CBOT-Rohreis wird aktuell leicht schwächer gehandelt, während die nahen Kontrakte unter die jüngsten Höchststände fallen, während die indischen und vietnamesischen FOB-Angebote einen stabilen, aber moderaten Abwärtstrend zeigen. Die physischen Märkte sind derzeit gut versorgt, doch die steigenden Risiken durch El Niño und einen unterdurchschnittlichen Monsun für Indien halten eine Wetterrisikoprämie im Hintergrund.
Der Reismarkt befindet sich derzeit in einer Konsolidierungsphase. CBOT-Rohreis für Mai 2026 schwingt um 10,7 USD/cwt, wobei die Forward-Kurve leicht ansteigend bis Anfang 2027 verläuft, was auf ausgewogene, aber nicht enge Fundamentaldaten hindeutet. In Asien sind die FOB-Preise für Indien und Vietnam in den letzten drei Wochen gesunken und spiegeln einen komfortablen exportierbaren Überschuss und gewisse Nachfragezögerungen wider. Frische Hinweise auf einen unterdurchschnittlichen indischen Monsun 2026 und wachsende Chancen auf El Niño in der zweiten Jahreshälfte könnten jedoch schnell die Stimmung ändern, falls sich die Pflanzperspektiven verschlechtern.
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📈 Preise & Terminkurve
Die CBOT-Rohreis-Futures zeigen eine moderate Rückwärtsanpassung an der vordersten Front und eine sanfte Tragfähigkeit weiter in der Zukunft. Am 14. April 2026 werden die wichtigsten Verträge etwa wie folgt gehandelt (USD/cwt): Mai 26 bei 10,69, Juli 26 bei 11,02, September 26 bei 11,34, November 26 bei 11,63 und März 27 nahe 12,12. Die Kurve von Mai 26 bis März 27 steigt somit um etwa 1,4 USD/cwt, was die Erwartungen an festere mittelfristige Werte, aber keinen akuten Engpass vor Ort anzeigt.
Neueste Börsendaten zeigen ebenfalls einen Anstieg der Teilnahme: Das geschätzte offene Interesse am CBOT ist Mitte April über 12.000 Kontrakte gestiegen, die Volumina haben im Vergleich zu Anfang April zugenommen, was auf erneute Hedging- und spekulative Aktivitäten hindeutet.
🌍 Physischer Markt: Indien & Vietnam FOB
FOB-Angebote in Indien und Vietnam befinden sich seit Ende März auf einem stetigen Abwärtspfad, was auf ein komfortables Angebot und eine schwächere Nachfrage hindeutet. In Neu-Delhi haben die Benchmark-Non-Organic-dampfgemahlenen und Sella-Grades in den letzten drei Wochen um etwa 0,02–0,05 EUR/kg nachgegeben, während die Premium-Bio-Basmati- und Non-Basmati-Grades ebenfalls um etwa 0,04 EUR/kg von 21. März bis 11. April gesunken sind. Die FOB-Preise in Vietnam in Hanoi spiegeln dieses Muster wider, wobei Langkorn-weiße 5% und duftende Sorten wie Jasmine und Homali ebenfalls auf dem Rückzug sind.
Die Tabelle unten fasst die aktuellen indikativen FOB-Angebote (in EUR/kg umgerechnet, ungefähr) sowie die Veränderung im Vergleich zu Ende März zusammen:
| Ursprung / Typ | Standort & Termin | Aktueller Preis (EUR/kg) | Ende März (EUR/kg) | Änderung (EUR/kg) |
|---|---|---|---|---|
| Indien, alle goldenen Sella | Neu-Delhi, FOB | 0.90 | 0.95 | -0.05 |
| Indien, PR11 dampfgemahlen | Neu-Delhi, FOB | 0.41 | 0.45 | -0.04 |
| Indien, 1121 dampfgemahlen | Neu-Delhi, FOB | 0.79 | 0.85 | -0.06 |
| Indien, Bio-Basmati weiß | Neu-Delhi, FOB | 1.72 | 1.78 | -0.06 |
| Vietnam, lang weiß 5% | Hanoi, FOB | 0.41 | 0.44 | -0.03 |
| Vietnam, Jasmine | Hanoi, FOB | 0.43 | 0.46 | -0.03 |
| Vietnam, Japonica | Hanoi, FOB | 0.52 | 0.55 | -0.03 |
Indische Angebote spiegeln ebenfalls einen gewissen Druck wider, der durch unterbrochene Basmati-Exporte in konflikteingeschränkte Zielmärkte im Nahen Osten im März entstanden ist, was die Basmati-Realisierungen vorübergehend um etwa 5–6% schwächte und die Stimmung in den Premiumsegmenten belastete.
