Deutscher Futterroggen fällt unter die jüngste Spanne, da die Nachfrage vorsichtig bleibt
Die EXW-Preise für deutschen Futterroggen in Norddeutschland fallen bei vorsichtiger Nachfrage unter die jüngste Spanne. Das EU-Angebot ist komfortabel; der kurzfristige Ausblick ist leicht bearish.
Preise
Der indikative deutsche Futterroggen EXW Drentwede liegt derzeit bei rund 205 EUR/t und damit etwa 2–3 % unter der Spanne von 210 EUR/t, die lokale und Branchenberichte Anfang der Woche für Norddeutschland genannt hatten. Im Vergleich dazu liegen die EU-Referenzpreise für deutschen Futterroggen auf breiter regionaler Basis näher bei 150–155 EUR/t. Dies unterstreicht, dass die Spotwerte in Norddeutschland mit einem Aufschlag gegenüber den gesamteuropäischen Referenzwerten gehandelt werden. Ukrainischer Roggen FOB Schwarzes Meer bleibt auf EUR-pro-Tonne-Basis deutlich günstiger, doch Exportbeschränkungen und höhere Frachtkosten begrenzen seine unmittelbare Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland.
| Markt | Spezifikation / Termin | Aktuelles Niveau (EUR/t) | Richtung gegenüber Anfang September |
|---|---|---|---|
| Norddeutschland (Drentwede) | Futterroggen, EXW | ≈ 205 | Leicht schwächer |
| Deutschland (Index) | Futterroggen, EU-Referenz | ≈ 151 | Im Monatsvergleich moderat fester |
| Deutschland (Köln) | Backroggen, EU-Referenz | ≈ 190 | Im Monats- und Jahresvergleich gestiegen |
Angebot & Nachfrage
Aktuelle deutsche und EU-Getreidemarktberichte beschreiben die Getreideernte 2026 insgesamt als reichlich, mit ausreichenden Mengen an Brotgetreide einschließlich Roggen und ohne größere Qualitätsprobleme. Dadurch bleibt die Gesamtversorgung komfortabel. Regionale Getreidebörsen in West- und Norddeutschland berichten Mitte September lediglich von begrenzter Spotaktivität, da Landwirte und Käufer vor größeren Abschlüssen zunächst eine klarere Preisrichtung abwarten.
Auf der Nachfrageseite bleiben Mischfutterhersteller vorsichtig. Wochenberichte für die KW 37 in Deutschland deuten auf nur moderate Käufe und einen anhaltenden Fokus auf preislich wettbewerbsfähige Alternativen wie Futtergerste und Mais hin. Auch die EU-Getreidepreisbeobachtung zeigt im Futtermittelkomplex gemischte, insgesamt jedoch eher schwache Tendenzen. Dies deutet darauf hin, dass Roggen um seine Aufnahme in die Rationen kämpfen muss, anstatt den Futtermittelmarkt anzuführen. Die Kombination aus ausreichendem Angebot und zögerlicher Nachfrage erklärt das leichte Nachgeben der Kassapreise für Roggen in Norddeutschland.
Wetter & Logistik (Fokus Deutschland)
Die Wetterbedingungen in Norddeutschland und insbesondere in Niedersachsen sind saisonal mild. In den jüngsten regionalen Getreidemarktberichten für die Woche vom 14.–20. September wurden keine größeren Regenmengen oder Temperaturextreme genannt. Da die Haupternte bereits abgeschlossen ist, unterstützt die aktuelle Wetterlage vor allem eine reibungslose Trocknung, innerbetriebliche Handhabung und Logistik, ohne die Erntemenge oder Qualität wesentlich zu verändern.
Angesichts dieses stabilen Ausblicks werden die kurzfristigen Preisbewegungen bei Roggen in Deutschland stärker von Logistik, Exportmöglichkeiten und der Konkurrenz anderer Getreidearten bestimmt als von neuen Wetterrisiken. Dies entspricht den breiteren deutschen Getreideanalysen, die betonen, dass die Getreidemärkte nach der Ernte 2026 eher durch Bestandsmanagement und Spreads zwischen den Agrarrohstoffen als durch Überraschungen bei den Erträgen geprägt werden.
Externe Einflussfaktoren
Die EU-Referenzpreise für Roggen haben im Monatsvergleich moderat angezogen, liegen jedoch weiterhin deutlich unter dem Vorjahresniveau. Dies signalisiert trotz der vergleichsweise festen physischen Werte in Deutschland ein allgemein schwaches europäisches Umfeld. Anfang September deuteten internationale Kommentare zum Roggenmarkt auf eine Knappheit in Teilen Deutschlands und ein stetiges Futterinteresse vor dem Winter hin, was die Preise stützte. Die jüngsten Daten legen jedoch nahe, dass diese Unterstützung nun nachlässt, da sich die Käufer zurückziehen.
Im Schwarzmeerraum bleiben die Getreideexportaussichten der Ukraine für 2026/27 aufgrund von Schäden an den Häfen im Raum Odessa und anhaltenden Sicherheitsrisiken unsicher. Dies könnte die gesamten Agrarexporte gegenüber früheren Erwartungen mehr als halbieren. Dadurch wird der Zustrom wettbewerbsfähig bepreister ukrainischer Getreide, einschließlich Roggen, eingeschränkt. Die Auswirkungen auf deutsche Kassaroggenpreise sind derzeit jedoch moderat, da das EU-Angebot komfortabel ist und der Binnenhandel weiterhin der wichtigste Preistreiber bleibt.
Handelsausblick (nächste 3–5 Tage)
- Preistendenz: Für deutschen Futterroggen EXW in den nördlichen Regionen leicht bearish, mit Spielraum für einen weiteren Rückgang um 1–3 EUR/t, falls die Käufe gering bleiben und Landwirte zur Freigabe von Lagerkapazitäten Gebote akzeptieren.
- Für Verkäufer: Einen Teil der kurzfristig verfügbaren Mengen auf dem aktuellen Niveau zu verkaufen, ist insbesondere bei hohen Beständen auf dem Hof und relevanten Lagerkosten erwägenswert. Ein Teil der Mengen kann jedoch unbepreist bleiben, falls Nachrichten aus dem Schwarzmeerraum oder Stärke bei anderen Agrarrohstoffen später für eine Erholung sorgen.
- Für Käufer: Geduldige, schrittweise Käufe bleiben angemessen. Kurzfristige Nachfragespitzen oder eine angespannte Logistik können genutzt werden, um den Widerstand im Bereich von 210 EUR/t zu testen, bevor höheren Preisen nachgejagt wird.
3-Tage-Regionale Preisindikation (EUR)
- Norddeutschland (Drentwede, EXW-Futterroggen): In den kommenden drei Handelstagen voraussichtlich etwa 202–208 EUR/t, mit leicht fallender Tendenz, falls sich die Nachfrage nicht verbessert.
- West-/Süddeutschland (Futterroggen, ab Lager): Voraussichtlich leicht unter dem norddeutschen Niveau, bei etwa 190–200 EUR/t, sofern notiert, und damit insgesamt stabil bis geringfügig schwächer parallel zu anderen Futtergetreiden.