Deutsche Futterhafersorten stabil, während globale Hafer-Benchmarks nachgeben
Die Preise für deutschen Futterhafer bleiben bei rund 0,18 EUR/kg stabil, während globale Hafer-Benchmarks nachgeben. Das Wetter in Niedersachsen ist günstig; der kurzfristige Ausblick bleibt weich.
Preise
Die internationalen Haferpreise bleiben schwach. Benchmark-Haferkontrakte wurden am 28. Juni 2026 bei rund 276,75 USc/bu notiert, was einem Rückgang von etwa 23 % im Monatsverlauf und fast 28 % im Jahresvergleich entspricht und die weltweit bärische Stimmung bei Hafer im Vergleich zu anderen Getreidearten unterstreicht.
In Deutschland lagen die indikativen Haferpreise im Juni 2026 im Durchschnitt bei etwa 0,21 EUR/kg, leicht über den aktuellen Futterhafer-Indikationen in Norddeutschland und rund 3 % unter dem Vorjahresniveau. Die lokalen EXW-Futterhaferpreise in Drentwede sind mit rund 0,18 EUR/kg stabil, ohne Veränderung zur Vorwoche, was auf einen Seitwärtsmarkt vor dem Anlaufen der neuen Ernte hindeutet.
Angebot & Nachfrage
Die globalen Hafermärkte sind gut versorgt; der starke Preisrückgang im Jahresvergleich bei den internationalen Notierungen deutet darauf hin, dass die Produktion in den wichtigsten Exportländern und die Übertragsbestände komfortabel bleiben. In Deutschland lässt der moderate Rückgang der durchschnittlichen Juni-Preise gegenüber dem Vorjahr auf eine ausreichende lokale Verfügbarkeit und eine begrenzte Dringlichkeit im Futtersektor schließen, die Preise nach oben zu treiben.
Die breiteren Getreideflüsse aus dem Schwarzmeerraum, insbesondere aus der Ukraine, laufen weiterhin in reduzierten, aber erheblichen Volumina, wobei seit Einrichtung des aktuellen Schwarzmeer-Korridors mehr als 120 Millionen Tonnen Getreide verschifft worden sein sollen. Auch wenn dies hauptsächlich Weizen und Mais betrifft, trägt es dazu bei, die Futtergetreidepreise in Europa insgesamt zu begrenzen und schränkt damit indirekt das Aufwärtspotenzial für Futterhafer ein.
Wetter & Ernteausblick (Deutschland)
Für Drentwede und die umliegenden Teile Niedersachsens deutet die 3‑Tage-Prognose (1.–3. Juli 2026) auf warmes, aber nicht extremes Wetter hin, mit Tageshöchstwerten um 22–25 °C, kühlen Nächten nahe 11–12 °C und nur vereinzelten Schauern bei einem Mix aus Sonne und Wolken.
Diese Bedingungen sind insgesamt günstig für die Spätphasenentwicklung und das Ausreifen der Sommergetreide, ohne ausgeprägten Hitze- oder Trockenstress. Die begrenzt erwarteten Niederschläge lassen auf kein unmittelbares Ernteverzögerungsrisiko schließen, bieten aber auch nur wenig wetterbedingte Unterstützung für die Preise im sehr kurzen Zeitraum.
Handelsausblick
- Futterkäufer: Bei stabilen lokalen Haferpreisen und schwachen globalen Benchmarks bietet es sich an, die Deckung für Q3 nur moderat zu halten und gleichzeitig den Erntefortschritt sowie mögliche Wetterüberraschungen zu beobachten; das aktuelle Preisrisiko ist leicht abwärtsgerichtet.
- Erzeuger: Bei rund 0,18 EUR/kg EXW wirken die aktuellen Forward-Niveaus wenig attraktiv; das Halten begrenzter unbepreister Bestände bis in die frühe Ernte kann vertretbar sein, größere spekulative Läger erscheinen angesichts des globalen Abwärtstrends jedoch risikoreich.
- Händler: Die Basisniveaus gegenüber internationalen Hafer-Benchmarks sind relativ fest; Chancen könnten sich ergeben, falls sich die globalen Preise aus überverkauften Bereichen erholen, kurzfristig sprechen die Spreads jedoch eher für vorsichtige Strategien mit niedrigen Lagerbeständen.
3‑Tage-Preisindikation (Deutschland)
- Drentwede EXW-Futterhafer: Seitwärts um 0,18 EUR/kg in den nächsten 3 Tagen, mit leicht abwärtsgerichteter Tendenz, falls Ernteverkäufe anziehen und globale Haferfutures unter Druck bleiben.
- Deutscher Haferdurchschnitt: Erwartet wird eine Bewegung nahe 0,20–0,21 EUR/kg, im Einklang mit der weichen internationalen Stimmung und einem stabilen inländischen Angebot.