📊 Fundamentaldaten & Wetterausblick
Die kurzfristigen Fundamentaldaten deuten auf ein ausreichendes exportierbares Angebot aus wichtigen asiatischen Herkunftsländern hin, wobei Exporteure in Indien und Vietnam weiterhin wettbewerbsfähig anbieten können, nachdem die Preiserweichung seit März beobachtet wurde. Die globalen Reisexportpreise sind seit Ende 2023 allgemein rückläufig, mit verbesserter Produktion in mehreren Herkunftsländern, und liegen Anfang 2026 weiterhin deutlich unter den extremen Höchstständen von 2023.
Das wichtigste aufkommende Risiko liegt nun auf der Wetterseite. Meteorologische Agenturen geben an, dass der derzeit schwache La Niña nachlässt, mit ENSO-neutralen Bedingungen, die in den kommenden Monaten erwartet werden, und einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass sich ein starker El Niño in der zweiten Jahreshälfte 2026 entwickelt. Dies spiegelt sich bereits in den offiziellen Ausblicken Indiens wider: Der nationale Meteorologiedienst prognostiziert den südwestlichen Monsun 2026 auf nur etwa 92% des langfristigen Durchschnitts, was den ersten unterdurchschnittlichen Monsun in drei Jahren markieren würde und potenziell die Fläche und die Erträge für Kharif-Reis einschränken könnte.
📉 Marktanreize & Risiken
- Weiche nahe Preise: CBOT Mai 26-Futures liegen moderat unter den Höchstständen von Anfang April, während asiatische FOB-Angebote seit dem 21. März um etwa 0,03–0,06 EUR/kg gesunken sind, was auf komfortable Bestände und vorsichtige Käufe hinweist.
- Wetterrisikoprämie: Trotz aktueller Weichheit handeln die Forward-CBOT-Verträge bis Anfang 2027 deutlich höher als Mai 26, was die potenziellen Ertragsrisiken aus einem aufkommenden El Niño und einem suboptimalen indischen Monsun einpreist.
- Handelsunterbrechungen: Anhaltende geopolitische Spannungen und lokale Unterbrechungen bei den Basmati-Flüssen aus Indien in den Nahen Osten führen weiterhin zu einer Segmentierung zwischen den Premium- und Mainstream-Langkornmärkten, mit dem Risiko plötzlicher Basisverschiebungen, wenn sich die Logistik normalisiert oder weiter verschlechtert.
📆 Handelsausblick (Nächste 2–4 Wochen)
- Importeure / Käufer: Nutzen Sie den aktuellen Rückgang der asiatischen FOB-Angebote, um die Abdeckung moderat bis ins 3. Quartal 2026 auszudehnen, vermeiden Sie jedoch eine Überverpflichtung, bevor es mehr Klarheit über den indischen Monsun im Mai–Juni gibt. Erwägen Sie, Käufe zu staffeln, um Flexibilität zu behalten, falls sich die El Niño-Bedenken verschärfen.
- Exporteure (Indien, Vietnam): Schließen Sie gezielt langfristige Verkäufe gegen die festere CBOT-Forward-Kurve ab, halten Sie jedoch ein gewisses Volumen unpreislich für mögliche wetterbedingte Rallyes später in der Saison. Achten Sie genau auf Fracht und Logistik rund um wichtige Ziele im Nahen Osten und in Afrika.
- Spekulanten: Das aktuelle weiche Preisumfeld mit ansteigendem offenen Interesse begünstigt das vorsichtige Aufbauen von Long-Engagements in verzögerten CBOT-Verträgen, abgedeckt mit nahen Shorts oder Optionen, als eine Wette auf steigende Wetterrisiken bis Ende 2026.
📍 3-Tage Richtungsblick (Indikativ, in EUR)
- CBOT Rohreis (nah, EUR-Äquivalent): Leicht rückläufig bis seitwärts, solange kein neuer Wetter- oder Politikschock auftritt.
- Indien FOB Neu-Delhi (Mainstream-Langkorn): Weitgehend stabil mit einer milden weichen Neigung; weitere Rückgänge wahrscheinlich begrenzt aufgrund bereits komprimierter Margen.
- Vietnam FOB Hanoi (5% gebrochen & Jasmine): Seitwärts; Preise werden voraussichtlich nahe den aktuellen Niveaus konsolidiert, während Exporteure die Nachfragereaktion auf die jüngsten Reduzierungen beobachten.



