Deutscher Futterroggen bleibt stabil, während sich der EU-Markt leicht abschwächt
Die deutschen Futterroggenpreise bleiben trotz weicherer EU-Benchmarks bei rund 0,21 EUR/kg EXW stabil. Eine solide Ernte 2026 und mildes Wetter begrenzen das kurzfristige Aufwärtspotenzial.
Preise
Lokaler Futterroggen in Norddeutschland (EXW Drentwede) wird auf etwa 0,21 EUR/kg geschätzt, unverändert zur Vorwoche und im Großen und Ganzen stabil seit Ende August. EU-weite Preisdaten für Getreide zeigen den deutschen nationalen Durchschnitt für Futterroggen im September bei rund 172 EUR/t, etwa 4–5 % niedriger im Monatsvergleich und fast 18 % unter Vorjahr, was den weicheren kontinentalen Hintergrund unterstreicht.
Externe Benchmarks bestätigen dieses Bild: Ein deutschlandweiter Roggenpreisindikator für September liegt bei rund 0,16 EUR/kg, was deutliche Rückgänge gegenüber dem Vorjahr widerspiegelt und auf eine insgesamt reichliche Versorgung hinweist. Regionale deutsche Marktberichte heben in dieser Woche hervor, dass Futterroggen als „flach, aber fest“ beschrieben wird im Vergleich zu schwächeren EU-Preisen rund um süddeutsche Knotenpunkte. Dies deutet darauf hin, dass Norddeutschland leicht über den schwächeren Referenzniveaus notiert, jedoch ohne starke Kaufdynamik.
| Markt | Qualität / Termin | Preis (EUR/kg) | Tendenz (w/w) |
|---|---|---|---|
| N-Deutschland (Drentwede) | Futterroggen, EXW | 0,21 | Stabil |
| Deutschland, nationaler Durchschn. | Futterroggen, Sept.-Ref. | 0,17 | Weicher m/m |
| EU-27 | Futterroggen, Sept.-Ref. | 0,17–0,18 | -4–5 % m/m |
Angebot & Nachfrage
Offizielle deutsche Berichte zur Ernte 2026 weisen auf eine insgesamt solide Getreideernte hin, mit einer gesamten Getreideproduktion von rund 37–38 Mio. Tonnen, nahe dem Mehrjahresdurchschnitt trotz sommerlicher Wetterextreme. Fachinstitutionen beschreiben die Brotgetreideernte 2026 (einschließlich Roggen) sowohl hinsichtlich Menge als auch Backqualität als zufriedenstellend, begünstigt durch überwiegend vorteilhafte Wachstumsbedingungen und begrenzte Winterschäden.
Regionale Analysen aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen heben hervor, dass Hitze und Trockenheit die Abreife beschleunigt, aber keine flächendeckenden Ertragseinbußen ausgelöst haben, was zu „soliden“ Getreideergebnissen und guter Verfügbarkeit für den Futtermittelsektor führt. Auf EU-Ebene zeigen Preis- und Handelsdaten für Getreide eine komfortable Roggenversorgung nach einer Erholung von den Flächentiefs 2024, wobei Deutschland und Polen die wichtigsten Produzenten bleiben. In Kombination mit verhaltenem Wachstum der Futterkornnachfrage lastet dies auf den EU-Roggenpreisen und begrenzt jede Rallye am deutschen Kassamarkt.
Wetter & Logistik (Region DE)
Kurzfristige Wetterprognosen für Norddeutschland um den 16.–19. September deuten auf spätsommerliche Wärme mit Tagestemperaturen meist im mittleren 20-Grad-Celsius-Bereich hin, gefolgt von einem Übergang zu kühleren, herbstlicheren Bedingungen Anfang nächster Woche. Die Regenwahrscheinlichkeit bleibt in den nächsten drei Tagen in Niedersachsen moderat, was ununterbrochene Getreidebewegungen und die Trocknung auf den Betrieben begünstigt, anstatt neuen Feuchtestress zu verursachen.
Mit der Roggenernte 2026 faktisch abgeschlossen, wirkt sich das aktuelle Wetter vor allem auf Logistik und Aussaat der Winterungen aus, nicht mehr auf die Erträge. Warme, trockene Bedingungen unterstützen zeitgerechte Feldarbeiten und eine stabile Qualität des eingelagerten Getreides und begrenzen damit kurzfristig jeden wetterbedingten Risikoaufschlag in den deutschen Futterroggenpreisen in den kommenden Tagen.
Fundamentaldaten & Markttreiber
- Reiches Angebot 2026: Nationale Erntezahlen und regionale Berichte bestätigen solide Getreide- und Brotgetreidemengen und sichern eine umfangreiche Roggenverfügbarkeit für Futter- und Industrieabnehmer.
- Weiche EU-Benchmarks: EU-Indikatoren für Futterroggenpreise im September zeigen deutliche Rückgänge gegenüber 2025 und signalisieren komfortable Bestände sowie eine gedämpfte Nachfrage im gesamten Block.
- Stabile lokale Nachfrage: Es werden keine größeren Veränderungen bei den deutschen Viehbeständen oder der Nachfrage nach Mischfutter gemeldet. Dies führt zu einer insgesamt stabilen Abnahme, die den Markt stützt, aber nicht verknappt.
- Konkurrenz durch andere Getreidearten: Wettbewerbsfähige Gersten- und Weizenpreise in Deutschland und den Nachbarstaaten begrenzen weiterhin den relativen Wert von Roggen in Futterrationen.
Handelsausblick & 3-Tage-Sicht
- Für Erzeuger: Bei EXW-Niveaus um 0,21 EUR/kg und weiterhin weichen EU-Indikatoren erscheint das kurzfristige Aufwärtspotenzial begrenzt. Staffelverkäufe bei lokaler Stärke erwägen, aber umfangreiche Vorverkäufe vermeiden, falls es später zu saisonalen Erholungen kommt.
- Für Käufer/Futtermittelwerke: Das aktuell stabile und komfortable Preisniveau in Kombination mit günstiger Logistik begünstigt opportunistische Deckung des Nahbedarfs. In den nächsten Tagen besteht kein dringender Bedarf, einem steigenden Markt hinterherzulaufen.
- Für Händler: Die Spanne zwischen festeren deutschen Kassawerten und schwächeren EU-Benchmarks deutet auf ein moderates Abwärtsrisiko hin, falls Export- oder innergemeinschaftliche Ströme zunehmen. Fokus eher auf Basishandel als auf reine Preisexponierung.
3-Tage-Preisindikation (Deutschland, Futterroggen EXW Nord):
- Heute (16. September 2026): ~0,21 EUR/kg, stabil.
- Nächste 1–2 Tage: Seitwärts, mit einer Bandbreite von 0,005 EUR/kg um das aktuelle Niveau, vorausgesetzt unveränderte Export- und Futterkornnachfrage.
- Wettereffekt: Warme, überwiegend trockene Bedingungen unterstützen eine reibungslose Logistik; kein unmittelbarer wettergetriebener Preisimpuls erwartet.