Deutsche Futtergerstenpreise geben leicht nach, da EU-Exporte nachlassen
Die deutschen Futtergerstenpreise sind Ende September 2026 leicht schwächer, werden jedoch durch das knappere EU-Angebot gestützt. Überblick zu Preisen, Angebot, Wetter und 3-Tage-Ausblick.
Preise
Deutsche Futtergerste aktuell (Gerstensaatgut, Futterqualität, Feuchtigkeit max. 14 %, Ursprung DE, EXW Drentwede) wird mit 0,22 EUR/kg EXW notiert, leicht unter den Ende vergangener Woche angezeigten 0,225 EUR/kg. Dies signalisiert eine leichte Abschwächung, jedoch keine starke Korrektur.
Ukrainisches Gerstensaatgut für Futterzwecke (Ursprung UA, FCA Odessa) liegt unverändert bei 0,16 EUR/kg FCA, während FCA Kiew mit 0,14 EUR/kg notiert wird, nach 0,15 EUR/kg zuvor. Gerste für Rinderfutter FOB Odessa wird mit 0,137 EUR/kg FOB angegeben, geringfügig niedriger als zuvor. Damit bleibt ein deutlicher Abschlag gegenüber Deutschland bestehen, was die Exportwettbewerbsfähigkeit deutscher Ware in nahegelegene EU-Destinationen unterstützt.
| Ursprung | Ort / Basis | Produkt | Letzter Preis (EUR/kg) | Trend gegenüber der vorherigen Notierung |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland (DE) | Drentwede, EXW | Gerstensaatgut, Futterqualität, max. 14 % Feuchtigkeit | 0.22 | Schwächer gegenüber 0.225 |
| Ukraine (UA) | Odessa, FCA | Gerstensaatgut, Futterqualität, max. 14 % Feuchtigkeit, 98 % Reinheit | 0.16 | Stabil |
| Ukraine (UA) | Kiew, FCA | Gerstensaatgut, Futterqualität, max. 14 % Feuchtigkeit, 98 % Reinheit | 0.14 | Leicht niedriger (von 0.15) |
| Ukraine (UA) | Odessa, FOB | Gerstensaatgut, Rinderfutter | 0.137 | Leicht niedriger |
Angebot & Nachfrage
Die jüngste Getreideprognose von COCERAL für die EU-27 und das Vereinigte Königreich (22. September 2026) beziffert die Gerstenproduktion 2026 auf 57,9 Mio. t. Damit liegt sie leicht über der vorherigen Schätzung, jedoch deutlich unter den 63,3 Mio. t des Vorjahres, was ein strukturell knapperes europäisches Gleichgewicht bestätigt. Dies stützt eine Risikoprämie für qualitativ höherwertige Futtergerste, insbesondere in Regionen mit Importdefiziten.
Trotz der geringeren Produktion erreichten die EU-Gersteexporte zwischen dem 1. Juli und dem 13. September 2026 nur rund 1,7 Mio. t und lagen damit fast 40 % unter dem Vorjahreszeitraum. Dies spiegelt den starken Wettbewerb aus dem Schwarzmeerraum und die begrenzte chinesische Nachfrage wider. Das langsamere Exporttempo nimmt den kurzfristigen Druck auf deutsche Häfen und die Binnentransportlogistik, sodass Käufer aus der Mischfutterindustrie ihre Gerstenversorgung ohne aggressive Gebote sichern können.
Indikative internationale Bewertungen sehen deutsche Gerste FOB am 26. September 2026 bei rund 252.50 USD/t und damit leicht niedriger als in der Vorwoche. Dies spiegelt den kleinen Rückgang bei den Inlandspreisen auf EXW-Basis wider und bestätigt eine stabile bis schwächere Tendenz statt eines ausgeprägten Ausverkaufs.
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Fundamentaldaten & Wetter
Aktuelle deutsche und EU-Marktübersichten beschreiben die Futtergerstenpreise im September als weitgehend stabil bis leicht schwächer. Frühere, witterungsbedingte Aufschläge haben nachgelassen, da Erntedruck und komfortable Bestände auf den Höfen in den Vordergrund gerückt sind. In Deutschland ist die Gerste weitgehend geerntet, sodass das Wetter kurzfristig vor allem die Lagerbedingungen und die abschließenden Feldarbeiten beeinflusst, weniger die Erträge.
Kurzfristige Prognosen für Niedersachsen, einschließlich der Gebiete um Verden an der Aller und Osnabrück in der Nähe von Drentwede, zeigen milde frühherbstliche Bedingungen: moderate Tagestemperaturen und in den nächsten Tagen nur begrenzte Niederschläge, ohne erwartete schwere Unwetter. Dies begünstigt die laufende Feldlogistik, die Getreidetrocknung und den Transport der Gerste vom Hof zum Erfassungslager und verstärkt das derzeit verfügbarkeitsgetriebene, leicht schwächere Preisumfeld.
Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen
Bei gedämpften EU-Exporten und ohne neue Wetterrisiken dürfte die deutsche Futtergerste kurzfristig in einer engen Spanne handeln. Angebot und Frachtbedingungen im Schwarzmeerraum bleiben ein Beobachtungspunkt, wirken derzeit jedoch eher als Preisuntergrenze denn als bullischer Impuls.
- Futtermittelkäufer (Deutschland): Die aktuelle leichte Abschwächung um 0,22 EUR/kg EXW nutzen, um die kurzfristige Versorgung bis ins vierte Quartal auszuweiten, die Käufe jedoch staffeln, um bei anhaltend schwacher Exportnachfrage flexibel zu bleiben.
- Landwirte als Verkäufer: Verkäufe bei kleinen Kursanstiegen erwägen, da EU-Exportstatistiken und internationale FOB-Indikationen kurzfristig auf ein begrenztes Aufwärtspotenzial hindeuten, während Lager- und Finanzierungskosten weiter anfallen.
- Händler: Frachtkosten im Schwarzmeerraum und eine mögliche Verschärfung regionaler Risiken beobachten. Eine Ausweitung der Spreads gegenüber ukrainischen Herkünften könnte die deutsche Basis vorübergehend stützen, doch die aktuellen Differenzen begünstigen weiterhin Schwarzmeergerste für bestimmte Destinationen im Mittelmeerraum.
3-Tage-Preistendenz nach Region (Deutschland, DE)
- Norddeutschland (Niedersachsen, einschließlich Drentwede EXW): Seitwärts bis leicht schwächer; ausreichende Bestände auf den Höfen und günstiges Wetter halten das Verkaufsinteresse hoch, während Mischfutterhersteller bedarfsbezogen einkaufen.
- Westdeutschland (Futtermittelmärkte Rhein/Ruhr): Überwiegend seitwärts; der Wettbewerb durch Mais und importierte Futtergetreide begrenzt eine gerstenspezifische Festigung.
- Ostdeutschland (exportorientierte Warenströme): Durch die langsame EU-Exportnachfrage leicht unter Druck; die Basis könnte etwas nachgeben, falls sich die FOB-Nachfrage bis zum Wochenende nicht verbessert.