am 26. September 2026 bei rund 252.50 USD/t und damit leicht niedriger als in der Vorwoche. Dies spiegelt den kleinen Rückgang bei den Inlandspreisen auf EXW-Basis wider und bestätigt eine stabile bis schwächere Tendenz statt eines ausgeprägten Ausverkaufs.

BASIC
CMBROKER · EXKLUSIVE COMMODITIES

Exklusive Commodities auf CMBroker

Barley seeds — feed grade, moisture: 14 % max
Barley seeds
feed grade, moisture: 14 % max
EXW 0,22 €/kg
(aus DE)
Lieferkosten anfragen →
Barley seeds — feed grade, moisture: 14 % max
Barley seeds
feed grade, moisture: 14 % max
FCA 0,16 €/kg
(aus UA)
Lieferkosten anfragen →
Barley seeds — feed grade, moisture: 14 % max
Barley seeds
feed grade, moisture: 14 % max
FCA 0,14 €/kg
(aus UA)
Lieferkosten anfragen →

Fundamentaldaten & Wetter

Aktuelle deutsche und EU-Marktübersichten beschreiben die Futtergerstenpreise im September als weitgehend stabil bis leicht schwächer. Frühere, witterungsbedingte Aufschläge haben nachgelassen, da Erntedruck und komfortable Bestände auf den Höfen in den Vordergrund gerückt sind. In Deutschland ist die Gerste weitgehend geerntet, sodass das Wetter kurzfristig vor allem die Lagerbedingungen und die abschließenden Feldarbeiten beeinflusst, weniger die Erträge.

Kurzfristige Prognosen für Niedersachsen, einschließlich der Gebiete um Verden an der Aller und Osnabrück in der Nähe von Drentwede, zeigen milde frühherbstliche Bedingungen: moderate Tagestemperaturen und in den nächsten Tagen nur begrenzte Niederschläge, ohne erwartete schwere Unwetter. Dies begünstigt die laufende Feldlogistik, die Getreidetrocknung und den Transport der Gerste vom Hof zum Erfassungslager und verstärkt das derzeit verfügbarkeitsgetriebene, leicht schwächere Preisumfeld.

Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen

Bei gedämpften EU-Exporten und ohne neue Wetterrisiken dürfte die deutsche Futtergerste kurzfristig in einer engen Spanne handeln. Angebot und Frachtbedingungen im Schwarzmeerraum bleiben ein Beobachtungspunkt, wirken derzeit jedoch eher als Preisuntergrenze denn als bullischer Impuls.

  • Futtermittelkäufer (Deutschland): Die aktuelle leichte Abschwächung um 0,22 EUR/kg EXW nutzen, um die kurzfristige Versorgung bis ins vierte Quartal auszuweiten, die Käufe jedoch staffeln, um bei anhaltend schwacher Exportnachfrage flexibel zu bleiben.
  • Landwirte als Verkäufer: Verkäufe bei kleinen Kursanstiegen erwägen, da EU-Exportstatistiken und internationale FOB-Indikationen kurzfristig auf ein begrenztes Aufwärtspotenzial hindeuten, während Lager- und Finanzierungskosten weiter anfallen.
  • Händler: Frachtkosten im Schwarzmeerraum und eine mögliche Verschärfung regionaler Risiken beobachten. Eine Ausweitung der Spreads gegenüber ukrainischen Herkünften könnte die deutsche Basis vorübergehend stützen, doch die aktuellen Differenzen begünstigen weiterhin Schwarzmeergerste für bestimmte Destinationen im Mittelmeerraum.

3-Tage-Preistendenz nach Region (Deutschland, DE)

  • Norddeutschland (Niedersachsen, einschließlich Drentwede EXW): Seitwärts bis leicht schwächer; ausreichende Bestände auf den Höfen und günstiges Wetter halten das Verkaufsinteresse hoch, während Mischfutterhersteller bedarfsbezogen einkaufen.
  • Westdeutschland (Futtermittelmärkte Rhein/Ruhr): Überwiegend seitwärts; der Wettbewerb durch Mais und importierte Futtergetreide begrenzt eine gerstenspezifische Festigung.
  • Ostdeutschland (exportorientierte Warenströme): Durch die langsame EU-Exportnachfrage leicht unter Druck; die Basis könnte etwas nachgeben, falls sich die FOB-Nachfrage bis zum Wochenende nicht verbessert.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →