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Gerste unter Druck: Ukrainische Exporte ersticken, während die Nachfrage stockt

Gerste unter Druck: Ukrainische Exporte ersticken, während die Nachfrage stockt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Ukrainische Gerstenpreise bleiben gedrückt, da Schwarzmeerhäfen blockiert sind, Exporte weit hinter den Plänen zurückbleiben und sich die Nachfrage auf Donauhäfen und Verarbeiter verlagert.

Exportorientierte ukrainische Gerste bleibt stark unter Druck, da die Schwarzmeerhäfen stillstehen und sich die Nachfrage auf die Donauhäfen konzentriert, wodurch die Preise niedrig bleiben und die Exportmengen weit hinter den saisonalen Planungen zurückbleiben. Der ukrainische Gerstenmarkt steckt zwischen logistischer Lähmung und schwachem Kaufinteresse fest. Getreideterminals im Großraum Odessa sind aufgrund anhaltender Raketen- und Drohnenangriffe faktisch außer Betrieb, sodass Händler fast ausschließlich über Donauhäfen arbeiten. Selbst dort ist die Nachfrage nach Gerste minimal, und die Exportgebote bleiben gedrückt. Während festere Weizen- und Maisfutures sowie anstehende Ausschreibungen von Importeuren etwas Unterstützung bringen könnten, machen die Gerstenexporte der laufenden Saison nur einen Bruchteil des Potenzials aus, sodass das inländische Angebot hoch bleibt und die Verhandlungsmacht klar bei den Käufern liegt.

Prices

Die Exportnachfrage für ukrainische Futtergerste wird mit 7.000–7.500 UAH/t frei Donauhäfen angegeben, was rund 0,17–0,18 EUR/kg entspricht, während Verarbeiter aktiv zu 5.500–6.500 UAH/t (etwa 0,13–0,16 EUR/kg) ab Hof kaufen. Lokale Kassaangebote bestätigen dieses schwache Umfeld, mit FCA-Kiew/Odessa-Indikationen für Futtergerste um 0,15–0,16 EUR/kg und FOB-Odessa-Notierungen für Futtergerste für Rinder bei etwa 0,155 EUR/kg, leicht unter dem Niveau der Vorwoche.

Im Gegensatz dazu heben deutsche Futtergerste-Angebote um 0,23 EUR/kg den deutlichen Preisabschlag der Ukraine hervor. Steigende MATIF-Weizen- und festere Mais-Benchmarks beginnen, den Abwärtsdruck zu dämpfen, doch bislang handelt Gerste klar als Mitläufer, mit nur begrenztem Aufwärtspotenzial, solange die Exportkanäle eingeschränkt bleiben.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Supply & Demand

Angriffe auf die Häfen der Region Odessa haben die Aktivitäten an den großen Schwarzmeer-Getreideterminals faktisch zum Erliegen gebracht und nahezu alle Exportaktivitäten auf die Donauhäfen verlagert. Händler berichten dort jedoch nur von begrenzter Nachfrage nach Gerste, mit auf niedrigem Niveau verharrenden Exportgeboten und einer Logistikkapazität, die auf margenstärkere Kulturen fokussiert ist. Dies hat dazu geführt, dass große Gerstenmengen im Binnenland eingeschlossen bleiben.

In der bisherigen laufenden Saison hat die Ukraine nur rund 350.000 t Gerste gegenüber prognostizierten 2,5–3,0 Mio. t exportiert, was eine große Exportschere verdeutlicht. Inländische Verarbeiter bauen den Überschuss teilweise ab, indem sie aktiv Futtergerste kaufen, doch ihre Nachfrage reicht nicht aus, um die weggebrochene Seefrachtnachfrage zu kompensieren. Dies erhält einen Käufermarkt aufrecht und begrenzt die Möglichkeit der Erzeuger, Abschlägen zu widerstehen.

