Deutscher Futterroggen klettert leicht, da knappes Angebot auf feste Futternachfrage trifft
Die Preise für deutschen Futterroggen in Drentwede ziehen an – vor dem Hintergrund eines knapperen Getreideangebots 2026, solider Futternachfrage und fester europäischer Futtermittelmärkte.
Preise
In Drentwede (Niedersachsen) wird Futterroggen mit 14 % Feuchte ab Hof (EXW) mit rund 0,21 EUR/kg indiziert, was einem Anstieg von etwa 10–12 % seit Anfang August in Euro entspricht. Der Aufwärtstrend spiegelt eine Reihe kleiner täglicher Gewinne in der zweiten Monatshälfte wider, ohne jüngste Rücksetzer.
Ukrainischer Roggen FOB Odessa bleibt in Euro deutlich günstiger, doch erhöhte Fracht- und Risikoprämien aus der Schwarzmeerregion begrenzen den direkten Druck auf die Binnennotierungen in Deutschland. Eine festere Stimmung an den breiteren europäischen Futtergetreidemärkten, verbunden mit Angebotsrisiken im Schwarzmeer-Korridor, verleiht den Roggenpreisen innerhalb der Mischfutterformulierung zusätzliche Unterstützung.
Angebot & Nachfrage
Vorläufige deutsche und regionale Ernteberichte bestätigen, dass die Getreideproduktion 2026 unter dem Vorjahresniveau liegt, wobei Hitze im Juni und regionale Trockenheit die Erträge auch beim Roggen begrenzt haben. In Niedersachsen, wo Drentwede liegt, wird von einer geringeren gesamten Getreideerzeugung im Vergleich zu 2025 berichtet, da hohe Temperaturen während der Kornfüllung das Ertragspotenzial begrenzten.
Statistiken für Deutschland und wichtige südliche Bundesländer wie Bayern und Baden‑Württemberg weisen ebenfalls auf unterdurchschnittliche Getreideernten 2026 hin und untermauern damit eine insgesamt engere inländische Versorgungslage. Auf der Nachfrageseite behauptet Roggen seine feste Position in den lokalen Futterrationen, gestützt durch relativ attraktive Preise gegenüber Weizen und Mais sowie stabile Viehbestände in Norddeutschland. Insgesamt wirkt die regionale Bilanz moderat angespannt, aber nicht kritisch knapp.
Fundamentaldaten
Prognosen auf EU‑Ebene für die Roggensaison 2025/26 deuten auf ein insgesamt weitgehend stabiles Angebot im Vergleich zum Vorjahr hin, bei gleichzeitig rückläufigen Endbeständen. Dies unterstreicht einen schrittweise straffer werdenden Markt im gesamten Block. Der Einsatz für Futter und sonstige Verwendungen dürfte leicht zunehmen, während die Exporte verhalten bleiben und damit den Puffer aus Lagerbeständen begrenzen.
Deutsche Qualitätsbewertungen heben hervor, dass Roggen in nassen Jahren üblicherweise eine relativ robuste Back- und Futterqualität aufweist, doch jüngste nationale Erhebungen verweisen auf allgemein größere Herausforderungen bei der Sicherung von Getreide in Spitzenqualität, wodurch ein Teil der Mengen in Futterkanäle umgelenkt wird. Für Futterroggen in Niedersachsen erhöht dies das verfügbare Angebot, doch angesichts der insgesamt geringeren Getreideerzeugung führt dies nicht zu einem Überangebot. Stattdessen stützt es einen stabilen Abfluss von Roggen in Richtung Futterindustrie bei leicht steigenden Preisniveaus.
Wetterausblick (DE – Fokus Niedersachsen)
Für die kommenden drei Tage in Norddeutschland (Region Niedersachsen) deuten die Prognosen auf überwiegend trockenes bis leicht schaueranfälliges Wetter hin, mit Tagestemperaturen nahe den saisonalen Normen und ohne größere Hitzewellen. Da die Ernte weitgehend abgeschlossen ist, ist dieses Wetter für die Fundamentaldaten beim Roggen weitgehend neutral, unterstützt aber eine gute Nacherntebehandlung und Logistik.
Da kurzfristig nur minimale witterungsbedingte Beeinträchtigungen von Transport oder Lagerung zu erwarten sind, dürften Preisbewegungen eher von der Verkaufsbereitschaft der Landwirte und der allgemeinen Stimmung an den Getreidemärkten als von meteorologischen Faktoren getrieben werden.
Kurzfristiger Handelsausblick
- Futterkäufer (Deutschland): Ziehen Sie in Erwägung, den kurzfristigen Roggenbedarf bei Rücksetzern um das aktuelle Niveau abzusichern, da das regionale Angebot knapper als im Vorjahr erscheint und die breiteren Futtergetreidemärkte fester tendieren.
- Erzeuger: Bei leicht aufwärtsgerichtetem Preistrend und ausbleibendem unmittelbarem Erntedruck könnte eine Strategie gestaffelter Verkäufe in den Herbst hinein zusätzliche Gewinne ermöglichen, falls Futterweizen und Mais fest bleiben.
- Händler: Beobachten Sie die Schwarzes-Meer-Logistik und die EU-Futtergetreide-Futures; jede Eskalation regionaler Risiken oder Rallys bei Mais/Weizen könnten sich rasch in zusätzlichem Aufwärtspotenzial für deutschen Futterroggen niederschlagen.
3‑Tage-Preisindikation (EUR, Tendenz)
- Drentwede, DE (EXW Futterroggen 14 %): rund 0,21 EUR/kg; Tendenz: seitwärts bis leicht fester bei begrenzten Erzeugerverkäufen und fester Futternachfrage.
- Odesa, UA (FOB Roggen): rund 0,12 EUR/kg; Tendenz: seitwärts, wobei geopolitische und Frachtfaktoren wichtiger sind als lokale Fundamentaldaten.