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Hafer-Futures ziehen an, während physische Preise überraschend ruhig bleiben

Hafer-Futures ziehen an, während physische Preise überraschend ruhig bleiben

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

CBOT-Haferfutures haben sich kräftig erholt, während EU-Futterhaferpreise flach bleiben. Überblick über Preise, Fundamentaldaten, Wetter und einen kurzfristigen Trading-Ausblick.

CBOT-Haferfutures notieren fest mit ausgeprägtem Carry bis 2027, während physische Futterhaferpreise in Kontinentaleuropa in einer engen Spanne verharren. Das signalisiert eine von den Futures angeführte Rally, die eher von der Stärke im übrigen Getreidekomplex als von einem engen Kassamarkt getrieben ist. Hafer hat sich an der CBOT seit August deutlich erholt, wobei sich die Dezember-2026-Futures nach einer zweistelligen prozentualen Bewegung im vergangenen Monat bei rund 370 US¢/bu stabilisiert haben. Die Kassanotierungen in der EU und im Schwarzmeerraum bleiben jedoch bemerkenswert stabil bei etwa 0,19–0,20 EUR/kg für Futterqualität. Das deutet auf eine komfortable kurzfristige Verfügbarkeit und eine verhaltene Nachfrage aus dem Futtermittelsektor hin. Das Wetter in den wichtigsten Anbauregionen unterstützt derzeit eine reibungslose Ernte, und obwohl die Anbauflächen sowohl in der EU als auch in Kanada zurückgegangen sind, deuten die Fundamentaldaten insgesamt nicht auf eine unmittelbar drohende Knappheit hin. Das Preisrisiko ist daher in der sehr kurzen Frist eher in Richtung Konsolidierung als in Richtung einer aggressiven Fortsetzung der Rally verschoben.

Preise

Am 10. September 2026 zeigen CBOT-Haferkontrakte eine feste Terminstruktur. Der September 2026 handelte zuletzt bei 346,25 US¢/bu, der Dezember 2026 bei 370,00 US¢/bu, der März 2027 bei 384,75 US¢/bu und der Mai 2027 bei 386,25 US¢/bu. Diese Struktur spiegelt einen Carry von 7–9% von den nahen zu den Winter- und Frühjahrspositionen wider und entspricht einem Markt, der kurzfristig gut versorgt ist und Lagerhaltung bis 2027 incentiviert.

Am physischen Markt zeigen die jüngsten Angebote für Futterhafer nur geringe Bewegungen. Deutscher Futterhafer (max. 14% Feuchte, EXW Drentwede) ist zwischen Mitte August und dem 8. September von etwa 0,195 auf 0,202 EUR/kg geklettert, während sich ukrainischer Futterhafer (98% Reinheit, FCA Odessa) im gleichen Zeitraum stabil bei rund 0,19 EUR/kg hält. Das entspricht in Deutschland grob 195–202 EUR/t und in der Ukraine etwa 190 EUR/t und unterstreicht einen ruhigen Kassamarkt trotz der Rally bei den Futures.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

Die CBOT-Terminkurve mit moderatem, aber stetigem Carry bis 2027 weist auf ausreichende Versorgung im nordamerikanischen System hin. Offenes Interesse im Dezember 2026 von rund 2.900 Kontrakten bei gleichzeitig steigenden Preisen deutet eher auf erneuerte Absicherungs- und Spekulationsaktivitäten hin als auf einen tatsächlichen Engpass bei physischer Ware in naher Frist.

In der EU wird die Haferfläche für das WJ 2026/27 etwas niedriger als 2025/26 eingeschätzt, liegt aber weiterhin über dem längerfristigen Durchschnitt. Die Produktion dürfte infolge einer kleineren Fläche und normalisierter Erträge von etwa 8,9 auf 8,0 Mio. t zurückgehen, stellt damit aber immer noch eine komfortable Versorgungsbasis dar. Der Futterverbrauch dürfte im Einklang mit der kleineren Ernte und der schwachen Nachfrage nach Mischfutter leicht zurückgehen und damit jeden bullischen Impuls von der Nachfrageseite begrenzen.

Auch kanadische Landwirte haben die Haferfläche für 2026 reduziert und einen Teil der Flächen in Raps, Gerste, Mais und Sojabohnen umgeschichtet. Diese strukturelle Verschiebung begrenzt das mittelfristige Haferangebot, führt angesichts bislang ordentlicher Ertragsperspektiven jedoch noch nicht zu einer unmittelbaren Verknappung.