Fundamentals & External Drivers

Der wichtigste fundamentale Bremsfaktor ist die Kombination aus blockierten Schwarzmeerhäfen und eingeschränkter Donau-Logistik. Anhaltende russische Angriffe auf den Hafencluster Odessa haben den Verkehr dort zum Stillstand gebracht und die Exporteure gezwungen, sich auf kleinere Donau-Routen mit höheren Frachtraten und Kapazitätsbegrenzungen zu stützen. Dadurch hat sich der Wettbewerb der Getreidearten um die begrenzten Exportfenster deutlich verschärft, und Gerste – weniger strategisch als Weizen oder Mais – ist in der Priorität nach unten gerutscht.

Auf der unterstützenden Seite haben sich die internationalen Preise für Weizen und Mais in den letzten Sitzungen angesichts des Schwarzmeer-Risikos und breiterer Sorgen am globalen Getreidemarkt befestigt. Höhere Benchmarkpreise verbessern die Austauschparität der Ukraine und könnten die Gebote für Gerste an den Donauhäfen schrittweise anheben, insbesondere wenn Importeure neue Ausschreibungen zur Deckung ihres Futterbedarfs veröffentlichen. Dennoch werden bis zur Normalisierung der Exportkorridore das inländische Überangebot und der Finanzierungsdruck für Landwirte jede anhaltende Rallye bei Gerste begrenzen.

Weather & Logistics Outlook (Ukraine)

Die Witterungsbedingungen in den wichtigen südlichen und zentralen Getreideregionen sind saisonal günstig für späte Feldarbeiten und Lagerung, ohne unmittelbare Wetterrisiken für die bestehende Gerstenernte. Das Hauptrisiko für den Markt bleibt kurzfristig eher logistischer als agrometeorologischer Natur: anhaltende Angriffe auf die Schwarzmeerinfrastruktur und mögliche Auswirkungen auf den Donauverkehr könnten die Transporte weiter erschweren.

Bleiben die Donauhäfen voll funktionsfähig, sollten die derzeitigen – wenn auch begrenzten – Exportströme zumindest in langsamem Tempo anhalten. Jede Eskalation, die die Verladungen an der Donau stört, würde zusätzlichen Abwärtsdruck auf die inländischen Gerstenpreise ausüben und den Abbau der Bestände vor dem nächsten Vermarktungszyklus weiter verzögern.

Trading Outlook & 3‑Day View

  • Landwirte: Gezielte Verkäufe an Verarbeiter zu 5.500–6.500 UAH/t in Betracht ziehen, um Liquidität zu sichern, während ein Teil der Bestände zurückgehalten wird in Erwartung eines marginalen Preisaufschlags durch festere Weizen- und Maispreise.
  • Exporteure/Händler: Fokus auf Programme über Donauhäfen und enges Monitoring von Weizen- und Maisrallyes; zusätzliche Stärke dort könnte leicht höhere Gebote für Gerste rechtfertigen, um opportunistische Futteranfragen zu bedienen.
  • Futtermittelkäufer: Die aktuellen Abschläge gegenüber anderen Futtermitteln deuten auf ein Zeitfenster hin, um die Gerstenversorgung zu vorteilhaften Spreads – insbesondere für den Bedarf im 4. Quartal – auszuweiten.

In den kommenden drei Tagen dürften die ukrainischen Binnenpreise für Gerste in EUR ausgedrückt weitgehend stabil bleiben, mit leichtem Aufwärtspotenzial in standortnahen Regionen zu Donauhäfen, falls sich die Weizen- und Maisfutures weiter befestigen. FOB-Indikationen aus Odessa werden voraussichtlich um den aktuellen Niveaus verharren, was sowohl die schwache Nachfrage als auch die eingeschränkte Exportkapazität widerspiegelt, während die europäischen Preise mit einem Aufschlag bleiben und damit zwar die Wettbewerbsfähigkeit der Ukraine stützen, sich aber noch nicht in deutlich höheren Erzeugerpreisen niederschlagen.

BASIC
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