Deutsche Futterhaferpreise halten sich nahe 0,21 €/kg, während das Wetterrisiko nachlässt
Deutscher und ukrainischer Futterhafer werden seitwärts um 0,20 €/kg gehandelt. Das Wetterrisiko hat nachgelassen, das Angebot ist komfortabel und die Preise dürften kurzfristig in einer Spanne bleiben.
Preise
Deutscher Futterhafer (Futterqualität, Feuchte max. 14 %, EXW Drentwede, Ursprung DE) wird mit 0.205 EUR/kg EXW quotiert und ist seit dem 17. September 2026 unverändert, nachdem die Preise gegenüber dem Niveau von Anfang September allmählich angezogen hatten. Ukrainischer Futterhafer (für Futtermittel, 98 % Reinheit, FCA Odessa, Ursprung UA) liegt bei 0.19 EUR/kg FCA und ist gegenüber den vorherigen Indikationen ebenfalls unverändert.
Aktuelle Kommentare zum EU-Kassamarkt bestätigen, dass die Preise für deutschen und ukrainischen Futterhafer fest, aber nahe 0.20 EUR/kg innerhalb einer Spanne gebunden sind. Die physischen Werte in Norddeutschland weisen aufgrund von Logistik- und Qualitätsfaktoren einen merklichen Aufschlag gegenüber den breiteren nationalen Durchschnittswerten auf. Regionale deutsche Getreideberichte zeigen, dass Hafer weitgehend der Seitwärtsbewegung im breiteren Futtergetreidekomplex folgt und nicht dem stärkeren Ton, der bei Mais zu beobachten ist.
Angebot & Nachfrage
Die deutsche Getreideernte 2026 wurde durch Trockenheit und Hitze beeinträchtigt, was die Preise für Futtergetreide einschließlich Hafer in wichtigen Viehzuchtregionen wie Niedersachsen strukturell stützt. Dennoch bleibt das Haferangebot auf EU-Ebene komfortabel. Die Anbaufläche war in den vergangenen Saisons groß, und für das laufende Wirtschaftsjahr wurde bislang kein größerer Ernteschock gemeldet. Diese Kombination erklärt, warum die deutschen Spotwerte fest, aber nicht beschleunigt steigen.
Ursprünge aus dem Schwarzmeerraum liefern weiterhin wettbewerbsfähige Mengen an Futterhafer und anderem Getreide. Ukrainische Exporte über Odessa tragen trotz der anhaltenden regionalen Risiken zur allgemeinen Versorgungslage bei. Derzeit funktionieren die Logistikwege ausreichend, sodass in den FCA-Schwarzmeerquotierungen kein unmittelbarer Angebotsengpass eingepreist ist. Auf der Nachfrageseite sorgt der stetige Futtermittelverbrauch in Deutschland und den benachbarten EU-Märkten für eine solide Verbrauchsuntergrenze. Es gibt jedoch kaum Anzeichen für eine plötzliche Rationierung oder aggressive Vorratskäufe.
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Wetter & Logistik (Fokus DE)
Kurzfristige Wetterprognosen für Drentwede und die umliegenden Gebiete in Niedersachsen (19.–22. September 2026) zeigen überwiegend bedeckte bis bewölkte Bedingungen mit Tageshöchsttemperaturen zwischen Mitte 10 und etwa 20 °C, begrenzten Niederschlagswahrscheinlichkeiten von meist unter 30 % sowie ohne erwartete bedeutende Stürme oder starke Winde. Ein solches Wetterbild unterstützt eine stabile Logistik und die betriebliche Handhabung der verbleibenden Hafer- und Getreidemengen.
Da der Hauptteil der Ernte weitgehend abgeschlossen ist und keine akute Regen- oder Windgefahr besteht, dürfte das Wetter kurzfristig keinen starken zusätzlichen Druck auf die Haferqualität oder die Erträge ausüben. Die Hitze und Trockenheit im früheren Saisonverlauf sind bereits über festere Getreide-Benchmarks eingepreist, und der derzeit günstige Ausblick begünstigt stattdessen weiterhin einen reibungslosen Transport des Getreides von den landwirtschaftlichen Betrieben zu den regionalen Abnehmern.
Fundamentaldaten & Treiber
- Erntehintergrund: Nationale deutsche Ernteschätzungen weisen aufgrund der sommerlichen Wetterbelastung auf eine unterdurchschnittliche Getreideproduktion hin. Dies unterstützt allgemein ein festeres Preisumfeld für Futtergetreide einschließlich Hafer.
- EU-Kontext: Der jüngste Überblick über die landwirtschaftlichen Märkte der EU deutet auf eine insgesamt ausreichende Getreideverfügbarkeit in der Union hin. Dadurch ist der Spielraum für einen hausspezifischen Angebotsengpass trotz regionaler Knappheit begrenzt.
- Relativer Wert: Kommentare zum deutschen Futterhafer unterstreichen, dass die aktuellen Notierungen um 0.20 EUR/kg im oberen Bereich der EU-Preisspanne liegen, bei Berücksichtigung von Qualitäts- und Frachtaufschlägen jedoch weiterhin weitgehend mit verwandten Futtergetreiden übereinstimmen.
- Spekulative & Absicherungsströme: Es gibt keine neuen Hinweise auf starke spekulative Käufe speziell bei Hafer. Das Preisrisiko hängt vielmehr enger an den Benchmarks für Mais und Weizen, die als wichtigste Anker für Futterrationen fungieren.
Handelsausblick
- Futtermittelabnehmer (DE): Da Futterhafer ab Hof Drentwede stabil bei 0.205 EUR/kg liegt und die kurzfristigen Wetter- und Logistikrisiken gering sind, sollten nahe Bedarfe gedeckt werden. Eine übermäßige Eindeckung sollte jedoch vermieden werden, sofern Mais oder Weizen nicht deutlich anziehen.
- Erzeuger (DE): Die aktuellen Preise bleiben gegenüber den vergangenen Jahren attraktiv und spiegeln die Ernteprobleme bereits wider. Zusätzliche Verkäufe bei einer Stärkephase um das aktuelle Niveau erscheinen sinnvoll, während ein Teil der Ware für den Fall weiterer Gewinne im Futtergetreidekomplex zurückgehalten werden kann.
- Importeure/Händler (UA–DE-Ströme): Der kleine, aber beständige Abschlag des ukrainischen FCA-Odessa-Hafers bei 0.19 EUR/kg gegenüber den deutschen EXW-Werten unterstützt anhaltende grenzüberschreitende Lieferströme. Die Logistik im Schwarzmeerraum und die Frachtraten sollten auf eine mögliche, störungsbedingte Ausweitung dieses Spreads überwacht werden.
3-Tage-Preisindikation (19.–21. September 2026)
- Deutschland, EXW Drentwede Futterhafer (Ursprung DE): Seitwärts bis leicht fester um 0.205 EUR/kg EXW, wobei ohne neue Schocks bei Mais oder Weizen nur eine begrenzte Volatilität erwartet wird.
- Ukraine, FCA Odessa Futterhafer (Ursprung UA): Stabil um 0.19 EUR/kg FCA. Etwaige Bewegungen dürften eher der allgemeinen Stimmung bei Schwarzmeergetreide als hausspezifischen Nachrichten folgen.