Fundamentaldaten & externe Treiber

Die jüngsten Gewinne bei Hafer korrelieren eng mit der Stärke bei Weizen und anderen Getreidearten, und der CBOT-Haferkontrakt scheint der allgemeinen Stimmung im Getreidesektor stärker zu folgen als seinen eigenen Fundamentaldaten. Kursdaten zeigen beim Dezember-2026-Hafer ein Plus von rund 19% im Monatsvergleich und mehr als 20% seit Jahresbeginn, während die EU-Futterpreise sich kaum bewegen.

Auf der Makroseite sehen sich europäische Viehhalter zum Start der Fütterungssaison 2026/27 mit erhöhten Energie- und Inputkosten konfrontiert. Die laufenden Diskussionen der EU-Agrarminister konzentrieren sich nach den rekordhohen Temperaturen und der Dürre dieses Sommers eher auf Flexibilität als auf zusätzliche finanzielle Unterstützung, was den Wiederaufbau der Bestände begrenzen und damit die Futterhafternachfrage gedämpft halten dürfte.

Das Gesamtbild ist damit das eines Marktes, in dem spekulative und cross-commodity-Ströme die Futures-Struktur verengt haben, während die physischen Ströme in Europa und im Schwarzmeerraum weiterhin auf ausgeglichene Verhältnisse hinweisen. Die Basis hat daher Spielraum zur Anpassung, falls die Futures ihre Rally schneller ausdehnen, als die Kassanachfrage folgen kann.

Wetterausblick

Das kurzfristige Wetter in den kanadischen Prärien, einer Schlüsselregion für Hafer, stellt sich von anhaltender Spätsommerhitze auf saisonale bis kühlere Bedingungen bis Mitte September um. Prognosen sehen kühlere Luftmassen und zeitweilige Schauer, die in der kommenden Woche über Westkanada ziehen, die Dürrestress mindern, aber auch kurzfristig Feldarbeiten in einigen Gebieten unterbrechen könnten.

Das Muster für den September insgesamt bleibt jedoch leicht wärmer als im Mittel, wodurch das Risiko eines frühen, schädlichen Frosts sinkt und der Erntefortschritt insgesamt unterstützt wird. In Europa deuten saisonale Prognosen auf eine relativ warme und häufig trockene zweite Septemberhälfte in vielen Regionen des Kontinents hin, was ebenfalls die späte Ernte und Logistik begünstigen sollte, ohne dass ein unmittelbarer, wetterbedingter Angebotsschock am Horizont erkennbar ist.

Trading-Ausblick (nächste 1–3 Wochen)

  • Erzeuger (Nordamerika & EU): Die aktuelle Stärke der CBOT und den positiven Carry nutzen, um gestaffelt zusätzliche Absicherungen für 2026/27 vorzunehmen, insbesondere im Dezember 2026 und März 2027, dabei aber einen Teil des Aufwärtspotenzials offenlassen, falls weizengetriebene Rallys anhalten.
  • Futterkäufer (EU, Schwarzmeerraum): Bei lokal stabilen Kassapreisen um 190–200 EUR/t und ohne akute Wetterbedrohung bietet es sich an, die Versorgung weiter weitgehend auf Sicht zu halten, aber einen Teil des Bedarfs für Q4–Q1 zu preisen, falls eine temporäre Schwäche der Futures den Carry einengt.
  • Händler/Merchandiser: Der ausgeprägte Futures-Carry gegenüber flachen Kassapreisen eröffnet Chancen bei Lager- und Carry-Geschäften. Fokus auf die Sicherung der Margen durch Verkauf terminferner Futures gegen physische Bestände, wo Lager- und Finanzierungsmöglichkeiten dies zulassen.
  • Spekulanten: Nach einem Anstieg von fast 20% im Monatsvergleich hängt weiteres Aufwärtspotenzial zunehmend von zusätzlicher Weizenstärke oder einem Wetterüberraschungseffekt ab. Das Chance-Risiko-Verhältnis spricht eher für eine neutrale bis leicht konträre Positionierung, solange keine neuen bullischen Fundamentaldaten auftreten.

3‑Tage-Preisindikation (Richtung)

  • CBOT-Hafer (nahe Termine & Dez 2026): Tendenz: seitwärts bis leicht fester in einer Spanne von 340–380 US¢/bu, stärker von Weizenbewegungen als von haferspezifischen Nachrichten getrieben.
  • Deutschland, EXW Drentwede Futterhafer: Tendenz: stabil um 0,20 EUR/kg; begrenzter Raum für kurzfristige Aufwertung ohne stärkere Impulse von der Mischfutternachfrage.
  • Ukraine, FCA Odessa Futterhafer: Tendenz: stabil nahe 0,19 EUR/kg; Exportwettbewerbsfähigkeit bleibt ausreichend, aber Logistik- und Schwarzmeer-Risiken könnten bei eskalierenden regionalen Spannungen zusätzliche Volatilität bringen.
BASIC
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Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
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