Deutsche Futterhaferpreise bleiben stabil, da die Ernte die Versorgungsspannungen mildert
Die deutschen Futterhaferpreise in Norddeutschland bleiben bei etwa 0.205 EUR/kg EXW stabil, gestützt durch das ausreichende Angebot der Ernte 2026 und eine stetige Futternachfrage.
Preise
Die Futterhaferpreise in Norddeutschland werden als unverändert beschrieben. Die jüngsten Marktindikationen liegen für Standard-Futterqualität bei etwa Mitte 190 EUR/t EXW. Dies stimmt eng mit den heutigen Kassanotierungen für Futterhafer (Feuchtigkeit maximal 14 %) EXW Drentwede überein, die gegenüber der Vorwoche unverändert sind und damit einen seitwärts gerichteten Preistrend unterstreichen.
Regionale Referenzwerte der Landwirtschaftskammer Niedersachsen für September 2026 legen Futterhafer in eine breite Spanne von 12.00–16.95 EUR/100 kg. Dies signalisiert, dass zwar einige lokale Abschläge bestehen, das allgemeine Preisumfeld im Vergleich zum Spätsommer jedoch stabil bis leicht fest bleibt. Exportorientierter ukrainischer Futterhafer FCA Odesa wird auf etwas niedrigeren Niveaus gemeldet und bleibt damit mit einem moderaten Abschlag gegenüber deutscher Herkunft. Angesichts von Logistik- und Risikoprämien reicht dieser jedoch nicht aus, um eine Neubewertung im deutschen Binnenland zu erzwingen.
| Herkunft | Spezifikation | Ort | Lieferbedingung | Preis (EUR/kg) | Trend gegenüber vorheriger Notierung |
|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland (DE) | Futterqualität, Feuchtigkeit maximal 14 % | Drentwede | EXW | 0.205 | Unverändert |
| Ukraine (UA) | Hafer für Futterzwecke, 98 % Reinheit | Odesa | FCA | 0.19 | Unverändert |
Angebot & Nachfrage
Die deutsche Getreideernte 2026 erreichte etwa 37.5 Millionen Tonnen und lag damit leicht unter dem Vorjahresniveau. Hafer profitierte jedoch von allgemein guten Bedingungen und ausreichenden Erträgen. Die nationale Ernteberichterstattung weist bei Hafer auf keine größeren witterungsbedingten Verluste hin. Nördliche Bundesländer wie Niedersachsen melden einen reibungslosen Erntefortschritt, was zu einer ausreichenden Verfügbarkeit von Futterhafer auf den Betrieben führt.
EU-weit bleibt Hafer ein vergleichsweise kleines, aber wichtiges Futtergetreide. Der überwiegende Teil der Produktion wird in der Tierernährung eingesetzt, während ein wachsender Anteil in der Lebensmittel- und Haferdrinkverarbeitung verwendet wird. Während jüngere strategische Ausblicke einen allmählichen Rückgang der Getreideverwendung als Futtermittel, einschließlich Hafer, erwarten, bleibt die aktuelle deutsche Nachfrage aus der Rinder- und Pferdehaltung stabil. Gleichzeitig bietet die Ukraine weiterhin exportfähigen Futterhafer zu wettbewerbsfähigen Preisen an. Die logistischen Unsicherheiten im Schwarzen Meer lenken die Nachfrage jedoch stärker auf innergemeinschaftliche Herkünfte und stützen damit die deutschen Preise.
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Fundamentaldaten & Wetter
Deutschland zählt zu den wichtigsten Getreideproduzenten der EU. Niedersachsen verbindet insbesondere eine hohe Viehdichte mit bedeutenden Anbauflächen für Hafer, Weizen und Roggen. Diese strukturelle Verbindung zwischen örtlichen Viehbeständen und dem nahegelegenen Futtergetreideangebot bildet eine relativ unelastische Nachfragebasis für Futterhafer und trägt zur Preisstabilisierung bei, wenn die Erntemengen ausreichend sind.
Für die kommenden drei Tage deutet die Wetterprognose für Niedersachsen, einschließlich des Gebiets um Drentwede, auf milde frühherbstliche Bedingungen mit moderaten Temperaturen, vereinzelten Schauern und keinen Extremereignissen hin. Da die Haferernte bereits abgeschlossen ist, ist dieses Muster neutral bis leicht positiv: Es unterstützt die Feldarbeiten nach der Ernte und die Lagerbedingungen, ohne neue Qualitäts- oder Logistikrisiken für bestehende Bestände zu schaffen.
Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen
- Richtungstendenz: Seitwärts. Bei deutschen Futterhaferpreisen EXW von etwa 0.205 EUR/kg und ukrainischen Angeboten FCA von 0.19 EUR/kg ist der Markt gut versorgt, und es fehlt ein Katalysator für eine starke Bewegung in irgendeine Richtung.
- Für Käufer (Futtermühlen, Viehhaltungsunternehmen): Eine rollierende Deckung auf Sicht von kurzfristigem Bedarf bis zu 1–2 Monaten ist zu erwägen, da das nahe Preisrisiko begrenzt erscheint. Opportunistische Rückgänge im Zusammenhang mit einer breiteren Volatilität bei Getreide oder Frachten könnten Chancen bieten, die Deckung moderat bis ins Q4 auszudehnen.
- Für Verkäufer (Landwirte, Erfassungshändler): Bei unveränderten Preisen und ohne unmittelbares Signal einer Verknappung ist es sinnvoll, einen Teil der unverkauften Bestände zu halten. Das Aufwärtspotenzial scheint kurzfristig jedoch begrenzt. Verkäufe sollten bei einer durch externe Märkte und nicht durch lokale Fundamentaldaten ausgelösten Rallye schrittweise erhöht werden.
- Zu beobachtende Risikofaktoren: Eine erneute Störung der Getreideströme im Schwarzen Meer, eine abrupte Veränderung der Futtermittelnachfrage (z. B. durch Bestandsabbau) oder unerwartete Qualitätsprobleme bei gelagertem Hafer könnten die aktuelle Spanne aufbrechen. Für die kommende Woche ist jedoch keiner dieser Faktoren in größerem Umfang erkennbar.
Regionale Preisindikation für 3 Tage (Richtung)
- Norddeutschland (EXW, Futterhafer, Handelsplatz Drentwede): Stabil. Für die nächsten drei Handelstage wird eine enge Spanne um die aktuellen Kassaniveaus erwartet.
- Ostdeutschland (Futtermittelmärkte im Binnenland): Überwiegend stabil. Gegenüber den nördlichen Häfen sind geringfügige Basisbewegungen möglich, ein klarer Richtungstreiber fehlt jedoch.
- Schwarzes Meer (Ukraine FCA Odesa): In EUR stabil bis leicht fester, da die Logistikrisikoprämien bestehen bleiben. Die Preise liegen jedoch weiterhin unter dem deutschen Ursprungsniveau, wodurch ein Übergreifen des Aufwärtspotenzials auf den deutschen Inlandsmarkt begrenzt wird.